Ein tränenreicher Glücksmoment

Springreiterin Katharina Rhomberg gewinnt erstmals bei einem Fünf-Sterne-Grand-Prix.
Lido di Camaiore Ein letzter Sprung, dann ein kurzer Blick auf die Anzeigetafel und schon geht die Siegesfaust nach oben. Es war ein Moment für die Geschichtsbücher. Denn Katharina Rhomberg beendete als erste Springreiterin aus Vorarlberg ein 5*-Grand-Prix-Turnier als Siegerin.

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“Im ersten Moment habe ich es wirklich nicht geglaubt, als ich die Eins aufleuchten sah”, erzählt die Dornbirnerin nach ihrer Rückkehr aus Italien. Es war ein Nachhausekommen mit Übergepäck, denn im Koffer befanden sich zusätzlich Glückshormone, großer Stolz über die gezeigte Leistung, auf die Performance ihres Olympiapferdes Colestus Cambridge sowie das Wissen, dass der Formaufbau für das WM-Jahr – 11. bis 23. August in Aachen – passt. “Es sind Tränen der Freude geflossen”, verrät die 33-Jährige.

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Erstmals wurde an der italienischen Riviera-Küste, nahe bei Lucca, der mit 309.000 Euro dotierte 5*-Grand-Prix ausgetragen. Ein Springen mit klingenden Namen im Teilnehmerfeld. So waren neben dem deutschen Europameister Richard Vogel mit Doppel-Weltmeister Henrik von Eckermann (SWE), EM-Team-Silbermedaillengewinner Simon Delestre oder dem niederländischen Routinier Harrie Smolders weitere Topleute am Start. Doch eine überstrahlte alle: Katharina Rhomberg, die das Stechen der sieben Besten gewann. Vier Reiter:innen beendeten dieses mit einem Null-Fehler-Ritt, doch Colestus Cambridge brachte die schnellste Zeit über die Ziellinie.

“Einfach mega”, lässt Rhomberg die Bilder vom Sonntag noch einmal Revue passieren und sie gesteht: Ein wenig sei sie vor dem Finaldurchgang, den sie als letzte Reiterin beschloss, schon nervös gewesen. “Es waren im Stechen viele schnelle Reiter dabei. Aber die Nervosität habe ich als positiv empfunden.” Das Selbstvertrauen hatte sie sich mit guten Vorstellungen bei den ersten Turnieren 2026 geholt. So belegte sie Mitte April beim GP von Gorla Minore, im Mai dann überzeugte sie mit einem vierten Platz beim traditionsreichen Großen Preis von Badenia vor ihrem Sieg in Lido di Camaiore. Die Turnierserie in Italien nutzte sie gezielt zur Vorbereitung auf die Saison: “Die Bedingungen waren ideal.” Zudem durfte sie sich über Nullrunden im Nationenpreis (Platz sechs im Team) von Mannheim freuen.

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Der Formaufbau in Richtung Weltmeisterschaft passt, ein Gefühl, das der Springreiterin zusätzliche Stärke vermittelt. “Die Pause über den Winter hat den Pferden richtig gutgetan”, blickt sie zurück. “Colli”, so nennt sie liebevoll ihren elfjährigen Schimmel, sei einfach der absolute Wahnsinn. “Er hat es sich absolut verdient”, schwärmte sie nach dem Siegesritt. Mit fehlerfreien 36,54 Sekunden unterbot sie die bis dahin schnellste Zeit von Abdulrahman Alrajhi (38,06). Der Saudi belegte schließlich Rang zwei vor dem Belgier Jérome Guery (39,24).


Auf Rhomberg warten nun intensive Monate bis zur WM. Schon in einer Woche steigt in Aachen das 5*-Sterne-“TSCHIO 2026”, quasi als Testlauf für die Weltmeisterschaft im August, Anfang Juni dann findet in St. Gallen das CSIO im Gründermoos statt. Für Rhomberg und ihre Pferde – Cuma 5 bzw. Colestus Cambridge – ist dies gefühlt das Heimturnier. Mit dem ersten 5*-Sieg rückt die Olympiastarterin von 2024 zudem den Top 100 in der Weltrangliste näher. Aktuell ist sie auf Platz 154 (Stand 30. April) zu finden.