Paukenschlag: KI-Weltkonzern kauft Vorarlberger High-Tech-Unternehmen

Markt / 24.07.2026 • 15:48 Uhr
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Einer der größten Halbleiterkonzerne der Welt will mit Technologie, die in Vorarlberg entwickelt wurde, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bekommen. FA/GF

Verkauf einer Entwicklung und die enge Partnerschaft mit Weltkonzern eröffnen dem Dornbirner Chipentwickler große Wachstumsperspektiven. Die Branche spricht von “Game-Changer”.

Dornbirn, Singapur: “Wir verändern die Branche, die die Welt verändert”, behauptet das Unternehmen GlobalFoundries mit Sitz in Singapur. Große Worte – doch die haben einen realistischen Hintergrund. GlobalFoundries ist weltweit einer der führenden Hersteller essenzieller Halbleiter, die die Künstliche Intelligenz (KI) in großem Umfang ermöglichen. Das Unternehmen beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter an Standorten in den USA, Singapur und Deutschland und wies zuletzt einen Umsatz von 6,75 Milliarden Dollar aus. Das an der Technologiebörse Nasdaq gelistete und mit einem Börsenwert von 30 Milliarden Dollar bezifferte Unternehmen, das in den USA als “vertrauenswürdige Fertigungsstätte” zertifiziert ist, kann also durchaus selbstbewusst auftreten.

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Photeon-Solutions-CEO und Eigentümer Thomas Lorünser: “Photeon schafft Lösungen, die weltweit einen Unterschied machen. Genau hier setzen wir auch in Zukunft an.” Fa/PS

Was GlobalFoundries mit Vorarlberg zu tun hat? Der Konzern hat einen guten Draht nach Vorarlberg, genauer zum Dornbirner Technologieunternehmen “Photeon Technologies”, das im Campus V angesiedelt ist. Das weltweit agierende Vorarlberger Hightech-Unternehmen entwickelt mit einem internationalen Team von mehr als 50 Physikern, Mathematikern und Elektrotechnikern für Kunden, darunter zahlreiche Weltkonzerne und eben GlobalFoundries, sogenannte ASIC-Schaltkreise (Application-Specific Integrated Circuits).

Energiespartechnologie

Und nun wird der Bezug noch enger. GlobalFoundries erwirbt die von Photeon Technologies entwickelte sogenannte Integrated-Voltage-Regulator-Technologie, kurz IVR, sowie die damit verbundenen Forschungs- und Entwicklungsstandorte von Photeon Technologies in Italien und Serbien. Die Chiplösung, die in Vorarlberg entwickelt wurde, wird den Energiebedarf moderner Hochleistungsrechenzentren, die enorm Strom verbrauchen, deutlich reduzieren. Mit der IVR-Technologie hat das Vorarlberger Unternehmen einen globalen Game-Changer im Energiemanagement für große Daten- und Rechenzentren entwickelt. Diese intelligente Chiplösung zählt weltweit zu den vielversprechenden Technologien für die nächste Generation energieeffizienter Hochleistungsrechner und Rechenzentren.

Für Photeon-CEO Thomas Lorünser ist der Verkauf dieser Entwicklung eine Bestätigung der Innovationskraft seines Unternehmens. “Wir haben über viele Jahre eine Technologie entwickelt, die ein entscheidender Baustein für das Energiemanagement in zukünftigen Hochleistungsrechenzentren darstellt. Dass unsere intelligente Chiplösung jetzt durch unseren langjährigen Partner GlobalFoundries international weiter skaliert wird, ist ein außergewöhnlicher Erfolg für Photeon und für den Technologiestandort Vorarlberg”, freut sich der Unternehmer.

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GlobalFoundries-Standort Singapur: Das Unternehmen fertigt in Singapur, den USA und Europa.Fa/GF

Photeon bleibe auch künftig ein starker Entwicklungspartner von GlobalFoundries, so Lorünser im Gespräch mit den VN: “Jetzt beginnt ein neues Kapitel, in dem wir unsere Kompetenzen weiter bündeln und gemeinsam die Technologie vorantreiben”, schildert er. Während das Unternehmen “Photeon Technologies” nun im Besitz des Digitalriesen ist, beginnt unter dem neuen Namen “Photeon Solutions” der nächste Wachstumsschritt für das Vorarlberger Hightech-Unternehmen, informiert der Firmenchef. Weitere hochqualifizierte Ingenieurinnen und Ingenieure werden angestellt, auch die Entwicklungs- und Laborflächen in Vorarlberg werden ausgebaut. Neben innovativen Lösungen im Bereich Power-Management konzentriert sich Photeon Solutions intensiv auf die Weiterentwicklung innovativer Halbleiterlösungen, z. B. für die Automobilindustrie, die Medizintechnik sowie Sensorikanwendungen.

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Standort Malta im US-Bundesstaat New York. GlobalFoundries beschäftigt rund 13.000 Mitarbeiter weltweit und zählt zu den “Big 3” in der Branche.FA/GF

Die Transaktion zeige eindrucksvoll, dass weltweit gefragtes Know-how nicht nur in großen Technologiezentren in den USA oder China entstehen könne. “Wir schaffen Lösungen, die weltweit einen Unterschied machen. Und genau hier setzen wir auch in Zukunft an”, so Lorünser, der auch weiterhin Alleineigentümer und CEO von “Photeon Solutions” bleibt. Wie viel Geld bei der Übernahme geflossen ist, wird von GlobalFoundries und Photeon nicht veröffentlicht. Wenn man allerdings die Zahlen bei aktuellen Transaktionen im KI-Business kennt, kann man von einer sehr hohen Millionensumme ausgehen, die nach Vorarlberg geflossen ist.

Paukenschlag: KI-Weltkonzern kauft  Vorarlberger High-Tech-Unternehmen
Mehr als 50 Physiker, Mathematiker und Elektrotechniker entwickeln bei Photeon in Dornbirn maßgeschneiderte Halbleiterlösungen. vN/Steurer