Zwischen Nervenkitzel, Torschrei und Ekstase

Im Spannrahmen in Hard war das WM-Feeling der österreichischen Fans präsent.
Hard Es ist 5.15 Uhr am Mittwoch, die Nacht weicht langsam, der Tag startet. Doch in Hard herrscht schon reges Treiben. Vor dem Eingang zum Spannrahmen stehen Fußballanhänger in Österreich-Dressen, um das erste WM-Spiel des rot-weiß-roten Teams nach 28 Jahren live auf einer Riesenleinwand mitzuverfolgen.


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Selbst Organisator Heinz Fuchsbichler ist überrascht vom Ansturm. “Gegen Argentinien ist schon fast ausverkauft, da gibt es nur noch Restkarten. Dass heute so viele dabei sind, freut mich für den österreichischen Fußball.”
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Im Saal selbst herrscht von Beginn an beste Stimmung. Die Fans zeigen keine Müdigkeit, genießen das “All-you-can-eat”-Frühstücksbuffet und stimmen sich in Gruppen auf das Spiel ein. Kurz nach 6 Uhr pfeift SR Dahane Beida die Partie an – und damit steigt die Spannung. Österreich übernimmt sofort das Kommando im Stadion der 49ers in San Francisco. Und in Hard gehen die Fans mit: “Ahhh”, “ohhh” und Hände in der Höhe. Mehr geht nicht. Die Fans im Ländle sind voll dabei.
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Nach 20 Minuten bebt dann der Saal. Romano Schmid schießt Österreich in Führung. Sein Schuss aus gut 20 Metern schlägt im rechten Kreuzeck ein. In Santa Clara jubelt das gesamte ÖFB-Team und in Hard herrscht beste Stimmung. Schmid ist damit nach Vastic der zweite Teamspieler, der sowohl bei der EURO als auch bei einer WM traf.
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Nur wenig später dann erstmals Bangen, als die Jordanier die Torumrandung treffen (22.) und dann Rot-Weiß-Rot bei einer Doppelchance des Gegners im Glück sind.
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Und dann plötzlich der Schock in Form eines Gegentreffers. War zur Pause noch Euphorie spürbar, angesichts der Einwechslung von Marko Arnautovic, so herrschte nach 50 Spielminuten erstmals Ruhe in Hard. Einen Konter von Jordanien schloss Ali Owan mit einem herzhaften Schuss ins lange Eck ab. Der 28. Treffer des Jordaniers sorgte beim Public Viewing für den ersten Schockmoment, während auf der großen Leinwand Österreichs Gegenspieler das Tor mit Küssen des Rasens feierten.

Und dann die 58. Minuten, als mit dem in Dornbirn geborenen Paul Wanner einer der Jungen eingewechselt wurde. Der Sohn des Ex-Hard-Spieler Klaus Wanner hatte sich im Vorfeld nach einiger Zeit in den deutschen Nachwuchsteams für das ÖFB-Team entschieden – und damit für die Heimat seiner Mutter. Der 20-Jährige ist damit nach Bruno Pezzey der erst zweite Spieler mit Vorarlberger Wurzeln, der ein WM-Spiel bestreitet.

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Der zweite Schockmoment passierte nach 70 Minuten, als ein Treffer von Marko Arnautovic wegen eines Handspiels von Stefan Posch nach VAR-Entscheid aberkannt wurde.
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Die “Rache” folgte nur wenige Minuten später in Person von Arnautovic. Nach einem hohen Ball war der 37-Jährige, seit der Auswechslung von David Alaba mit der Kapitänsbinde spielend, wieder mit dem Kopf zur Stelle und erzwang so das Eigentor von Jordaniens Yazan al-Arab (77.).

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Zehn Minuten dauerte die Nachspielzeit, die mit einem dritten Tor versüßt wurde. Danach leerte sich der Spannrahmen sehr schnell, auf die meisten wartete ein Arbeitstag. Nur nicht für Lisa und Corinna, die hatten extra frei genommen – und werden am Montag beim Spiel gegen Argentinien wieder vor Ort sein.
