Kunstforum Montafon feiert Jubiläum

Heimat / 29.06.2026 • 09:53 Uhr
Künstlerin Carmen Pfanner, Andreas Neuhauser (Illwerke VKW), Künstler Johannes Ludescher, Illwerke-VKW-Vorstandsmitglied Gerd Wegeler, Künstlerin Ruth Schnell, Künstlerin Maria Anwander, Kunstforum-Montafon-Obfrau Dagmar Lang, Künstler Hubert Lampert und der künstlerische Leiter des Kunstforum Montafon, Roland Haas (v. l.).
Künstlerin Carmen Pfanner, Andreas Neuhauser (Illwerke VKW), Künstler Johannes Ludescher, Illwerke-VKW-Vorstandsmitglied Gerd Wegeler, Künstlerin Ruth Schnell, Künstlerin Maria Anwander, Kunstforum-Montafon-Obfrau Dagmar Lang, Künstler Hubert Lampert und der künstlerische Leiter des Kunstforum Montafon, Roland Haas (v. l.).Gerhard Scopoli

Prominent besetzt ist die jüngst eröffnete Sommerausstellung 2026 des KFM in Schruns.

Schruns Den Titel “FILTER 2.0” trägt die jüngst eröffnete Sommerausstellung des vor 30 Jahren gegründeten Kunstforum Montafon (KFM). In der Kronengasse 6 werden Arbeiten von Maria Anwander, Veronika Dirnhofer, Melanie Ebenhoch, Hubert Lampert, Johannes Ludescher, Carmen Pfanner und Ruth Schnell gezeigt. Kurator Roland Haas wird am Samstag, dem 20. Juni, um 18 Uhr (!) durch die Ausstellung führen. “In unseren angenehm kühlen Räumen können Sie sich entspannt auf die Kunstwerke einlassen”, meldete das KFM-Sekretariat am Freitag mit einem Augenzwinkern.

Roland Haas und Hubert Lampert im Vordergrund des Bildes
Roland Haas und Hubert Lampert im Vordergrund des Bildes

Maria Anwander nimmt eine feministische Sichtweise auf die Kunstgeschichte ein. In einer ihrer Arbeiten spielt sie darauf an, dass Künstlerinnen bei der Familiengründung fast immer mit Karriereeinbrüchen konfrontiert waren. Während ihrer Artist Residency in Mexico City reiste sie für eine andere Arbeit durch Oaxaca, wo sie nach einem geeigneten Felsbrocken für eine Installation suchte. Sie stattete einen uralten Stein mit technologisch anmutenden Flügeln aus Solarzellen aus.

Gut besucht war die Vernissage
Gut besucht war die Vernissage “FILTER 2.0” im Kunstforum Montafon in Schruns, Kronengasse 6 (“Alte Lodenfabrik”).

Diese Intervention verwandelte das archaische Fundstück in eine Hybridskulptur – an die zahlreichen Satelliten in der Erdumlaufbahn erinnernd. Maria Anwanders Auseinandersetzung mit Weltraum und Natur entspringt ihrer Faszination für Meteoriten und der Geschichte eines Buben – ihres schon verstorbenen Bruders. Als Kind hatte dieser den Fall eines Meteoriten miterlebt und diesen mit heimgenommen.

Ruth Schnell im Gespräch mit Roland Haas; rechts im Bild: Dagmar Lang, Obfrau des Kunstforum Montafon.
Ruth Schnell im Gespräch mit Roland Haas; rechts im Bild: Dagmar Lang, Obfrau des Kunstforum Montafon.

Auf arthouse.at zitiert Elsy Lahner Veronika Dirnhofer: “Meine Bilder wurden immer abstrakter, aber mein Tun immer konkreter. Eventuell brauche ich die Projektionsfläche des Bildes nun nicht mehr, obwohl immer noch die Bildproduktion am Ende steht. Aber als etwas Widerständiges, Wildes, Freies.” An der Schnittstelle von Malerei, Skulptur und Installation arbeitet Melanie Ebenhoch. Sie greift verschiedene Bereiche von Kunst, Film, Psychoanalyse und Architektur auf und nutzt optische Täuschungen und kinematografische Darstellungen, um durch Momente der Irritation, Unterbrechungen und Verzögerungen die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen, zu hinterfragen.

Galerist Simeon Brugger, Illwerke-VKW-Vorstandsmitglied Gerd Wegeler und Andreas Neuhauser, ebenfalls Illwerke VKW.
Galerist Simeon Brugger, Illwerke-VKW-Vorstandsmitglied Gerd Wegeler und Andreas Neuhauser, ebenfalls Illwerke VKW.

Erste Werke Hubert Lamperts – wie Mobiles, Objekte und Klangmaschinen – entstanden bereits während seiner Arbeit als gelernter Werkzeugmacher und Prototypenbauer. Im Jahr 1988 wurde er freischaffender Künstler. Seine Werke stecken voller spielerischem Ideenreichtum. Johannes Ludescher fertigt seit Jahren “mit größter Sorgfalt Simulacren von Findlingen, die in Wirklichkeit tausendfache Vergrößerungen vorgefundener Gebirgssteine sind”, so Roland Jörg.

Ausgehend von dem Gedanken, “dass in der Kunst Gegenstände erschaffen werden, die nicht für etwas stehen, sondern in der Vorstellung des Betrachters als etwas erscheinen, orientieren sich meine Arbeiten an dem Begriff des Aggregats. Die Energietransformation in einem Kraftwerk – und möglicherweise ist das Generieren von Kunst an sich eine Kraftwerksarbeit anderer Art – findet ihre Fortführung im übertragenen Sinn”, sagt Carmen Pfanner. Auf digitale 3D-Modelle von Drahtkörpern konzentrieren sich die neuen Arbeiten von Ruth Schnell. Sie entstanden mithilfe eines KI-gestützten Programms, das an der ETH Zürich entwickelt wurde. Das Programm generiert aus zwei Begriffen oder Bildern eine gemeinsame, dreidimensionale Form, die je nach Blickwinkel unterschiedliche Motive und Bedeutungen hervorbringt. SCO

Öffnungszeiten im Kunstforum Montafon: Mittwoch bis Freitag und Sonntag von 16 bis 18 Uhr. Der Eitnritt ist frei.

Roland Haas und Hubert Lampert im Gespräch
Roland Haas und Hubert Lampert im Gespräch
Gut besucht war die Vernissage
Gut besucht war die Vernissage “FILTER 2.0” im Kunstforum Montafon in Schruns, Kronengasse 6 (“Alte Lodenfabrik”).
Gut besucht war die Vernissage
Gut besucht war die Vernissage “FILTER 2.0” im Kunstforum Montafon in Schruns, Kronengasse 6 (“Alte Lodenfabrik”). Der Stein ist eine Arbeit von Johannes Ludescher.
Johannes Ludescher im Gespräch mit Kurator Roland Haas
Johannes Ludescher im Gespräch mit Kurator Roland Haas
Carmen Pfanner, Dagmar Lang und Roland Haas
Carmen Pfanner, Dagmar Lang und Roland Haas
Carmen Pfanner am Mikrofon
Carmen Pfanner am Mikrofon
Arbeit von Carmen Pfanner
Arbeit von Carmen Pfanner
Roland Haas im Gespräch mit Ruth Schnell
Roland Haas im Gespräch mit Ruth Schnell
Ruth Schnell erklärt ihre Arbeiten.
Ruth Schnell erklärt ihre Arbeiten.
Ruth Schnell erklärt ihre Arbeiten.
Ruth Schnell erklärt ihre Arbeiten.
Dagmar Lang und Roland Haas
Dagmar Lang und Roland Haas
Arbeit von Maria Anwander
Arbeit von Maria Anwander
Arbeiten in der Ausstellung
Arbeiten in der Ausstellung “FILTER 2.0”
Arbeiten in der Ausstellung
Arbeiten in der Ausstellung “FILTER 2.0”