Geschafft! Mit toller Moral zum Klassenerhalt

Altach zeigt beim Remis in Graz eine Teamleistung der Extraklasse und jubelt über den Ligaverbleib.
Graz Es ist ein weiterer Meilenstein in der Altacher Clubgeschichte. Der bärenstarke Auftritt der Mannschaft von Cheftrainer Ognjen Zaric beim 2:2-Remis in Graz gegen den GAK. Es ist zugleich der vorzeitige Klassenerhalt. Die Mannschaft zeigte Moral, überzeugte kämpferisch und sorgte mit den beiden Toren für die spielerischen Höhepunkte in einer Partie die mehr an Wasserball, denn an Fußball erinnerte. Und die am Ende richtig spannend war.


Nur wenige Minuten, bevor die Mannschaften zum Aufwärmen den Stadionrasen betraten, verdunkelte sich der Himmel über Graz-Liebenau und ein Gewitterregen tränkte den Platz innerhalb weniger Minuten so stark, dass sich Wasserpfützen ansammelten. Die Teams mussten sich so auf völlig veränderte Gegebenheiten einstellen. Zumal die Regenfront während des Spiels nicht abziehen sollte.

Die letzten Sekunden vor dem Anpfiff holten die GAK-Spieler noch einmal ihre Fans ab und forderten Unterstützung ein. Und dann überraschte Altachs Srdjan Hrstic beim Anstoß mit einem Ball ins Aus, nahe der Grazer Eckfahne. Im gleichen Atemzug stürmten seine Mitspieler für ein frühes Pressing nach vorne. Schnell machten sich zudem die Wasserpfützen bemerkbar, sodass der Ball abwechselnd Fahrt aufnahm oder stecken blieb. An ein normales Fußballspiel war jedenfalls nicht zu denken. Gewandtheit und ein rasches Anpassen an eine unerwartete Situation waren jetzt gefragt. Auch der Unparteiische war in seinen Entscheidungen noch mehr gefordert.
Admiral Bundesliga
31. Spieltag
Grazer AK 1902 vs. SCR Altach 2:2 (0:1)
Graz, Stadion Liebenau, 7221 Zuschauer, SR Isa Simsek (W)
Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (a), 3:1 (h), 0:1 (a)
Torfolge: 37. 0:1 Greil, 59. 0:2 Demaku, 87. 1:2 Maderner, 90./+ 8 2:2 Satin
Gelbe Karten: 25. Milojevic (Altach/Foulspiel), 52. Schriebl (GAK/SR-Kritik), 63. Stolz (GAK/Unsportlichkeit), 77. Klassen, 81. Kreuzriegler (beide GAK/jeweils Foulspiel), 83. Harakate (GAK/SR-Kritik)
Grazer AK 1920 (3–5-2) Stolz – Owusu, Pines, Kreuzriegler – Italiano (82. Graf), Schriebl (62. Satin), Olesen (19. Koch), Lichtenberger (46. Hofleitner), Klassen – Grosse, Harakate
SCR Altach (3–4-3) Stojanovic – Milojevic, Zech, Jäger – Sandro Ingolitsch, Demaku (85. Gorgon), Bähre, Ouédraogo – Massombo, Hrstic (79. Diawara), Greil (73. Lukas Gugganig)

Die GAK-Anfangsoffensive wurde nach neun Minuten erstmals durch einen schnellen Konter der Altacher unterbrochen. Weil Patrick Greil die Situation gut erkannte und weil zielstrebig nach vorne gespielt wurde. Allein der letzte Pass von Bähre auf Hrstic misslang. Hrstic war es dann auch, der die erste wirklich gute Möglichkeit vorbereitete. Sein Ball in die Tiefe wurde von Greil übernommen, der 29-Jährige scheiterte im Abschluss jedoch an GAK-Keeper Franz Stolz (14.). Nur wenig später musste der Grazer Olesen wegen Übelkeit ausgewechselt werden (19.). Gleichzeitig ging in Innsbruck die WSG Tirol gegen BWL mit 1:0 in Führung, womit Altach und der GAK – Stand 17.19 Uhr – den Ligaverbleib in der Tasche hatten. Auch, weil SCRA-Torhüter Dejan Stojanovic bei einem wuchtigen Distanzschuss von Harakate stark reagierte (20.).
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Nicht verwunderlich, hatten beide Teams ihre Probleme mit den Platz-Gegebenheiten. Ein Fußballspiel war bei diesen Verhältnissen nicht möglich. Hinzu kam, dass sich Filip Milojevic die erste Gelbe Karte der Partie und seine fünfte in der Saison einhandelte. Damit ist der 21-Jährige für das Heimspiel gegen Ried gesperrt. Und dann trat einmal mehr Patrick Greil in Erscheinung. Mit einem Treffer aus dem Bilderbuch brachte er sein Altach in Front (37.). Nach einem Einwurf von Ouédraogo war es der SCRA-Stürmer, der sich den Ball erkämpfte und von der Seitenauslinie mit einem Kunstschuss Torhüter Stolz im Regen stehen ließ. Ein wahres Traumtor, das einmal mehr seinen Wert für die Mannschaft unter Beweis stellte.

Ohne Funkverbindung (vorerst) kein Spiel
Die zweite Halbzeit begann verspätet. Der Grund? Eine fehlende Funkverbindung. Und so mussten die Spieler noch einmal zurück in die Kabine, während sich ein Techniker um die Funkgeräte beim Schiedsrichtertrio kümmerte. Schließlich übergab der vierte Offizielle sein Gerät an den Headschiedsrichter Isa Simsek und mit 15-minütiger Verspätung ging es weiter.

Beide Mannschaften taten sich dann schwer, wieder den Rhythmus zu finden. Dafür wurde es hektisch, als Massombo (50.) über ein Foul in Rage geriet. Immer deutlicher wurde die Nervenanspannung spürbar. Viele Reklamationen, viele Zweikämpfe, nur Fußball wurde kaum mehr gespielt. Allerdings nahm der Druck des GAK zu, Altach hingegen wirkte ein wenig passiv. Zudem zeigte Greil nach 57 Minuten in Richtung SCRA-Bank an, dass er ausgewechselt werden möchte. Kurz berieten sich Zaric und Nuhiu – während auf dem Feld Vesel Demaku (26) für den nächsten Höhepunkt aus Altacher Sicht, für den zweiten Treffer sorgte (59.). War sein erster Schuss noch geblockt worden, so saß sein zweiter – direkt genommen aus gut 20 Metern.
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Der nächste Aufreger folgte in der 63. Minute: Ein Lochpass auf Harakate, Stojanovic kam richtig aus seinem Kasten, spielte den Ball, doch der GAK-Stürmer flog spektakulär über den SCRA-Tormann. Der Unparteiische entschied sofort auf Elfmeter und Gelb gegen Stojanovic. Der aber erregte sich über die Entscheidung, es entwickelte sich ein kleiner Tumult. Zudem griff der VAR ein – und nach Videostudium nahm der Referee sowohl den Strafstoß als auch die Verwarnung gegen Stojanovic zurück (65.).

Als sich die Aufregung langsam wieder legte, kam die erwartete Auswechslung von Greil. Für den Goalgetter kam Lukas Gugganig auf das Feld – und reihte sich in die Defensive ein (73.).
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Und die Abwehrreihe ließ kaum mehr etwas zu. Erst nach 87 Minuten war man im Strafraum erstmals unsortiert und so kam der GAK doch zum Anschlusstreffer. Der eingewechselte Daniel Maderner hatte aus kurzer Distanz getroffen. Die Grazer warfen nun alles nach vorne, suchten ihr Heil in totaler Offensive. Zumal die Nachspielzeit acht Minuten dauern sollte. Und wirklich: In der letzten Minute kassierte Altach noch den Ausgleich. Doch am Ende stand der Jubel über die Fixierung des Klassenerhalts.