Hartmann krönt Premiere mit dem Meistertitel

Sport / 18.09.2026 • 15:57 Uhr
Motorsport, Autocross
Der Bezauer Christian Hartmann in voller Fahrt mit seinem Eigenbau-Buggy. jicks Motorsport pics

Bezauer Autocrosser holte mit dem Eigenbau-Buggy ersten Titel in der SWASV-Meisterschaft.

Bezau Christian Hartmann hat sich in der Saison 2026 den Meistertitel der Südwestdeutschen Autocross-Vereinigung (SWASV) gesichert. Besonders bemerkenswert: Der Bregenzerwälder schaffte den Titelgewinn gleich in der ersten Saison mit seinem neuen, selbstgebauten Buggy in der Klasse Spezial-Autocross bis 1600 ccm. Der Fast&Speed-Buggy wird von einem Kawasaki-Motor mit 1441 ccm und 235 PS angetrieben und hat ein Gewicht von 525 Kilogramm. Hinter dem Erfolg stecken nicht nur fahrerisches Können und Rennroutine, sondern auch unzählige Arbeitsstunden gemeinsam mit seinem Vater Hugo.

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Packender Kampf um die Positionen. jicks Motorsport

Abseits der Rennstrecke ist Hartmann als Projektleiter und stellvertretender Teamleiter beim Seilbahnbauer Doppelmayr tätig. Rennsport und Beruf unter einen Hut zu bringen, erfordert entsprechend viel Organisation. “Mein Arbeitgeber zeigt viel Verständnis”, sagt der Bezauer. Eine entscheidende Rolle spielt auch sein Vater. Gemeinsam tüfteln die beiden am Buggy, entwickeln das Fahrzeug laufend weiter und versuchen, technisch das Maximum herauszuholen.

Fünf Rennen, vier Podestplätze

Fünf Rennen standen 2026 auf dem Programm. In Deutschland wurde in Krautscheid und Waldorf gefahren, in Belgien in Montzen, Crombach und zum Abschluss in Hombourg. Hartmann überzeugte mit bemerkenswerter Konstanz: Zwei Tagessiege sowie jeweils ein zweiter, dritter und vierter Platz brachten ihm am Ende den SWASV-Meistertitel.

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Wie viel Arbeit hinter diesem Erfolg steckt, zeigte ausgerechnet das Saisonfinale in Hombourg. Im Training gehörte Hartmann noch zu den Schnellsten, doch bereits beim Start zum Vorlauf folgte der Rückschlag: Der Kupplungskorb brach, zudem wurden fünf Kupplungslamellen beschädigt. Hartmann ließ sich davon nicht stoppen und kämpfte sich vom letzten Platz noch auf Rang fünf nach vorne.

Kupplungsprobleme und Wetterumschwung

Bis zum Semifinale war Improvisation gefragt. Das Team ersetzte die beschädigten Lamellen durch gebrauchte Teile und bearbeitete den gebrochenen Kupplungskorb so, dass die Unwucht im Motor möglichst gering blieb. Eine vollständige Reparatur war nicht möglich, doch der Buggy war zumindest wieder fahrbereit. Hartmann musste allerdings mit reduzierter Motorleistung auskommen.

Im Semifinale verlor er beim Start zunächst Boden, arbeitete sich aber noch auf Rang vier vor. Im Finale wurde die Aufgabe durch starken Regen zusätzlich erschwert. Hartmann startete aus der ersten Reihe, fiel wegen der angeschlagenen Kupplung zunächst zurück – und kämpfte sich erneut nach vorne. Mit Rang zwei brachte er schließlich den Meistertitel ins Trockene.

Damit endete die Premierensaison des neuen Eigenbau-Buggys mit dem größtmöglichen Erfolg. Für Christian Hartmann ist der SWASV-Titel zugleich die Belohnung für ein Projekt, das weit über die Rennwochenenden hinausgeht – und das er gemeinsam mit seinem Vater vorantreibt.