Golden Set als Spielverderber

UBSC Wolfurt unterliegt Traun im Final-Thriller der Badminton-Bundesliga – Silber und zwölfter Podestplatz bleiben.
Wolfurt Es war eine Finalserie, die an Dramatik kaum zu überbieten war: ASKÖ Traun hatte auch im zweiten Duell in der Best-of-three-Finalserie der Badminton-Bundesliga gegen den Raiffeisen UBSC Wolfurt mit einem Sieg im Golden Set das bessere Ende auf seiner Seite und sicherte sich den ÖBV-Mannschaftsmeistertitel. Für den Rekordmeister ist es bereits der 16. Triumph – für Wolfurt bleibt erneut nur knapp geschlagen Rang zwei.

Wieder im Golden Set
Es sind diese Momente, die sich einprägen. Sekunden, in denen eine ganze Saison verdichtet wird. Als der letzte Ball im Golden Set den Boden berührt, brandet auf der einen Seite grenzenloser Jubel auf – und auf der anderen bleibt vor allem eines: Leere. Wieder hat ein einziges Spiel über alles entschieden. Wieder zugunsten von Traun.

Wie im ersten Finalduell musste auch diesmal das alles entscheidende Golden Set herhalten. Und wieder war es Kai Niederhuber, der zur Schlüsselfigur wurde. Gemeinsam mit Legionärin Denisa Muscala behielt er im Mixeddoppel die Nerven und setzte sich gegen Anna Hagspiel und Miha Ivanic durch. Ein Déjà-vu, das für Traun den 16. Meistertitel perfekt machte.

Dabei hätte sich das knapp vierstündige Duell in alle Richtungen entwickeln können. Wolfurt, Grunddurchgangssieger und vor eigenem Publikum hoch motiviert, stemmte sich mit aller Kraft gegen die neuerliche Entscheidung im allerletzten Moment.



Nach der 1:3-Niederlage im ersten Herrendoppel von Andraz Krapez/Miha Ivanic konterten Anna Hagspiel/Lena Rumpold im Damendoppel mit dem 3:0-Erfolg entschlossen. Es war ein Spiel auf Augenhöhe, getragen von Intensität, von Emotionen – und von der Überzeugung, dass heute alles möglich ist.
Die beiden Top-Einzel brachten keine Vorentscheidung: Andraz Krapez ließ mit einem 3:1-Erfolg gegen Gnedt erneut aufhorchen, während Fiona Scrinzi sich Muscala geschlagen geben musste. Als Hagspiel und Ivanic im Mixeddoppel Wolfurt mit 3:1 in Führung brachten, schien die Tür zum Titel plötzlich einen Spaltbreit offen.


Doch Traun blieb, was es seit Jahren ist: abgeklärt, effizient – und im entscheidenden Moment eiskalt. Zwei Einzelsiege gegen Ilija Nicolussi (1:3 gegen Niederhuber) und Rene Nichterwitz (2:3 gegen Pandele) drehten die Partie erneut, ehe Kilian Meusburger und Philip Birker mit großem Kampfgeist das 4:4 erzwangen. Wieder Golden Set – und wieder mit dem besseren Ende aufseiten von Traun. „Natürlich ärgert man sich im ersten Moment. Doch ich denke, wir haben alles versucht und gegeben und am Ende war das notwendige Quäntchen Glück leider nicht auf unserer Seite“, sagte Nationalteamspielerin Anna Hagspiel nach dem entscheidenden Ballwechsel. Worte, in denen verständlicherweise etwas Enttäuschung mitschwingt – aber auch Stolz.

Denn der Vorzeigeverein aus der Hofsteiggemeinde hat erneut bewiesen, dass es zur nationale Spitze gehört. Zwölf Podestplätze (2/4/6) in den letzten 15 Saisonen sprechen eine klare Sprache, darunter auch der Titel-Doppelpack 2016 und 2017. Und doch bleibt nach der dramatischen Finalserie das Gefühl, dass es diesmal nur Nuancen waren, die den Unterschied ausgemacht haben.