Entscheidung nach Penalty-Krimi

Burschen des PG Mehrerau und Mädchen der SMS Nüziders holen die Titel in der Fußball-Schülerliga.
Nenzing Es war ein Fußballfest, wie es Vorarlbergs Nachwuchsfußball nur selten erlebt. Der 49. Finaltag der Sparkassen-Schülerliga in Nenzing bot Emotionen, Spannung und unvergessliche Momente bis zur letzten Sekunde. Sowohl bei den Burschen als auch bei den Mädchen musste die Entscheidung erst im Achtmeterschießen fallen. Am Ende jubelten das PG Mehrerau und die SMS Nüziders über die begehrten Landestitel.


Im Finale der Burschen setzte sich das Privatgymnasium Mehrerau mit 5:3 nach Achtmeterschießen gegen die SMS Rankweil durch und holte damit bereits den neunten Landesmeistertitel der Schulgeschichte. Auch im vierten direkten Finalduell gegen die Rankler behielt die Mannschaft von Trainer Florian Prirsch knapp die Oberhand.

Die Partie entwickelte sich von Beginn an zu einem echten Nervenspiel. Rankweil ging gleich zweimal in Führung. Fabio Türtscher, Sohn des früheren Altach-Spielers Marko Türtscher, brachte die Oberländer jeweils in Front. Doch Mehrerau fand immer die passende Antwort. Zunächst glich Moritz Oberwaditzer, Bruder des ehemaligen Austria-Lustenau-Profis Felix Oberwaditzer, zum 1:1 aus, ehe Leo Blasch später auch noch das 2:2 erzielte.

Die Entscheidung lag mehrfach in der Luft. Rankweils Luka Sinik hatte großes Pech, als er in der 35. Minute nur die Querlatte traf. Auf der anderen Seite vergaben Oberwaditzer und Rubner in der regulären Spielzeit die Matchbälle für Mehrerau. So musste das Achtmeterschießen entscheiden – und dort avancierte PG-Goalie Sven Messmer zum Matchwinner. Er hielt einen entscheidenden Versuch der Rankweiler und ebnete damit den Weg zum Titelgewinn.

„Wir hätten die Partie schon in der regulären Spielzeit für uns entscheiden müssen“, sagte Mehrerau-Trainer Florian Prirsch.

Torfrau mit Entscheidung
Nicht weniger dramatisch verlief das Mädchenfinale zwischen der SMS Nüziders und der MS Dornbirn Baumgarten. Auch dort musste ein Achtmeterschießen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Die Walgauerinnen behielten schließlich die Nerven und sicherten sich mit einem 6:5-Erfolg ihren ersten Landesmeistertitel im Mädchenfußball. Den entscheidenden Elfer verwandelte Torfrau Elina Klotz.

Dornbirn Baumgarten zeigte vor allem offensiv starke Szenen. Miriam Bröll schnürte einen Doppelpack, dazu traf auch LAZ-Spielerin Lilian de Lima Silva für die Messestädterinnen. Nüziders hielt jedoch mit großem Kampfgeist dagegen. Leni Grass erzielte zwei Treffer, außerdem war Nea Grabher erfolgreich.

Im alles entscheidenden Achtmeterschießen bewies die SMS Nüziders schließlich die besseren Nerven. Während die Walgauerinnen nur einen Versuch vergaben, scheiterten die Dornbirnerinnen zweimal. Besonders bitter: Bereits im Vorjahr hatte Dornbirn Baumgarten das Endspiel erst im Elfmeterschießen verloren.

Die beiden Finalspiele zeigten eindrucksvoll, mit welcher Leidenschaft und Qualität Nachwuchsfußball in Vorarlberg gespielt wird. Zwei Endspiele, zwei Elferdramen und unzählige emotionale Szenen sorgten in Nenzing für einen Finaltag, der den Spielern, Trainern und Fans noch lange in Erinnerung bleiben wird. VN-TK
















Die Mädchen der SMS Nüziders vertreten Vorarlberg von 21. bis 24. Juni bei den Bundesmeisterschaften in Traun (OÖ), das PG Mehrerau fährt von 27. Juni bis 1. Juli zum nationalen Championat nach Fürstenfeld in die Steiermark. VN-TK