“Alle haben zugesagt”: Neuer Verein bietet Künstlern aus Götzis erstmals eine große Plattform

Grafik, Malerei, Fotografie und Skulptur: 26 Kunstschaffende kommen zusammen, um ihre Werke im Rahmen der ersten Kunst Ambach zu präsentieren.
Götzis Es ist eine Premiere für die Götzner Kunstszene: Erstmals präsentieren sich die Künstlerinnen und Künstler der Marktgemeinde gemeinsam in einer großen Ausstellung. Möglich gemacht hat das der neu gegründete Verein Kunst Ambach, der die Kunstschaffenden in der Kulturbühne Ambach zusammenbringt.

Die Idee dazu stammt von den drei Götzner Künstlern Stefan Kresser, Rinaldo Loacker und Peter Joschika. Gemeinsam mit Cornelia Kresser, Waltraud Joschika und Hugo Ender bilden sie die Gründungsgruppe des Vereins. Die Resonanz auf die Idee zur ersten großen Gemeinschaftsausstellung war groß, erzählt Obmann Stefan Kresser. “Wir haben alle Künstler aus Götzis angefragt, und alle haben begeistert zugesagt”, freut sich der Bildhauer und Obmann des Vereins.

Bei der ersten Kunst Ambach, die am Donnerstagabend eröffnet wird und bis Sonntag dauert, präsentieren insgesamt 26 Künstlerinnen und Künstler ihre Werke. Die Bandbreite reicht von Grafik und Malerei über Fotografie bis hin zu Skulpturen und Installationen. “Wir haben gesehen, dass das Angebot speziell für bildende Künstler in der Region kaum vorhanden ist. Viele Künstler arbeiten für sich allein. Diese wollten wir einmal ins Rampenlicht stellen, der Bevölkerung präsentieren und dabei einen niederschwelligen Zugang schaffen”, erklärt Gründungsmitglied und Künstler Peter Joschika.

Wie vielfältig die Götzner Kunstszene ist, zeigt sich auch an den teilnehmenden Kunstschaffenden. Franz Kresser ist mit Tonarbeiten und Malerei vertreten, Stefan Kresser mit Skulpturen aus Stein und Holz. Hubert Lampert bringt Bildhauerei und Konzeptkunst ein, Roland Marte Fotografie und Daniel Nachbaur plastische Arbeiten, die sich mit Mythologie, Geschichte und Fantasie beschäftigen. Figurativ-abstrakte Malerei stammt von Mila Veljača Plaickner, Objektkunst und Zeichnungen von Roland Stecher. Auch Arbeiten bereits verstorbener Götzner Künstler sind Teil der Ausstellung: Rudolf Längle (1921–1999) ist mit seiner Malerei vertreten, ebenso Karl-Heinz Ströhle (1957–2016), dessen Schaffen von Zeichnung und Malerei bis hin zu Performance-, Objekt- und Medienkunst reichte. “Die Kunst lebt weiter”, sagt Peter Joschika.
“Kunst hat jahrelang geschlafen”
Kunst in der Marktgemeinde sichtbar zu machen ist den Initiatoren ein besonderes Anliegen. “Wir wollen auch Leerstände in der Gemeinde nutzen, um die Kunst stärker sichtbar zu machen”, erzählt Peter Joschika. Aktuell sind etwa im ehemaligen Sport-Berchtold-Lokal Kunstwerke zu sehen. “Es geht darum, der breiten Bevölkerung die Kunst näherzubringen. Das hat jahrelang geschlafen”, betont Connie Kresser. Dabei hat die bildende Kunst in Götzis durchaus Tradition. Von 1962 bis 1993 bestand mit der Galerie Haemmerle eine Galerie, die nach Angaben der Vereinsmitglieder die erste Vorarlbergs war.

Mit Kunst Ambach soll die Kunst in der Marktgemeinde nun wieder stärker sichtbar werden, auch für jene, die sich sonst weniger mit Kunst beschäftigen. Denn Berührungsängste mit Kunst seien nach wie vor spürbar. “Man muss kein Kunstexperte sein, man ist nicht gezwungen, etwas zu kaufen. Man kann die Werke einfach auf sich wirken lassen und mit den Künstlerinnen und Künstlern ins Gespräch kommen”, sagt Waltraud Joschika. “Es soll ein Raum für Austausch werden.”
Kunst Ambach
Freitag, 11. September von 14 bis 20 Uhr
Samstag, 12. September von 14 bis 20 Uhr
Sonntag, 13. September von 10 bis 16 Uhr
Vernissage: Donnerstag, 10. September um 19 Uhr

