Leserbrief: Showtime in der Primetime

Der Samstagabend liefert uns die großen TV-Musikshows. Was für die einen große Unterhaltung ist, kann für andere ein Gräuel sein. Beim Gräuel kommt oft auch Florian Silbereisen ins Spiel. Haben denn die TV-Produzenten wirklich nur den Silbereisen im Moderatorenköcher? Für mich wirkt er wie eine KI-generierte Figur. Seine Sätze wirken perfekt und sein Auftritt programmiert! Sein Outfit passt zur Lichttechnik, so diese dann auch ausgeschaltet ist. Seine Moderation zur Feuerwerks- und Pyrotechnik, wenn diese eingeschaltet ist. Seine Fans mögen mir verzeihen, eine sympathische Moderation schaut anders aus! Zum Unterschied: Die ORF-Sendung ‚Aufsteirern‘ mit Norbert Oberhauser war in der Moderation geradezu ein Genuss. Ruhig und gelassen moderierte er sich lässig durch die Sendung. Während sich Silbereisen mit seiner Pensionisten-Künstlerbrigade herumschlägt, allesamt lieben sie die Bühne mehr als ihr Zuhause, bot Norbert Oberhauser neuen Musikern eine Plattform. Und das war für mich das Schöne. Kein TV-Quotenhit, aber immerhin eine Startrampe für neue Künstler. Weil auch Carpendale, Berg, Borg, Kraus, Reim und wie sie alle heißen, müssen einsehen, dass jede Hauptbühne auch eine Nebenbühne hat – ohne Publikum, Mikrofon und Scheinwerfer! Damit muss jeder Künstler klarkommen. Wenn nicht, dann landet er beim alten Eisen. Mit etwas Glück bei Silbereisen!
Tone Schneider, Klebern, Egg