Von der Winterpause in den ersten Höhepunkt

Die 24 Stunden von Daytona sind für René Rast und Kévin Estre ein Lieblingsrennen.
Daytona Beach Für die Wahl-Vorarlberger René Rast und Kévin Estre beginnt an diesem Wochenende mit den 24 Stunden von Daytona eine neue Saison, in der sie nicht mehr über das ganze Jahr Gegner sein werden wie bisher. Für den BMW-Werkfahrer steht die WM (WEC) im Mittelpunkt, Daytona ist ein Einzeleinsatz. Für den Porsche-Piloten sind die USA nun der Mittelpunkt, da sich Porsche aus der Hypercar-Klasse der WM zurückgezogen hat. Gemeinsam haben die beiden Bregenzer ein Faible für Daytona und das Genießen der Winterpause im Familienkreis. Ein Doppel-Interview.
Wie haben Sie den Winter verbracht?
Rast: Ganz ruhig, mit meiner Familie zu Hause in Bregenz und bei meiner Familie in Norddeutschland. Wir waren Skifahren und haben schöne Feiertage gehabt. Ich habe natürlich viel Sport gemacht.

Estre: Es war mein ruhigster Winter seit Jahren! Ich saß zwei Monate in keinem Rennauto. Ich hatte viel Zeit für die Familie, die Kids lernten Skifahren, wir waren Langlaufen und Schlittenfahren. Und wir machten Besuche bei meiner Familie in Lyon und bei der meiner Frau in Hannover.
Was erwarten Sie von der neuen Rennsportsaison?
Rast: Hoffentlich viele Erfolge. Wir sind hier in Daytona erstmals mit dem Evo (Weiterentwicklung, Anm.) des M Hybrid V8 am Start. Wir müssen einmal sehen, wie wir damit leistungsmäßig liegen. Wir haben ja keine Vergleichsdaten, weil auch die Konkurrenz Verbesserungen vorgenommen hat. In der WM (WEC) muss das Ziel sein, regelmäßig zu punkten. Der eine oder andere Sieg wäre schön!

Estre: Porsche Penske hat 2025 die IMSA-Meisterschaft gewonnen und alle großen Rennen dominiert. Es ist in den USA die Messlatte. Mit Laurens Vanthoor und mir gibt es eine neue Fahrerpaarung, Matt Campbell ergänzt uns bei den Langstreckenrennen, aber wir kennen einander ja hervorragend. Nur fuhren wir zusammen noch nicht die amerikanische Meisterschaft. Ich kenne drei Strecken noch nicht: Detroit, Indianapolis und Watkins Glen. Es ist das erste Mal seit Langem, dass ich Strecken lernen muss!
Welches wird Euer Rennsporthighlight 2026 sein?
Rast: Auf jeden Fall jetzt Daytona und dann natürlich Le Mans.
Estre: Daytona ist ein Höhepunkt, den ich noch nie gewinnen konnte. Auf die sechs Stunden von Watkins Glen im Sommer freue ich mich auch.

Herr Rast, stehen Sie längerfristig unter Vertrag bei BMW?
Rast: Darüber darf ich leider nicht sprechen. Aber ich habe Lust, weiter Motorsport mit BMW zu betreiben. Ich würde mich über einige weitere Jahre mit BMW freuen.
Es wurden ja Daytona und die WEC-Saison als Ihr Programm kommuniziert. Bleibt es dabei und damit beim Rückzug aus der DTM?
Rast: Wie ich schon sagte, will ich kein Doppelprogramm mehr fahren und mehr Zeit für die Familie haben. Es hat sich seither nichts geändert. Die nächsten Jahre sind für die Familie und speziell die Kinder wichtig. Das habe ich mir vorgenommen.
Herr Estre, wie sieht Ihre Zukunft aus?
Estre: Ich bin bei Porsche längerfristig unter Vertrag. Ich gehe davon aus, Mitte Mai beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wieder dabei zu sein. Das 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist noch offen, weil sich Porsche werksseitig aus der WM zurückgezogen hat. Aber vielleicht ergibt sich im GT-Wagen oder in einem LMP2 eine Möglichkeit
Mögt Ihr Daytona und die Rennatmosphäre in den USA?
Rast: Unbedingt. Daytona ist für die Fans, aber auch für uns Fahrer eines der schönsten Rennen. Und jeder Fahrer ist erpicht darauf, zu gewinnen und eine schöne Uhr zu bekommen….
Estre: Ja, die fehlt mir noch! Das muss ich nachholen. GK