Kapelle als Zeichen der Dankbarkeit

Zur Einlösung eines Gelübdes errichtete Familie Stocker eine eigene Kapelle.
Tschagguns Eine ganz besondere Kapelle befindet sich am Eingang zur Montafoner Innerfratte in der Tschaggunser Parzelle Mauren. Hier ereignete sich 1990 eine Naturkatastrophe, als ein Bergsturz an der westlichen Talseite für große Zerstörung sorgte. Wie durch ein Wunder blieb das Haus der Familie von Roswitha und Herbert Stocker am Talboden von der Katastrophe verschont, während Wald und Wiesen der Familie unter den Fels- und Schlammmassen begraben wurden.
Das an ein Wunder grenzende Ereignis veranlasste die Familie, ein Gelübde abzulegen und in der Nähe ihres Hauses eine Kapelle zu errichten. In den folgenden Jahren scheute Herbert Stocker weder Kosten noch Mühen und widmete sich in seiner Freizeit mit großer Hingabe der Errichtung und Ausgestaltung dieses kleinen Gotteshauses, das schließlich 2010 durch Pfarrer Peter Bitschnau feierlich eingeweiht wurde.

Die Kapelle hat einen rechteckigen, etwa fünf mal dreieinhalb Meter großen Grundriss, ist gemauert und verputzt und wird nach oben mit einem geschindelten Walmdach abgeschlossen. Optisch ist es durch einen verputzten Traufbereich von der Wand getrennt. Das Dach reicht im nördlichen Teil über das Vorzeichen, das von drei hölzernen, geschnitzten Stützen getragen wird, hinaus. Das im Süden über der Apsis errichtete kleine oktogonale Türmchen wird von einer kleinen metallenen Zwiebel mit einem Kreuz an der Spitze gekrönt.
Im Inneren schließt an den Betraum südseitig eine durch einen Chorbogen abgetrennte Apsis an. In ihrem Zentrum steht ein mit Natursteinen gemauerter Altar mit einer rundbogigen, mit gelben Rosen umkränzten Nische, in der sich eine Marienstatue befindet. Seitlich stehen zwei weitere Figuren, links ein hl. Josef und rechts die Muttergottes mit dem Jesukind. Vor dem Chorbogen befinden sich zwei Seitenaltäre, der linke mit einer Herz-Jesu-Figur, der rechte mit einer weiteren Madonnenstatue. In der Mitte des Bogens hängt ein Kruzifix, daneben sind zwei Putti positioniert.
Außer den Altären hat Herbert Stocker auch die Bänke mit den seitlichen, mit Schnitzereien verzierten Wangen selbst angefertigt. Auch die holzverschalte Dachuntersicht ist sein Werk, sie weist in der Mitte ein kassettenartiges Holzfeld mit einer Schnitzerei auf. OS