Statt Freibad und Party: Dieser 16-Jährige arbeitet und trainiert fast die ganzen Sommerferien lang

Jakob Eberhart rannte wegen einer Wette dreimal hintereinander auf den Pfänder und ging sogar einmal heimlich laufen. Was ihn antreibt und von anderen abhebt.
Hard Jakob Eberharts Ferienpläne sind unüblich. Der 16-Jährige wird fast die gesamte Zeit arbeiten und in Trainingslagern verbringen. Denn Sport ist seine große Leidenschaft. „Bei den Vorbereitungen für meinen jüngsten Halbmarathon hat mich meine Mutter immer wieder gebremst, weil sie fand, dass ich zu viel trainiere. Dann bin ich sogar einmal heimlich laufen gegangen“, erzählt der Harder schmunzelnd.

Lauffieber
Vor drei Jahren stieg Jakob in das Laufteam seiner Schule ein, das regelmäßig beim Vienna City Marathon teilnahm. 2024 lief er bei der Veranstaltung erstmals mit. „Aber nur die fünf Kilometer und das war mir zu wenig“, sagt er. „2025 lief ich dort als einer der Ersten meiner Schule die Halbmarathon-Distanz.“ Und schon dieses Jahr im April schaffte er es beim Halbmarathon des Vienna City Marathons auf den zweiten Platz in seiner Altersklasse U18, in der er aktuell zu den jüngsten Teilnehmern zählt. „Ich hatte eine Zeit von einer Stunde und 25 Minuten. Nächstes Jahr will ich Erster sein.“

Als Vorbereitung auf den jüngsten Halbmarathon stand vier- bis fünfmal pro Woche Lauftraining auf dem Programm. Insgesamt lief er dabei von Jänner bis April knapp 500 Kilometer. Doch eigentlich ist die Zahl noch höher. Denn die Fußballtrainings und Matches sind noch nicht darin enthalten. „Manchmal ging ich vor oder nach dem Fußballtraining laufen“, beschreibt Jakob, der aktuell die Höhere Lehranstalt für Landwirtschaft in Hohenems besucht.


Wette mit der Mutter
Jakobs Vater lief früher ebenfalls Halbmarathons. „Er war verblüfft, als ich bei meinem ersten gleich 17 Minuten schneller war als seine damalige Bestzeit.“ Spätestens im Mai überzeugte er auch seine Mutter von seinem Können: „Sie wusste, dass ich gut in der Distanz bin. Aber sie sagte, dass ich niemals 2000 Höhenmeter laufen könnte.“ Das ließ sich der Sportler nicht zweimal sagen. Also wettete er mit seiner Mutter um eine Tafel Schokolade.
Schlussendlich lief er dreimal hintereinander auf den Pfänder. „Ich habe drei Stunden und 15 Minuten gebraucht, wobei ich oben immer fünf Minuten Pause gemacht habe.“ Noch nie hatte er einen so fordernden Lauf absolviert. „Meine Mutter war schockiert, aber auch begeistert“, meint er grinsend. Normalerweise hält sich Jakob jedoch an die Vorgabe seines Trainers vom Marathon Team Fussach, seine Knie in so jungen Jahren noch nicht zu stark zu belasten.

Außergewöhnliche Sommerpläne
Langfristig hat sich Jakob vorgenommen, bei einem Ironman mitzumachen. Für den prestigeträchtigen Langdistanz-Triathlon beginnt er bereits jetzt mit einer leichten Umgestaltung seines Trainings. Zum Beispiel wird er bei seinem Trainingslager im Juli viel am Rad sitzen: „Zwei Tage nach Schulschluss werde ich zu meinem Onkel nach Kanada fliegen und von dort aus zu den täglichen Trainings fahren: jeweils eine Woche laufen, rudern und Rad fahren.“
Anschließend wird er ein privates Trainingslager bei einem anderen Onkel in Kärnten absolvieren. „Er ist ein sehr guter Läufer. Bei ihm wird das Training erst richtig hart“, weiß Jakob schon jetzt. Zweimal täglich wird gelaufen und zusätzlich gibt es tägliche Work-outs. Sein Onkel ist neben dem deutschen Extremsportler Arda Saatci eines von Jakobs Vorbildern.

Als wäre das noch nicht genug Programm, wird der junge Läufer im August drei Wochen lang bei seinen Großeltern als Erntehelfer arbeiten. Erst in der letzten Ferienwoche gönnt er sich einen klassischen einwöchigen Familienurlaub in Kroatien. Aber auch dort wird der Harder selbstverständlich laufen gehen.

Zur Person
Jakob Eberhart, junger Langstreckenläufer
- Geboren: 25.05.2010
- Wohnort: Hard
- Ausbildung: Höhere Lehranstalt für Landwirtschaft
- Familie: Zwei Geschwister
- Hobbys: Laufen, Fußballspielen, Schwimmen, Radfahren – generell Sport