Premierentitel und Erfolgstrainerin

Katharina Rhomberg gewinnt Staatsmeistertitel und freut sich über ÖM-Medaillen ihrer Schützlinge Meusburger und Mähr.
Ebreichsdorf Die internationale Karriere von Katharina Rhomberg ist längst beeindruckend. Die Dornbirner Springreiterin gewann 2023 EM-Bronze, feierte bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris ihr Debüt und sorgte Mitte Mai mit ihrem ersten Sieg in einem Fünf-Sterne-Grand-Prix für einen weiteren Meilenstein. Auf ihrer persönlichen Wunschliste fehlte allerdings noch ein Titel: jener der Österreichischen Staatsmeisterin. Diesen Wunsch erfüllte sich die 33-Jährige nun bei den nationalen Titelkämpfen in der Comer City in Ebreichsdorf in Niederösterreich.

„Wunderschönes Erlebnis“
Die Staatsmeisterschaft wurde über drei Tage und insgesamt drei Runden ausgetragen. Die Teilnehmer:innen hatten dabei Hindernisse mit einer Höhe von bis zu 150 Zentimetern zu überwinden. Das Finale wurde bei hochsommerlichen Temperaturen zu einer besonderen Herausforderung. Nach Rang fünf im ersten Teilbewerb, einer Zeitspringprüfung über 145 Zentimeter, arbeitete sich Rhomberg mit ihrer erst neunjährigen Stute Cassina Schritt für Schritt nach vorn. Im zweiten Teilbewerb über 150 Zentimeter blieb sie als einzige Reiterin ohne Abwurf und musste lediglich 0,25 Fehlerpunkte wegen einer Zeitüberschreitung hinnehmen.

Für das große Finale qualifizierten sich sieben Reiter:innen, die in umgekehrter Reihenfolge des Zwischenstandes antraten. Rhomberg und Cassina gingen als letztes Paar in den entscheidenden Umlauf und konnten sich sogar einen Abwurf leisten. Genau dieser unterlief dem Duo zwar, dennoch reichte es am Ende souverän zum Titelgewinn. Zu den 3,54 Fehlerpunkten aus den Vorrunden kamen vier weitere hinzu. Mit insgesamt 7,54 Punkten sicherte sich die Dornbirnerin ihren ersten Staatsmeistertitel. Silber ging mit einem Rückstand von 1,02 Punkten an den Wiener Jörg Domingo, Bronze an die Oberösterreicherin Antonia Weixelbaum mit 9,27 Fehlerpunkten.

„Ich bin ohne Erwartungen hergekommen, da ich ein Nachwuchspferd dabeihatte. Cassina ist jeden Tag besser geworden. Es ist ein wunderschönes Erlebnis, einmal Staatsmeisterin zu werden“, freute sich Rhomberg im Gespräch mit EQWO.net.

Ausschlaggebend für ihre Teilnahme seien neben dem passenden Termin die verbesserten Bedingungen in der Comer City gewesen. Gleichzeitig richtete sie einen Appell an die heimische Springsportszene: „Wir müssen versuchen, wieder mehr Reiter:innen dazu zu bewegen, an der Staatsmeisterschaft teilzunehmen und dass der Titel wieder mehr Ansehen bekommt.“

Gold, Silber und Bronze
Grund zur Freude hatte am Wochenende auch der Vorarlberger Nachwuchs. Florina Meusburger vom CRV Dornbirn gewann in der Klasse Junioren Kleine Tour mit ihrer Stute Kiki 10 die Goldmedaille. Die 14-Jährige verzeichnete im ersten Teilbewerb lediglich einen Abwurf, blieb danach als einzige Teilnehmerin fehlerfrei und erzielte die schnellste Zeit. Die ersten Verfolgerinnen lagen bereits 6,5 beziehungsweise acht Punkte zurück.


Beinahe hätte Meusburger sogar eine zweite Medaille gewonnen. In der Pony-Kategorie lag sie mit ihrem Wallach Kinean nach dem ersten Teilbewerb auf Rang zwei und damit auf Podestkurs. Eine zweimalige Verweigerung ihres Pferdes im zweiten Umlauf führte jedoch zur Disqualifikation. Einen weiteren Medaillengewinn gab es dennoch: Gemeinsam mit drei Reiterinnen aus Salzburg sicherte sich Meusburger Bronze in der Teamwertung.

Für das dritte Vorarlberger Edelmetall sorgte Elisa Mähr vom RV Birkenhof. In der mit 28 Teilnehmer:innen größten Kategorie, der Kleinen Tour, erreichte sie mit ihrer Stute Milky Bay den Vizemeistertitel. Nach erfolgreicher Qualifikation für das Stechen musste sie dort zwar einen Abwurf hinnehmen, verpasste Gold mit einer Zeit von 44,84 Sekunden aber lediglich um 0,25 Sekunden.


Für Rhomberg endete das nationale Championat damit gleich doppelt erfolgreich: Gold für sie selbst und Edelmetall für ihre Schützlinge. Neben Meusburger und Mähr gewann die gebürtige Vorarlbergerin und für Salzburg startende Savannah Birk Gold in der U25-Klasse und Livia Schranz (NÖ) wurde Meisterin in der Children-Klasse.