“Ich war 40-mal Skifahren und der Schnee war nie besser als jetzt” – Gäste genießen die Pisten zum Saisonende

Die Skitage in Vorarlbergs Skigebieten sind gezählt und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. Mehr als ein Meter Schnee, leere Pisten und gutes Wetter.
Darum geht’s:
- Familie Pfitzmaier genießt Frühlingsschnee in Vorarlberg.
- Wintersaison war insgesamt stabil.
- Wirtschaftliche Erholung im Wintertourismus nach Pandemie.
Tschagguns/Vandans Vor der Bergbahn am Golm steht die Geschäftsführerin von Golm Silvretta Lünersee Tourismus, Judith Grass, im frischen Frühlingsschnee, während Familie Pfitzmaier aus Süddeutschland ihre letzten Schwünge zieht. Für viele ist es ein Abschied auf Zeit, für die Chefin der Bergbahnen geht eine vielseitige Wintersaison zu Ende.
Der Frühling zieht Gäste aus dem Dreiländereck an
Paulina Pfitzmaier ist zehn Jahre alt und weiß genau, worauf es ankommt. “Dass es schönes Wetter ist und wenig Leute”, sagt sie, während sie ihre Skier abschnallt. Die Pisten seien “okay”, meint sie nüchtern, “und es hat genug Schnee”. Für sie macht es keinen großen Unterschied, ob Winter oder Frühling: “Ich finde beide Jahreszeiten gut.” Eine Haltung, die sinnbildlich für viele junge Wintersportler steht – Hauptsache, raus auf die Piste.

Ganz bewusst reist Familie Pfitzmaier aus der Nähe von Stuttgart an. Für Mutter Bernadette ist Vorarlberg längst zur zweiten Heimat geworden. “Mein Mann ist hier quasi mit dem Skifahren aufgewachsen”, erzählt sie. Rund 35 Skitage kommen in dieser Saison zusammen – ein beachtlicher Wert. Gerade jetzt im Frühling schätzt sie die Ruhe: “Einfach wenig los. Zurzeit echt guter Schnee. Das beste Wetter.” Statt Tagesausflügen setzt die Familie auf Kontinuität – mit fixer Ferienwohnung und regelmäßigen Wochenenden in den Bergen.

Der Schnee ist besser als je zuvor
Auch Hubert Schütz, Pensionist aus der Region, lässt sich das Saisonende nicht entgehen. Knapp 40 Skitage hat er heuer gesammelt. Sein Fazit fällt eindeutig aus: “Traumhafte Bedingungen, super Schnee, tolles Wetter.” Besonders der aktuelle Naturschnee hebt die Stimmung. “Der schönste Skitag war heute”, sagt er. Zwar sei die Basis im Winter teils dünn gewesen, doch insgesamt habe es “immer gepasst”. Gefahren wird überall – Hauptsache auf Ski.

Weniger häufig, aber mit umso mehr Genuss ist Snowboarder Andreas Metzler aus Dornbirn unterwegs. Drei bis vier Tage hat er diese Saison auf dem Board verbracht. “Heute wäre es noch spitze”, sagt er und blickt Richtung Tal. Für ihn zählt der Moment: “Jetzt noch die letzten Stunden genießen, dann war’s das.” Besonders die Silvretta habe ihn zuletzt überzeugt – ein würdiger Rahmen für den Saisonabschluss.

Ein Blick auf die gesamte Wintersaison zeigt: Die Bedingungen waren wechselhaft, aber insgesamt stabil. Judith Grass, Geschäftsführerin von Golm Silvretta Lünersee Tourismus, zieht ein positives Fazit. “Eine sehr spannende Saison mit anfänglich gutem Schnee”, sagt sie. Gerade dieser frühe Wintereinbruch habe sich positiv auf Buchungslage und Vorverkauf ausgewirkt. Trotz zwischenzeitlicher Wärmephasen sei der Betrieb konstant geblieben: “Wir hatten durchgängig gute Bedingungen, alle Pisten waren geöffnet.”
Wirtschaftlich sehr positiv entwickelt
Auch wirtschaftlich zeigt sich eine Erholung. Nach herausfordernden Jahren seit der Pandemie entwickle sich der Wintertourismus wieder positiv. Veränderungen sieht Grass weniger beim klassischen Skifahren, sondern im erweiterten Angebot: “Alternative Sportarten und Gastronomie werden wichtiger.” Gleichzeitig bleibe die Nachfrage stabil – auch kurzfristig. “Wenn Wetter und Schnee passen, kommen die Gäste.”
Endspurt auf der Piste
Während viele Gebiete in den kommenden Tagen schließen, bleiben Lech-Zürs am Arlberg sowie die Silvretta Bielerhöhe noch bis 19. April geöffnet. In der Silvretta Montafon setzt man sogar noch einen drauf: Das Grasjoch ist ebenfalls am Wochenende des 18. und 19. April in Betrieb – und markiert damit das endgültige Saisonende in Vorarlberg.