Leserbrief: Die Smart-Meter-Falle

Jahrelang trommelte die Politik für die Energiewende: Förderungen für E-Autos, Wärmepumpen und PV-Anlagen – Hauptsache weg von fossiler Energie. Nun legt die Realität die Versäumnisse beim Netzausbau gnadenlos offen und die Zeche zahlt der Endverbraucher. Unter dem Deckmantel einer „verursachergerechten“ Tarifreform zieht die E-Control ab 2027 die Daumenschrauben an. Mit dem neuen Leistungspreis wird der Smart Meter zum digitalen Zuchtmeister im Flur. Er misst nicht nur den Gesamtverbrauch, sondern straft künftig jede temporäre Spitze gnadenlos ab: Eine einzige unbedachte Viertelstunde im Monat und schon wird der gesamte Monat auf Höchstleistungstarif abgerechnet. Dazu kommt die eingebaute Technik zur Lastbegrenzung aus der Ferne, die im Ernstfall den Strombezug per Knopfdruck drosselt. Die Krönung des Ganzen: Wer seine Privatsphäre schützen will und von seinem gesetzlichen Recht auf „Opt-Out“ Gebrauch macht, wird mit einer 10-kW-Pauschale bestraft und zahlt hunderte Euro extra pro Jahr. Statt echter Infrastrukturinvestitionen aus den Rücklagen setzt man auf Überwachung, Verhaltensdruck und Abkassieren beim Bürger. So sieht sie also aus, die saubere Zukunft: Erst wurden wir in die Elektro-Falle gelockt, jetzt schnappt der digitale Zähler zu – derzeit noch sanft, aber da ist noch mehr drin!
Dr. Markus Ploner, Dornbirn