Auch in der 25. Saison kein Karriereende in Sicht

René Rast startete in Imola stark in die Langstrecken-WM.
Imola 25 Jahre sind seit seiner ersten Saison in einem Rennauto (Formel BMW) vergangen. Seit drei Jahren ist der mehrfache Supercup- und DTM-Champion René Rast als Werkfahrer für BMW in Diensten – heuer nach seinem freiwilligen Rückzug aus der DTM „nur“ in der Langstrecken-WM (WEC). Seine dritte Saison in dieser immer stärker werdenden Serie (acht Hersteller bei den Hypercar-Prototypen) begann Sonntag mit einem fünften Platz im M Hybrid V8 gemeinsam mit Robin Frijns (NED) hervorragend.
Ganz zufrieden war der Wahl-Bregenzer aber nicht: „Leider bekamen wir in der Anfangsphase eine Durchfahrtsstrafe, vor der wir vor dem am Ende drittplatzierten Toyota lagen. Es wäre also noch mehr möglich gewesen. Aber für einen Podestplatz braucht es einen perfekten Tag, den hatten wir nicht ganz.“

Seine Saisonvorbereitung war Routinearbeit: „Ich habe nichts anders gemacht als die vergangenen Winter. Nur hatte ich diesmal mehr Zeit zu Hause verbringen können, da ja eine Vorbereitung auf die DTM wegfiel und ich mich auf die Hypercar-Einsätze konzentrierten konnte. Da ist das Testprogramm zwar beschränkt, es gab aber natürlich die Simulatorarbeit.“
Das Saisonziel ist das gleiche: „Um Siege und Podestplätze zu kämpfen.“ Dafür müssen wir an unserem Rennspeed arbeiten. Das gesamte Paket zu optimieren ist kein einfacher Prozess. Wir haben mit den Aero-Verbesserungen bisher rund eine halbe Sekunde pro Runde gewinnen können. Wir müssen aus eigener Kraft zum Erfolg kommen, dürfen nicht auf Fehler der Konkurrenz warten.“
Und es bleibt natürlich ein „unfinished business“, das da heißt: „Ein Sieg in Le Mans. Der fehlt mir noch. In Le Mans kann alles passieren, das ist ein verrücktes Rennen. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge bis dahin entwickeln. Wir wissen schon, wer dort stark sein wird, nämlich Ferrari, Toyota und wahrscheinlich auch Peugeot. Aber würden wir nicht an unseren Erfolg glauben, wären wir gar nicht hier.“
Im Oktober wird Rast 40 Jahre alt, „ich habe aber noch kein Karriereende geplant und kann mir gut vorstellen, noch einige Jahre im Prototypensport zu fahren“, sagt er im Gespräch mit den „VN“.
Der zweite Bregenzer in Imola, der Däne Malthe Jakobsen, war nicht zufrieden mit dem punktelosen zwölften Rang: „Das ist nicht das, was wir wollten. Immerhin war die Qualifikation ein Lichtblick.“
Der Schweizer Sébastien Buemi, Brendan Hartley (NZL) und Ryo Hirakawa (JAP) bescherten dem Kölner Toyota-Team den 50. WEC-Sieg im 100. Rennen vor 92.175 Zuschauern. Stark fuhr der Salzburger Ferdinand Habsburg in der Alpine mit Charles Milesi (FRA) und Antonio Felix da Costa (POR) auf Rang vier. In der GT3-Klasse jubelte der Niederösterreicher Richard Lietz, aktueller Weltmeister, im Manthey-Porsche mit Yasser Shahin (AUS) und Riccardo Pera (ITA) über Platz drei. Gerhard Kuntschik