Neun Minuten nach dem Comeback folgt der nächste Kreuzband-Schock

Nach über einem Jahr Pause endet die Rückkehr mit einer schweren Verletzung.
Raggal Für Carmen Erhart hätte es der schönste Moment einer langen Leidenszeit werden sollen. Mehr als ein Jahr hatte die 20-jährige Großwalsertalerin aus Raggal auf diesen Tag hingearbeitet. Nach ihrem Kreuzbandriss kämpfte sich die Mittelfeldspielerin von FC RW Rankweil mit unzähligen Reha-Einheiten, Trainingsstunden und großer Geduld sowie viel Willen zurück auf den Fußballplatz. Im letzten Meisterschaftsspiel der Saison 2025/26 gegen den Grazer AK auf der Rankweiler Gastra sollte endlich das langersehnte Comeback folgen. Doch das Schicksal hatte andere Pläne.
Gerade einmal neun Minuten dauerte die Rückkehr der talentierten Großwalsertalerin. Nach einem Zweikampf mit Fremdeinwirkung einer Spielerin aus der Steiermarkt blieb Erhart minutenlang mit großen Schmerzen im Hauptspielfeld liegen. Schnell wurde klar, dass die Situation schwerwiegender sein könnte. Wenig später bestätigte sich die schlimmste Befürchtung: Die Rankweil-Spielerin zog sich erneut einen Kreuzbandriss zu – diesmal im anderen Knie. Mittlerweile wurde die 20-Jährige bereits im Krankenhaus operiert, die Reha wurde schon gestartet.

Für Erhart ist diese Diagnose besonders bitter. Über Monate hinweg arbeitete sie konsequent an ihrer Rückkehr, ließ sich von Rückschlägen nicht entmutigen und freute sich darauf, ihrem Team im Kampf um den Klassenerhalt noch helfen zu können. Wer ihren Weg in den vergangenen Monaten verfolgt hat, weiß, wie groß die Vorfreude auf diesen Moment gewesen war. Umso schmerzhafter ist nun die Tatsache, dass der Traum vom erfolgreichen Comeback bereits nach wenigen Minuten wieder beendet wurde.
Seit fünfeinhalb Jahren trägt Erhart das Trikot von RW Rankweil und zählt dort zu den wichtigsten Spielerinnen. Lediglich für ein halbes Jahr verließ sie den Verein, als sie beim damaligen Bundesligisten FC Dornbirn unter Vertrag stand. Für die erste Mannschaft kam sie dabei zu einem Kurzeinsatz von sieben Minuten, den Großteil ihrer Spielpraxis sammelte sie im Future Team von Dornbirn/Lustenau. Anschließend kehrte sie nach Rankweil zurück und entwickelte sich dort zu einer Leistungsträgerin im Mittelfeld. Mit Rankweil stehen schon Meistertitel und Cuptriumphe auf der Habenseite.
Nun steht die junge Kickerin erneut vor einer langen und kräftezehrenden Rehabilitationsphase. Der zweite Kreuzbandriss innerhalb kürzester Zeit ist nicht nur körperlich, sondern auch mental eine enorme Belastung. Dennoch gibt es Gründe für Zuversicht. Erhart ist erst 20 Jahre jung, verfügt über große fußballerische Qualität und hat bereits einmal bewiesen, mit welcher Entschlossenheit sie sich zurückkämpfen kann.
Der Weg zurück auf den Platz wird erneut viele Monate dauern. Doch wer Carmen Erhart kennt, weiß, dass Aufgeben für sie keine Option ist. Auch wenn dieser neuerliche Rückschlag verdammt weh tut, dürfte die Geschichte der talentierten Großwalsertalerin im Vorarlberger Fußball noch lange nicht zu Ende geschrieben sein. VN-TK