Zwölf Minuten, die alles veränderten

Sport / 06.04.2026 • 15:55 Uhr
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Nur Sekunden nach dem zweiten Altacher Treffer jubelte Ousmane Diawara noch. Wenig später sah er „Rot“. gepa

Altachs überaus starke Leistung wurde in Ried (2:3) durch eine Rote Karte zerstört.

Ried-Altach “Wir hatten alles unter Kontrolle, doch mit der Roten Karte ist die Partie gekippt.” Den Worten von SCRA-Kapitän Lukas Jäger (32) nach der Niederlage in Ried ist nichts hinzuzufügen. Wohl kaum einmal war ein Ausschluss unnötiger als jener von Ousmane Diawara. Der Stürmer wusste sehr wohl, was er mit seinem völlig unverständlichen Ellbogencheck, noch dazu im Offensiv-Modus, angestellt hatte. Gesenkten Hauptes verließ er die Spielstätte und so war die Aussage von SCRA-Cheftrainer Ognjen Zaric nach der Partie wohl Balsam auf die geschundene Seele des 26-jährigen Stürmers. “Bei uns steht niemand im Regen alleine. Ich haue jetzt nicht auf einen Spieler drauf”, sagte der 37-Jährige. Allerdings sprach auch Zaric von einer “unnötigen Aktion, die die Dynamik des Spiels komplett kippte”.

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All das passierte in Minute 57 zu einem Zeitpunkt, als Altach, nach heutigem Wissensstand, den Klassenerhalt schon fast in der Tasche hatte. Doch die folgenden Minuten veränderten die Partie und die Tabelle aus Altacher Sicht ganz wesentlich. Denn Ried nutzte nicht nur ihre Qualität bei Standards bzw. hohen Bällen, sondern auch die kurzfristige Verunsicherung im Altacher Gefüge und stellte durch zwei Treffer von Kingstone Mutandwa auf Pari. Und so passte es ins Gesamtbild der Schlussphase, dass der Rieder Toptorschütze in der Nachspielzeit einen Hattrick schnürte und Altach ein nachdenkliches Osterwochenende bescherte. 22:8-Flankenbälle, 5:1-Ecken und 191:82 Pässe in der gegnerischen Hälfte sind ein statistisches Zeichen dafür, mit welcher Wucht sich die Rieder gegen eine drohende Niederlage stemmten, zumal zuvor Altach nichts anbrennen ließ, vielmehr das Geschehen auf dem Platz kontrollierte.
Und so ist der Sukus nach dem Spiel ein differenzierter. Zumal es eine Niederlage war, in der man spielerisch als Mannschaft besser war, in der man nicht unterlegen war, in der man sich allerdings den Vorwurf machen muss, eine große Chance liegenzulassen. Gerade der Treffer zum 2:0 hat gezeigt, welche Qualität Altach im Spiel nach vorne besitzt. Der Ball zirkulierte durch die Rieder Hintermannschaft, ohne dass nur ein Spieler der Innviertler den Ball berührte. Über fünf Stationen kam der Flankenball zu Mohamed Ouédraogo, der mit seinem vierten Saisontor nicht nur für Jubel sorgte, sondern einmal mehr Werbung in eigener Sache betrieb.

Klare Präferenzen

“Hier kannst du eigentlich nicht besser spielen”, sinnierte nach dem Spiel Altachs Coach. Seine Mannschaft war perfekt eingestellt, die Standards bzw. Flankenbälle betreffend, zudem hielt der Block im Zentrum nicht nur jegliche Gefahr vom Tor fern, sondern erspielte sich vielmehr offensive Momente. All das nutzte am Ende wenig, denn nach der ersten Niederlage in der Abstiegsrunde musste Zaric auch Fragen bezüglich des anstehenden Pokal-Endspiels (1. Mai) beantworten. “Für uns ist es wichtig, im Hier und Jetzt zu sein. In den nächsten Wochen zählt nur die Qualirunde.” Getreu dem Motto: Erst der Klassenerhalt, dann das Cupfinale.