Zwei Wochen Atelier auf 2.000 Metern

Kultur / 17.08.2026 • 12:59 Uhr
Zwei Wochen Atelier auf 2.000 Metern
Neun Künstlerinnen und Künstler aus fünf Ländern arbeiten auf über 2.000 Metern Seehöhe.Philipp Schilcher

Das SilvrettAtelier Montafon lädt neun Kunstschaffende in die hochalpine Landschaft.

Gaschurn Neun Künstlerinnen und Künstler aus fünf Ländern arbeiten von 22. August bis 5. September 2026 im Montafon auf über 2.000 Metern Seehöhe. Das SilvrettAtelier Montafon, seit 1998 alle zwei Jahre ausgetragen, bezieht sein Basislager im Bergrestaurant Nova Stoba nahe der Bergstation der Versettla Bahn. Von dort brechen die Teilnehmenden zu ihren Exkursionen auf, dort entstehen die Arbeiten. Seit 28 Jahren verfolgt das Symposium dasselbe Prinzip: Die Bergwelt ist nicht Kulisse, sondern Ausgangspunkt. Geomorphologische Besonderheiten, Alpinismus, Seilbahntechnik und Klimawandel gehen ebenso in die Arbeiten ein wie die unmittelbare Erfahrung der Landschaft. Zwei Wochen lang bleiben die Eingeladenen in dieser Höhenlage, mit allem, was dazugehört – Wetter, Licht, Wegzeiten, die Abhängigkeit von der Seilbahn.

Zwei Wochen Atelier auf 2.000 Metern
Am 2. September findet ein gemeinsames Bergfrühstück mit den Kunstschaffenden statt.Montafon Tourismus

Die Auswahl der Teilnehmenden ist bewusst breit gehalten. Götz Bury (1960, D/A) arbeitet mit Objektkunst und Performance, Catherine Ludwig (1976, D/A) transmedial, Justina Moncevičiūte (1988, LIT/D) mit Skulptur, Installation und Textilkunst. Robert Muntean (1982, A/D) ist Maler, Reto Steiner (1978, CH) Bildhauer, Angelika Trojnarski (1979, PL/D) in Malerei und Objektkunst zu Hause. Klara Vith (1993, A) kommt von Konzeptkunst und Installation, Anna-Sabina Zürrer (1981, CH) von Installation und Performance. Geleitet wird das Symposium von Roland Haas, der als Maler und Objektkünstler zugleich selbst teilnimmt. Haas gehörte 1996 zu den Gründern des Kunstforums Montafon und führte es künstlerisch; das SilvrettAtelier, damals auf der Bielerhöhe, betreut er seit 1998.

Geschichte und Entwicklung

Ungewöhnlich ist das Format auch im Vergleich zu anderen Kunstsymposien. Es findet nur alle zwei Jahre statt, dauert zwei Wochen und verzichtet auf rasche Verwertung: Zwischen dem letzten Arbeitstag am Berg und der ersten Ausstellung liegen knapp sechs Monate, bis zum Katalog vergeht gut ein Jahr. Etabliert hat sich das SilvrettAtelier in dieser Zeit weit über die Region hinaus. Zwei Termine stehen Interessierten offen. Beim offenen Atelier am 29. August 2026 sind die Arbeitsräume von 12 bis 15 Uhr zugänglich; Haas gibt dabei Auskunft über Geschichte und Entwicklung des Symposiums. Am 2. September 2026 folgt von 9 bis 11 Uhr ein gemeinsames Bergfrühstück mit den Kunstschaffenden in der Nova Stoba. Es kostet 23,50 Euro, Voranmeldung und ein gültiges Liftticket sind erforderlich; die Auffahrt erfolgt mit der Versettla Bahn. Beide Termine sind die einzige Gelegenheit, die Arbeiten im Entstehen zu sehen.

Denn die Ergebnisse bleiben zunächst unter Verschluss. Sie werden nicht unmittelbar nach dem Symposium gezeigt, sondern erst, wenn die Künstlerinnen und Künstler sie in Ruhe fertiggestellt oder weiterentwickelt haben. Am 25. Februar 2027 sind sie erstmals im Bildraum Bodensee in Bregenz zu sehen. Eine komprimierte Auswahl daraus sowie der Katalog zum Symposium folgen im Herbst 2027 im Kunstforum Montafon in Schruns.