Neue Pächter: „Wir sind ein Wirtshaus, wie es früher war – ein Wirt, ein Winzer“

In Marul hat ein neues Pächterpaar das Gasthaus übernommen. Was hinter ihrem Konzept steckt.
Raggal Raggals einziges Gasthaus im Ortsteil Marul, das dem deutschen Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg gehört, hat nun ein neues Pächterpaar übernommen. James Monaghan und Katharina Müller-Monaghan führen seit Karfreitag das urige Gasthaus am Eingang ins Marultal.


Kennengelernt haben sich James und Katharina in der Propstei St. Gerold. Katharina war dort Servicechefin, James bewarb sich als Küchenchef. Als er Katharina sah, war für ihn klar, dass er den Job unbedingt wollte.

James und Katharina bringen viel Gastroerfahrung mit. Der Ire lebt seit 23 Jahren in Vorarlberg und war lange am Arlberg und im Montafon als Küchenchef tätig. Katharina hat Food-&-Beverage-Management gelernt und war bereits Restaurantleiterin. Es war schon immer ihr Traum, ein Gasthaus zu übernehmen.

Jede Woche andere Gerichte
„Wir haben Zeit und Herzblut hier reingesteckt. Jetzt ist es schön“, sagt James, der auf eine regionale und saisonale Küche setzt. „Die Gerichte wechseln jede Woche, sodass es mir nicht langweilig wird und den Gästen auch nicht.“

Die Küche ist gutbürgerlich-österreichisch geprägt und hat einen irischen Touch. So plant James auch eine irische Woche. Das eine oder andere One-Pot-Gericht, das typisch irisch ist, wird sich ebenfalls auf der Speisekarte finden.

„Wir sind ein Wirtshaus, wie es früher war: ein Wirt, ein Winzer“, sagt Katharina und erklärt, dass das Paar nur mit einer Winzerin aus Niederösterreich zusammenarbeitet. Verena Docker produziert nicht nur Wein, sondern auch Brände, Schnäpse und Liköre aus Marillen. Auch Marillennektar und Traubensaft beziehen Katharina und James von ihr.

Das neue Logo von d’Klause spiegelt das Paar wider: ein Weinglas, darin das Meer, die Berge und der Wald. „Wir lieben beide den Wein“, sagt Katharina, die ausgebildete Sommelière ist. Deshalb plant sie auch Weinabende und Weinverkostungen in d’Klause. Darüber hinaus wollen sie mit gemütlichen Musikabenden das Dorf beleben.

Bio und regional
Montag bis Freitag bieten sie ein Mittagsmenü an. Zudem gibt es eine kleine Karte, eine Abendkarte sowie eine Wochenendkarte. Die Gerichte sind bio und so regional wie möglich. Das Fleisch stammt von der Metzgerei Stark im Großen Walsertal, das Kalb direkt aus Marul, die Eier vom Windegger Hof sowie Käse und Butter von der Biosennerei. Gelegentlich gibt es Forellenfilet aus dem Bodensee.

Neben dem Gasthaus betreiben die beiden auch die zwei dazugehörigen Ferienappartements. Viel investieren mussten sie nicht mehr: neues Geschirr und Besteck sowie eine neue Kaffeemaschine. Sie legen großen Wert auf Nachhaltigkeit und haben daher Stoffhandtücher in den Toiletten ausgelegt sowie Besteckablagen auf den Tischen platziert, sodass nicht nach jedem Gang neues Besteck serviert wird.

Das Gasthaus bewirten sie hauptsächlich zu zweit. Montag und Dienstag sind Ruhetage. Mittwoch bis Samstag hat das Gasthaus von 11 bis 21 Uhr geöffnet, an Sonn- und Feiertagen von 10 bis 16 Uhr, in der Sommersaison länger. Um im Gasthaus zu speisen, ist keine Vorreservierung mehr erforderlich. Jeder ist willkommen, bekommt etwas zu essen und zu trinken und wird nicht weggeschickt.

