Ein kraftvolles “Jöri, Jöri – Ho”

Einmal mehr strömten Tausende zum großen Fasnatumzug der Funkenzunft Montafon Vandans.
Vandans Voll auf ihre Kosten kamen Freunde der fünften Jahreszeit am Sonntag in Vandans. Zum Fasnatumzug hatten sich 60 Gruppen mit 2130 Personen angemeldet. Feldkirch aufwärts sei der örtliche Fasnatumzug “sicher der größte im Oberland”, sagte der Obmann der im Jahr 1967 gegründeten Funkenzunft Vandans, Markus Pfefferkorn, im Gespräch.

Die Vorbereitungen und Planungen für den diesjährigen Umzug hätten schon im Herbst begonnen. Intensiv seien für den 32 Mitglieder starken Verein die letzten beiden Wochen vor dem Event gewesen, erklärte der Obmann. Im Wechsel mit Tschagguns lädt Vandans im Zwei-Jahres-Rhythmus zum närrischen Treiben im mit Fahnen und Wimpeln dekorierten Ort. Eine besondere Attraktion stellt auch in der heurigen Fasnat der vor etwa einem Vierteljahrhundert erbaute, fünf Meter große Clown Herbie dar, der im Ortszentrum positioniert ist. Er nickt minütlich und grüßt die Passanten freundlich mit dem Narrenruf “Jöri Jöri – Ho”. Ihren Auftakt nahm die Vandanser Fasnat 2026 am Samstagabend mit dem Warm-up-Klubbing mit DJ Mikxem im beheizten Festzelt beim Fußballplatz Vandans.

Am Sonntag stellten sich die teilnehmenden Gruppen um 13 Uhr auf der Dorfstraße und Oberen Venserstraße auf. Ungefähr eine Stunde später fiel dann der lange herbeigesehnte Startschuss zum farbenprächtigen Umzug, der durch den Ort führte und schließlich beim Bauhof endete, wo Glühmost, Tee und Würstle ausgegeben wurden. Hoch her ging es danach auch beim Umzugsausklang im Zelt. Wie Markus Pfefferkorn schätzte, zog das “gigantische und echt coole” Spektakel vier- bis fünftausend Besucher an.

Große Herausforderung
Es sei eine große Herausforderung gewesen, diese Veranstaltung zu bewältigen und über die Bühne zu bringen. Die Gruppen hätten sich diszipliniert verhalten. Private Helfer und Vereine hätten die Zunft ehrenamtlich großartig unterstützt und sämtliche Gastronomiebetriebe hätten geöffnet gehabt – dafür zeigte er sich dankbar. Die Zunft befindet sich aktuell in den Vorbereitungen für die anstehenden Veranstaltungen wie Kinderfasching und Funken. Am “Fasnatzieschtig” wird die Funkenzunft ungefähr 350 Gratis-Faschingskrapfen im Bildungszentrum (Volksschule, Kindergarten und Kleinkindbetreuung) verteilen. “Die Kinder haben immer große Freude, wenn wir kommen; das ist ganz lässig und so lernen sie schon früh die Funkenzunft kennen”, betonte Markus Pfefferkorn. Clown Herbie, der für das Jubiläum “60 Jahre Fasnatumzug in Vandans” im Jahr 2028 wieder fein herausgeputzt werden wird, wird am Aschermittwoch abgebaut und in der Zunfthalle verräumt.

Clowns als Attraktion
Die Idee zu Clown Herbie habe der Schlosser Herbert Schuler gehabt, erinnerte sich der ehemalige Vandanser Funkenkanzler Heinz Scheider im Gespräch. Die Hauptarbeit bei deren Umsetzung hätten er und etwa fünf seiner Zunftkollegen geleistet, unter ihnen Ehrenobmann Werner Enzenhofer. Derzeit sei Clown Herbie “das” Fotomotiv schlechthin in Vandans, erzählte Heinz Scheider, Funkenzünftler seit 1989. Er ist zuständig für die Umzugseinteilung und -aufstellung und zudem seit über 30 Jahren Umzugssprecher. Der Umzug in Vandans sei für ihn “immer toll. Der heutige Umzug war einer der größten in der Vereinsgeschichte”. Aus Vorarlberg hatte die Faschingsgruppe aus Hittisau den weitesten Weg zurückzulegen. Der Einladung zur Teilnahme am Umzug war auch die Faschingsgruppe Malteserfunken Heitersheim aus der Vandanser Partnerstadt gefolgt. Die Montafon-Freunde aus Deutschland waren hin und retour insgesamt elf Stunden unterwegs. SCO



















