Wer hilft, wenn kurzfristig Betreuung für ein Kind gebraucht wird?

Heimat / 22.07.2026 • 11:45 Uhr
Ramona Madlener im Gespräch mit der Notfall-Mama Johanna Mayer.
Ramona Madlener im Gespräch mit der Notfall-Mama Johanna Mayer.Gisela Stein

Notfall-Mamas und -Papas entlasten Familien, wenn Hilfe dringend gebraucht wird. Ramona Madlener erklärt, wie KiB in Vorarlberg dieses Netzwerk organisiert.

Feldkirch KiB (Kinder in Betreuung) organisiert innerhalb weniger Stunden Notfall-Mamas und -Papas. Wer steckt hinter dieser Organisation? Ramona Madlener ist das Gesicht von KiB in Vorarlberg. Die Organisation kümmert sich um kurzfristige Betreuung für Kinder zu Hause, wenn ein Kind erkrankt ist, wenn Eltern erkrankt sind oder ein Geschwisterkind ins Krankenhaus begleitet werden muss.

Ramona Madlener ist Vorstandsmitglied und erklärt im Gespräch, wofür KiB steht und wie sie selbst zur Organisation kam. “Als bei meiner Tochter eine Herzerkrankung diagnostiziert wurde, suchte ich nach Unterstützung und wurde auf KiB aufmerksam. Für die lebensnotwendigen Operationen mussten wir nach Linz fahren. Die Behandlung in dieser Klinik kostete viel Geld.” Sie erfuhr auch, dass KiB bei Bedarf finanzielle Unterstützung ermöglicht. Weil sie von der Hilfe, die sie selbst in dieser schweren Zeit bekam, so begeistert war, beschloss sie, sich selbst bei KiB zu engagieren.

Ramona Madlener geht mit ihrer kleinen Tochter spazieren.
Ramona Madlener geht mit ihrer kleinen Tochter spazieren.Gisela Stein
Das Gedicht von KiB in Vorarlberg: Ramona Madlener.
Das Gesicht von KiB in Vorarlberg: Ramona Madlener.Gisela Stein
Ramona Madlener und Johanna Mayer engagieren sich gerne bei KiB.
Ramona Madlener und Johanna Mayer engagieren sich gerne bei KiB.Gisela Stein

Der zentrale Bestandteil der Organisation sind Notfall-Mamas und -Papas, die Familien in Not zu Hause entlasten. Ramona Madlener führt für KiB die Kennenlerngespräche mit potenziellen neuen Betreuern.

Die Abläufe sind gut strukturiert. Eltern können eine Betreuungsanfrage über die 24-Stunden-Hotline anmelden. Die Kontaktdaten sind z. B. auf der Homepage zu finden. Die Organisation von Notfall-Mamas oder -Papas läuft über eine App. Eine KiB-Mitarbeiterin informiert mittels einer App über den Auftrag, und eine verfügbare Helfende nimmt diesen an. Das geschieht rasch. Nach telefonischer Anmeldung bis am Vortag 19 Uhr wird Hilfe für den nächsten Tag organisiert. “Obwohl alle Betreuungspersonen freiwillig tätig sind, wird eine Abdeckungsquote von rund 95 Prozent erreicht”, so Ramona Madlener. Spezielle Ausbildungskriterien für Notfall-Mamas und -Papas kann es nicht geben. Freude in der Arbeit mit Kindern und die Erziehung eigener Kinder sind die besten Ratgeber. Zudem finden jährliche Fortbildungen statt, zuletzt am 10. Oktober 2025 in Wels. Dort wurden Notfallsituationen während des Einsatzes von Notfall-Mamas und -Papas durchgespielt.

Notfall-Mamas und -Papas im letzten Fortbildungskurs.
Notfall-Mamas und -Papas im letzten Fortbildungskurs.Gisela Stein

Selbstverständlich liegt von jeder Betreuungsperson ein Strafregisterauszug vor, und alle sind KiB vor dem ersten Einsatz persönlich bekannt. Österreichweit engagieren sich rund 350 Personen. Laufend kommen neue hinzu. Im Jahr 2025 wurden in Vorarlberg 274 Stunden für Betreuung geleistet. Landeskoordinatorinnen bieten Unterstützung, und Vorstandsmitglieder ergänzen dieses Netzwerk.

Johanna Mayer ist eine dieser Notfall-Mamas in Dornbirn. Für sie ist es in dieser Funktion wichtig, zu zeigen, “dass ich die mir übertragene Fürsorge ernst nehme”. Sie hat viele bemerkenswerte Erinnerungen gesammelt. “Es ist schön, wenn man das Vertrauen des Kindes schnell gewinnt. Ich frage interessiert nach der Funktionsweise des Feuerwehrautos oder bewundere die Kugelbahn, und schon sind wir ein Team, das miteinander spielt”, erzählt Johanna Mayer. Für Eltern, die unsicher sind, ob sie in Notfallsituationen wirklich Hilfe annehmen können, hat sie einen Rat: “Einfach mal eine Notfall-Mama für 2 Stunden ins Haus kommen lassen, und schnell wird klar, dass das Kind in guten Händen ist.”