“Wir wollen diese schwere Zeit überstehen”: So geht es bei Rosen Waibel nach der Insolvenz weiter

Markt / 04.09.2026 • 15:25 Uhr
"Wir wollen diese schwere Zeit überstehen": So geht es bei Rosen Waibel nach der Insolvenz weiter
Geschäftsführer Marco Waibel setzt alles daran, weiterzumachen. vn

Marco Waibel über die Situation der Firmengruppe, Kundenreaktionen und den Rückzug des Sanierungsplans in Münchendorf.

Mäder Hinter Marco Waibel (46) liegen herausfordernde Monate. Im Juni musste die Firmengruppe für vier Unternehmen – die Rosen Waibel Handels GmbH und die Waibel Produktions GmbH in Mäder sowie die Waibel Floristik GmbH und die Rosen Waibel Münchendorf GmbH in Niederösterreich – jeweils ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen. In Summe lagen die Verbindlichkeiten bei 24,8 Millionen Euro. Betroffen sind rund 80 Mitarbeitende und mehr als 110 Gläubiger.

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Das Gartencenter in Mäder bleibt weiterhin geöffnet. vn

Konkurs statt Sanierung

Nun kommt es bei der Rosen Waibel Münchendorf GmbH, der Liegenschaftsgesellschaft, zu einer Änderung. Für den 8. September war die Sanierungsplantagsatzung angesetzt. Der eingebrachte Sanierungsplan wurde inzwischen jedoch zurückgezogen. Das Verfahren wird damit als Konkursverfahren fortgeführt. “Der Grund ist, dass das Wertgutachten für die Liegenschaft zu hoch angesetzt war, um eine hundertprozentige Quote zu erzielen”, erklärt Waibel. Der im Gutachten angesetzte Wert sei am Markt nicht zu erzielen. “Es handelt sich um eine landwirtschaftliche Produktion und nicht um ein Gewerbeobjekt.” Entsprechend klein sei der Kreis potenzieller Käufer. “Wir sind eine Gärtnerei, und da ist die Käuferschicht sehr eingeschränkt.” Damit lässt sich die im Sanierungsplan vorgesehene 100-Prozent-Quote nicht darstellen. Die Liegenschaft soll deshalb nun im Rahmen des Konkursverfahrens verwertet werden.

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Marco Waibel glaubt daran, das Ruder wieder herumzureißen zu können: “Wir geben nicht auf.”

Großkunde ging von Bord

Die finanziellen Probleme haben ihren Ausgangspunkt unter anderem in Niederösterreich. In Münchendorf verlor Waibel vor zwei Jahren einen Großkunden, der für rund 50 Prozent des Umsatzes verantwortlich war. “Das waren immerhin 17 Millionen Euro und hat uns in einen Liquiditätsengpass gebracht”, erklärt der Firmenchef. In einem normalen Geschäftsjahr hätte das Unternehmen den Ausfall bewältigen können. Dazu kamen jedoch erhebliche Kostensteigerungen in der Produktion, die nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden konnten.

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Für die anderen drei Unternehmen hält Waibel indes am Sanierungskurs fest. Die dort eingebrachten Sanierungspläne sollen wie vorgesehen erfüllt werden. Auch der operative Betrieb läuft weiter – sowohl in Niederösterreich als auch in Mäder. Der Großhandel wird fortgeführt, die Gartencenter an beiden Standorten bleiben geöffnet. “Wir machen weiter und setzen alles daran. Wir sind seit 1968 ein Familienbetrieb, und wir wollen diese schwere Zeit überstehen. Auch wenn es nicht nur in unserer Hand liegt”, sagt Waibel.

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Waibel produziert nicht mehr selbst, ist aber nach wie vor im Großhandel tätig. vn

Keine eigene Produktion mehr

Von der Eigenproduktion hat sich die Firmengruppe inzwischen getrennt. Sie sei nicht mehr rentabel gewesen. “Wir haben begriffen, dass auch wir diesen Kampf verloren haben, wie zuvor schon viele andere Mitbewerber auch. Dann kann man nicht weitermachen wie bisher, sondern muss Dinge beenden, die nicht mehr wirtschaftlich sind.”

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Waibel ist bekannt für seine Auswahl an Rosen. vn

Die Reaktionen der Kunden auf die Insolvenznachrichten fallen laut Waibel unterschiedlich aus. Geschäftskunden würden weiterhin bestellen. “Es gab Gespräche, aber sie können die Situation nachvollziehen. Ihnen ist wichtig, dass die Qualität passt und die Liefervereinbarungen eingehalten werden.”

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Bei den Endkunden sei die Reaktion teilweise eine andere. “Eine Insolvenz bedeutet immer ein Stigma. Es gab teilweise krasse Reaktionen, und das bekommen leider auch unsere Verkäuferinnen zu spüren. Das ist sehr belastend.” Aufgeben ist für Waibel aber keine Option. “Wir geben alles dafür, dass wir weitermachen können.”