Neuer Fokus im Museum Walsertal

Neuer Schwerpunkt „Gastfreundschaft“ und neue Leitung im Museum Großes Walsertal.
Sonntag Stetige Entwicklung und Veränderungen prägen das Museum Großes Walsertal in Sonntag. Das historische Doppelhaus mit Stall diente einst als Wohnhaus, Sennerei, Bäckerei und Gasthaus. Nun übernehmen Monika Martin aus Thüringen und Judith Nachbaur, die auf dem Faschinajoch lebt, die Leitung. Darauf wies Obmann Franz Ferdinand Türtscher in seiner Begrüßung zur Eröffnung des heurigen Schwerpunkts hin.

Monika Martin unterstützt das Museumsteam seit Jahren und arbeitete an verschiedenen Projekten mit. „Lebensgeschichten berühren, verbinden Menschen und geben Inspirationen.“ Judith Nachbaur hat mit dem Haus eine besondere persönliche Beziehung: „Ich wohne auf dem Faschinajoch und bin meiner Heimat eng verbunden. Bei unseren Führungen spannen wir im Elternhaus meines Vaters den Bogen von der Vergangenheit mit der Gegenwart um den Zusammenhalt zu zeigen.“

Unter dem Titel „Gastfreundschaft“ ergänzt ein neuer Schwerpunkt die Ausstellung „Leben in Extremlagen“. Verschiedene Themenfelder und ein umfassendes Veranstaltungsprogramm machen diesen erlebbar. Die Erweiterung der Dauerausstellung zeigt, wie und warum sich die Menschen im Tal an gesellschaftliche Veränderungen angepasst haben.

Im Anschluss diskutierten die Gäste unter der Leitung von Dietmar Nigsch über die Rolle des Tourismus. Dabei wurde deutlich, dass dieser eine wichtige Grundlage bildet, jedoch nicht um jeden Preis erfolgen darf. Der schonungsvolle Umgang mit der Natur orientiert sich an den Vorgaben des Biosphärenparks. Nigsch betonte, Gastfreundschaft bedeute mehr als wirtschaftlichen Erfolg: „Es heißt auch, fremde und eigene Wertvorstellungen zu respektieren und zu bewahren.”

Regio-Obfrau Andrea Schwarzmann ergänzte: „Auch die Gesellschaft im Tal verändert sich. Die Begegnung mit den Gästen führt zu einer geistigen und wirtschaftlichen Öffnung. Die Infrastruktur kann verbessert werden und die Abwanderung wird gestoppt.“
Eine Pinwand lädt Besucher ein, Eindrücke und Kommentare zu hinterlassen und so zur Weiterentwicklung der Ausstellung beizutragen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Stubenmusik mit Rudolf Domig und Ruth Schneider, dazu gab es ein Walserbuffet. HAB

