Erster Gradmesser für neue Team-DNA

Bregenz Handball startet ab 18.30 Uhr mit Heimduell gegen Fivers in die Saison.
Bregenz Die Vorbereitung ist vorbei, die Mannschaft steht – und nun geht es für Bregenz Handball wieder um Punkte. Zum Auftakt der HLA Meisterliga gastiert am Samstag (18.30 Uhr) Vizemeister Fivers Margareten in der Handballarena Rieden.
Neue Saison, neuer Anlauf
Nach einer durchwachsenen vergangenen Spielzeit will Bregenz diesmal von Beginn an ein anderes Gesicht zeigen. Der Rekordmeister musste erstmals in seiner Geschichte den Umweg über die Abstiegsrunde nehmen, sicherte dort aber souverän als Erstplatzierter den Klassenerhalt. Die Erfahrungen dieser schwierigen Saison mündeten im Sommer in eine strategische Neuausrichtung.

Im Mittelpunkt dabei Julian Rauch. Der 38-Jährige übernimmt erstmals als Cheftrainer das sportliche Kommando und ist eng mit dem Verein verbunden. Rauch trug von 2007 bis 2016 das Trikot der Bregenzer ersten Mannschaft, gewann in dieser Zeit drei Meistertitel und kennt die Abläufe im Verein daher aus eigener Erfahrung.

Die Vorbereitung nutzte das neu formierte Team vor allem dafür, zusammenzuwachsen. „Wir haben die Vorbereitung intensiv dafür genutzt, als Gruppe zusammenzufinden und unsere Team-DNA sowie die Grundwerte zu definieren, für die wir stehen wollen. Gleichzeitig haben wir uns Schritt für Schritt unsere handballerischen Inhalte erarbeitet“, sagt Rauch.

Ganz ohne Rückschläge verlief die Vorbereitung nicht. Dennoch zeigt sich der Neo-Coach mit der Entwicklung zufrieden. „Auch wenn wir während der Vorbereitung immer wieder mit verletzungsbedingten Ausfällen zu kämpfen hatten, bin ich mit der Entwicklung der Mannschaft sehr zufrieden“, so Rauch.
Neue Gesichter im Kader
Auch personell hat sich einiges verändert. Die beiden Isländern Guðmundur Bragi Ástþórsson und Jón Ómar Gíslason sollen so wie Tyler Grömling und Philipp Wäger neue Impulse setzen. Dem stehen mehrere Abgänge gegenüber. Spielmacher und Goalgetter Louis Mönch, Tommaso Romei sowie Srdjan Predragovic haben den Verein verlassen. Für Rauch und seine Mannschaft geht es damit auch darum, die entstandenen Lücken innerhalb des neuen Gefüges zu schließen und eine klare Rollenverteilung zu entwickeln.
Dass dieser Prozess Zeit braucht, zeigte sich in den Testspielen. Gegen Teams aus Deutschland und der Schweiz musste man einige knappe Niederlagen hinnehmen. Für das Trainerteam waren die Partien dennoch wichtige Standortbestimmungen. Entscheidend war weniger das Ergebnis als die Frage, wie sich die Mannschaft unter Wettkampfbedingungen entwickelt.
Generalprobe macht Mut
Zum Abschluss der Vorbereitung gab es dann noch einmal einen deutlichen Schub für das Selbstvertrauen. In der Generalprobe setzte sich Bregenz klar mit 40:21 gegen die Wölfe Würzburg durch, die in der 3. Liga Süd in Deutschland spielen.
Nun wartet allerdings ein Gegner, der ungleich schwerer einzuschätzen ist. Die Fivers Margareten gehören zu den arrivierten Kräften in der Liga und gehen als Vizemeister in die neue Saison. Für Bregenz ist das Duell daher gleich zum Auftakt ein echter Gradmesser. Die Vorbereitung hat gezeigt, dass in der Mannschaft Potenzial steckt. Gegen die Fivers wird sich erstmals unter Pflichtspielbedingungen zeigen, wie weit der neue Bregenzer Ansatz tatsächlich trägt.
Für die Bregenzer Anhänger ist der Auftakt jedenfalls ein Pflichttermin. Die Handballarena Rieden soll zur Bühne für die neue Bregenzer Mannschaft werden. Nach einer schwierigen letzten Saison, einem personellen Umbruch und einem neuen Trainer beginnt damit ein neues Kapitel – und das gleich mit einer Partie, die mehr als nur den Kampf um die ersten Punkte verspricht.