So wohl fühlt sich dieser in den USA lebende Vorarlberger nach der Trump-Schlappe

04.11.2026 • 15:08 Uhr
So wohl fühlt sich dieser in den USA lebende Vorarlberger nach der Trump-Schlappe
Günter Bischof, gebürtiger Mellauer und jahrzehntelang Geschichtsprofessor an der University of New Orleans, hat ein angenehmes Erwachen.vhm

Die Angst vor “dem Hasen aus dem Sack” blieb für Vorarlbergs Wissenschaftler des Jahres 2019 aber bis zum Schluss.

Silver Spring Günter Bischof (73) ist beschwingt in den neuen Tag gestartet. “Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich jetzt nicht ein besonders gutes Gefühl in mir trage”, schmunzelt der gebürtige Mellauer, der viele Jahre das Geschichtsinstitut der University of New Orleans leitete. In Silver Spring, einem Vorort nördlich der Hauptstadt Washington, lebt er jetzt seit zwei Jahren. Und dort darf er seine Freude über den Erdrutschsieg der Demokraten bei den Zwischenwahlen auch offen zeigen.

Angst bis zum Schluss

“Wir leben hier in einer blauen Zone, sprich in einer demokratisch geprägten Region. Leute haben blaue Stickers auf ihren Autos, engagieren sich für Projekte, die ihre Nähe zu den Demokraten verraten. Das, was in der vergangenen Nacht passiert ist, tut natürlich vielen gut. Und mir auch.”

Bis zum Schluss hätten er und vor allem seine Frau Angst gehabt. “Wir befürchteten, dass Trump noch irgendeinen Hasen aus dem Sack zieht, die Wahlen behindern oder stören würde. Gott sei Dank ist das nicht passiert.”

Die Demokraten, so Bischof, wären andererseits auf allerlei Szenarien vorbereitet gewesen. “Sie hatten Anwälte in Stellung gebracht. Wir haben das hier gut mitbekommen.”

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er Jubel der Demokraten kannte nach der Wahlnacht keine Grenzen. Das war auch im Bundesstaat Iowa der Fall. D

Von Rot nach Blau

Für Bischof bedeutete der Umzug von New Orleans nach Maryland den Übertritt in eine völlig andere Welt. Er, der frühere Geschichteprofessor an der renommierten University of New Orleans, lebte jahrzehntelang in einer von erzkonservativen Haltungen geprägten Gegend. “Meine Nachbarn dort waren mehr oder weniger alle Trump-Fans. Und sie sind es wohl jetzt noch. Man hatte sich daran gewöhnt, bei persönlichen Begegnungen nicht über Politik zu sprechen. Engeren Kontakt hatte ich mit wenigen.” Besonders seine Frau mit ihren liberalen Ansichten passte nicht wirklich in diese Gegend.

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r ist einer der ganz großen Gewinner der Midterms in den USA: James Talarico wird der erste Senator aus Texas seit vielen Jahren. E

Arbeitslose Ex-Beamte

Unweit der amerikanischen Hauptstadt ist das Lebensgefühl für die Bischofs ein anderes. Günter Bischof hat sich einer Gruppe von Personen angeschlossen, die privat gerne über Außenpolitik reden. Seine Gattin engagiert sich in mehreren Projekten. “Was die Menschen hier vor allem vereint, ist das Bekenntnis zu Umweltanliegen.” Die Politik des jetzigen US-Präsidenten hat dennoch ganz konkret auch das Leben vieler Menschen in Maryland verändert. “Viele waren in Bundeseinrichtungen beschäftigt und wurden gekündigt. Das ist mir nicht entgangen.”

Es würde auch in seiner neuen Umgebung nicht viel über Politik geredet. “Trotzdem spürt man eine Solidarität in der Grundhaltung.” Nach Maryland ist die Familie Bischof gezogen, weil die Frau in diesem Teil der USA Wurzeln hat.