Josef Stark sucht Hobby-Landwirte in Feldkirch

Menschen / 30.05.2026 • 05:00 Uhr
Josef Stark sucht Hobby-Landwirte in Feldkirch
Das neue Modell von Josef Stark ist noch sehr flexibel und richtet sich nach den Bedürfnissen der Menschen, die mitmachen wollen. VN

Der Traum von mehr Zeit in der Natur, dem Anbau von eigenem Gemüse und einem starken Gemeinschaftsgefühl kann hier Wirklichkeit werden.

Feldkirch „Wenn ich meine Felder verpachte, sind sie in zwei Jahren kaputt, weil sie nicht ökologisch, sondern industriell mit Kunstdünger bewirtschaftet werden würden“, sagt Josef Stark (77) vom Biohof Nofels. Er und seine Partnerin Ruth Grabher (62) sind mittlerweile in Pension und möchten ihre Landwirtschaft in die Hände einer Solidarischen Landwirtschaft (Solawi) legen. „Dafür braucht es Menschen, die flexibel sind, idealerweise Erfahrung mitbringen und sich mit voller Leidenschaft einbringen“, sagt Stark.  

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Mitglieder gesucht

Die Solawi in Nofels wurde Ende Jänner gegründet und zählt bereits 33 Mitglieder. Mitgliedsbeiträge werden allerdings noch keine eingehoben, da viele Rahmenbedingungen erst geklärt werden müssen. Sicher ist jedoch, dass es noch mehr Mitglieder bräuchte. „Wir bewirtschaften mit der Solawi-Gemeinschaft aktuell einen halben Hektar Anbaufläche. Eigentlich hätten wir aber vier Hektar zu bewirtschaften“, erzählt Stark. Es gäbe Bedarf an verschiedensten Tätigkeiten, vom Anbau und der Maschinenarbeit bis hin zur Organisation und Verwaltung.

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Josef Stark hat verschiedene Ideen, wie sich die solidarische Landwirtschaft auf seinem Hof gestalten könnte.VN

Bei einer Solawi beteiligen sich die Mitglieder an den Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs und erhalten dafür regelmäßig frische Produkte direkt vom Feld. Gleichzeitig können sie sich aktiv in die Arbeit einbringen. „Aber jede Solawi ist anders“, erklärt Stark. Er kann sich sowohl ein Modell vorstellen, bei dem die Mitglieder Kosten und Arbeit gleichwertig aufteilen, als auch eines, bei dem eine hauptberuflich angestellte Person den Hof bewirtschaftet und dabei auf die Unterstützung der Gemeinschaft zählen kann.

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Aktuell bewirtschaften die Solawi-Mitglieder nur einen halben Hektar. VN
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Einiges kann schon geerntet werden. VN

Eines der bestehenden Mitglieder ist Erich Molitor (65). Er war früher in der Autoindustrie tätig und sieht in der Solawi die Chance, Neues zu lernen und Teil einer Gemeinschaft zu sein. „Es ist sehr schön, die Natur wieder zu ‚be-greifen‘“, schildert der Deutsche, der in der Schweizer Gemeinde Sennwald wohnt. „Aber man muss flexibel sein, denn die Natur gibt dir die Termine vor.“

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Erich Molitor betont, dass der Aufbau einer Solawi Geduld erfordert, da eine Gemeinschaft erst zusammenwachsen muss. VN
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Erich Molitor beim Entfernen der Kartoffelkäfer.

Am liebsten würde Stark die gesamte Landwirtschaft mit den Feldern, Schafen, Hühnern und dem Demeter-Hofladen an die Solawi-Gemeinschaft abgeben. „Aber dafür braucht es eine gute Vertrauensbasis.“ Wie es schlussendlich gemacht wird, kommt auf die Personen an, die sich beteiligen. „Bei der Solawi geht es um Selbstgestaltung und Selbstorganisation“, beschreibt der Feldkircher. „So ein Mitmach-Modell formt sich nach und nach.“

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Die Arbeit auf dem Feld kann sehr anstrengend sein. VN

Voraussetzungen

Stark und Grabher suchen nicht nur irgendwelche Mitglieder, sondern Menschen, die ihre Vorstellungen von nachhaltiger Landwirtschaft teilen. Sie stehen der konventionellen Landwirtschaft, die von großen Erntemengen abhängig ist, kritisch gegenüber. „Wir arbeiten derzeit nach den Prinzipien der Kreislaufwirtschaft und nach den strengen Demeter-Richtlinien, die weit über die EU-Bio-Standards hinausgehen. Diese Grundsätze sollen auch in einer Solawi weitergeführt werden“, betont Stark. Er möchte die Qualität seiner Böden unbedingt beibehalten. „Meine ganze Lebensenergie und mein Herzblut stecken in dieser Landwirtschaft.“  

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Josef Starks Partnerin Ruth Grabher bei der Arbeit in der Hitze. VN/Grundner
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Aktuell gibt es viele Kartoffelkäfer, die ihre orange-gelben Eier auf die Unterseite von Kartoffelblättern legen. Diese müssen für eine gute Ernte entfernt werden. VN

Der gelernte Maschinenbauer hat insgesamt mehrere Jahre lang im Ausland verbracht und ganz andere Lebensweisen kennengelernt. Zum Beispiel lebte er mit Ureinwohnern in Peru auf über 4000 Metern zusammen. „In unserer Gesellschaft gibt es oft ein starkes wirtschaftliches und ökologisches Ungleichgewicht“, sagt er. „Vielleicht lernen die Menschen durch so eine Solawi wieder selbstständig aus der Natur zu leben und sie auf eine neue Art und Weise zu genießen.“

Interessierte können sich bei Josef Stark melden: bevorzugt per E-Mail unter jostark.biohof@inode.at oder schriftlich per WhatsApp unter 0650 460 35 56.  

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Josef Stark legt viel Wert auf eine nachhaltige Landwirtschaft.VN

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