Glück im Unglück bei Horrorcrash für Kelvin van der Linde

Der Wahl-Bregenzer überstand auf dem Norisring “schwersten Unfall meiner Karriere”.
Nürnberg Es waren bange Momente, die Teams und Zuschauer beim siebenten DTM-Lauf auf dem Norisring den Atem anhalten ließen. BMW-Werkfahrer Kevin van der Linde wurde in der Grundig-Haarnadelkurve vom außer Kontrolle geratenen Lamborghini des Dresdners Maximilian Paul voll auf der Fahrerseite getroffen. Der Wahl-Bregenzer konnte selbst aus dem demolierten BMW M4 aussteigen, wurde aber sofort ärztlich betreut. Er klagte über Schmerzen im linken Arm und linken Bein. Nach einem Check an der Strecke wurde der gebürtige Johannesburger auf eigenen Wunsch zu einer genaueren Kontrolle in ein Spital gebracht, wo aber Samstagabend Entwarnung gegeben wurde – keine ernsthaften Verletzungen, aber Prellungen. Er konnte die Heimreise antreten.
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Der Unfall war eine Verkettung unglücklicher Umstände. Paul, der für das steirische Team von Gottfried Grasser fährt, kam beim Anbremsen auf eine Ölspur und donnerte rechts in die Leitplanken, worauf der Lamborghini Temerario nicht mehr brems- und steuerbar war – Paul flog voll in den bereits in die Kurve eingebogenen BMW von van der Linde. Paul, der lang im Wrack ausharren musste, erlitt einen Unterschenkelbruch und wurde Sonntagvormittag erfolgreich operiert. Er wird für Monate ausfallen. Das Rennen war fast eine Stunde unterbrochen, ehe der Däne Nicki Thiim für den ersten Sieg eines Aston Martin in der DTM sorgte. Thiim brachte sich damit sogar ins Titelrennen gegen die beiden Mercedes-AMG-Piloten Maro Engel und den Kufsteiner Lucas Auer.
Da auch beide Fahrzeuge nicht mehr reparabel waren, ging das Sonntagrennen der DTM ohne van der Linde und natürlich Paul in Szene. Sonntag nahm der kürzlich 30 Jahre alt gewordene Südafrikaner erstmals via Social Media zum Unfall Stellung: “Als ich heute Morgen aufwachte, war ich dankbar zum Leben und dafür, dass ich den schlimmsten Unfall meiner Karriere ohne ernsthafte Verletzungen überstanden habe. Der gestrige Tag war ein Weckruf, der uns vor Augen führt, dass wir nie wissen, was hinter der nächsten Kurve auf uns wartet, und eine Erinnerung daran, für jeden Tag auf dieser Erde dankbar zu sein.” Gerhard Kuntschik