Kein Glanz, kein Gloria – aber Altach ist weiter

Ostligist Leobendorf bot Altach lange Paroli, am Ende entschied ein Treffer von Yann Massombo.
Leobendorf Die Saison 2026/26 läuft. Zum Auftakt zog es den SCR Altach – wie schon häufig – in den Osten. In der ersten Runde des UNIQA ÖFB Cup gastierte man beim Regionallisten SV Leobendorf. Gewarnt dürften die Rheindörfler gewesen sein – frühe Cuprunden im Osten waren häufig mit Krampf verbunden. In der Vorsaison fixierte man gegen die SV Donau – in Leobendorf – erst spät das Weiterkommen, 2024/25 schied man in der ersten Runde bei Donaufeld aus. Wiederum ein Jahr vorher mühte man sich mit einem späten 2:1 gegen Traiskirchen in Runde zwei. Beim bislang einzigen Aufeinandertreffen mit Leobendorf – zweite Cuprunde 2018 – setzte sich Altach mit 2:1 durch. Auch im diesem Jahr war es kein Spaziergang, am Ende setzt sich der Bundesligist aber mit 1:0 durch.

Die Stimmung am Sportplatz am Fuße der Burg Kreuzenstein war gut, der Geruch der Grillwürste zog übers Feld. Gut 25 Altacher Fans waren mitgereist, zwei Leobendorfer Buben und fünf Jugendliche machten ihnen stimmungsmäßig Konkurrenz. „I hör nix, i bin auf am Fuaßballmatch“, beschwerte sich ein älterer Mann am Telefon beim Gegenüber. Spielerisch bot sich den Zuschauern ein gewohntes Bild: Der Bundesligist mit mehr Ballbesitz aber zunächst ohne die nötigen Ideen, der unterklassige Verein engagiert, aber nicht gefährlich.

Es dauerte etwas, bis die ersten Torchancen entstanden. Bei Altach ging – nicht überraschend – wieder viel über Patrick Greil. Sein Abschluss in Minute 21 wurde geblockt, in Minute 28 war sein Schuss zu schwach. Eine Greil-Ecke in der 22. Minute wurde von Innenverteidiger Filip Milojevic zwar stark aufs Tor geköpfelt, Leobendorf-Tormann Maximilian Sulek wehrte aber die beste Möglichkeit in Hälfte eins ab. Zu wenig Zielstrebigkeit im Angriffsspiel – Yann Massombo war engagiert, aber agierte unglücklich, Ousmane Diawara war weitgehend unsichtbar – bedeuteten ein 0:0 zur Pause. Ostligist Leobendorf hatte mit zunehmender Spielzeit zwar Kontermöglichkeiten, nutzte diese aber nicht konsequent.
Erhöhter Druck nach der Pause
Auch in Hälfte zwei war die Partie spielerisch Stückwerk. Leobendorfs Umschaltesituationen verteidigte Altach meist souverän, Jäger blockte in extremis gegen Tobias Fischer (53.). Altach stand nun höher, versuchte, den Druck zu erhöhen, Trainer Ognjen Zaric reagierte per Doppelwechsel und brachte Marko Raguz und Niklas Niehoff.

In der Folge drückte Massombo zwar zunächst den Ball aus wenigen Metern am Tor vorbei (64.), sein Auftritt wurde wenig später dann doch noch belohnt – mit dem 0:1 per Volley (67.). Die Vorlage lieferte der zuvor eingewechselte Niehoff mustergültig von der Grundlinie. Ein Offensivfeuerwerk war es auch in der Folge mit der Führung im Rücken nicht, Greil schoss noch einmal vorbei (77.), einen Schuss von Demaku parierte Sulek stark (84.). Ostliga-Legende Miroslav Beljan legte den Ball im Gegenzug knapp vorbei, eine Hereingabe in der nächsten Aktion fand keinen Abnehmer – da hatte Altach Glück.

Auch wenn es am Ende nicht ganz ohne Zittern ging: Der SCR Altach gibt sich beim Auftakt heuer keine Blöße. “Am Ende des Tages haben wir die Chancen nicht genutzt, aber wir haben es solide gelöst. Natürlich erwartet man sich mehr Tore, aber wir sind weiter. Das ist das wichtigste”, sagte Greil. Zaric sagte: “Ich habe das Gefühl gehabt, jeder hat das ernst genommen. Trotzdem war eine Anspannung da, weil du vor ein paar Monaten noch im Cupfinale warst – und wir wollten da nicht stolpern. In manchen Situationen hat die Lockerheit gefehlt.” Trotzdem: “Aufgabe erledigt, eine Runde weiter.”
UNIQA ÖFB Cup, 1. Runde
SV Leobendorf – SCR Altach 0:1 (0:0)
Leobendorf, Sportplatz Leobendorf; 750 Zuschauer; SR Achim Untergasser
Torfolge: 67. 0:1 Yann Massombo
Gelbe Karten: 41. Beljan
SCR Altach (3-4-3): Stojanovic – Milojevic, Zech, Rahmani (60. Niehoff) – Jäger, Demaku, Bähre, Böckle – Massombo (82. Eisschill), Diawara (60. Raguz), Greil (90. Hrstic)