Wenn Knöpfe Geschichten erzählen

Kultur / 21.09.2026 • 13:50 Uhr
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Lehrerin Hannah Reiner freut sich auf den Start der writers:class mit ihrer ersten Klasse.Frauke Kühn

Literaturhaus Vorarlberg und Stadtbibliothek Dornbirn starten neue writers:class mit der VS Rieden.

Hohenems Dornbirn Das neue Schuljahr beginnt mit einer besonderen Partnerschaft. Im Rahmen seiner writers:class, einem Projekt, in dem Schulklassen über vier Jahre von unterschiedlichen Autorinnen und Autoren im Regelunterricht begleitet werden, laden das Literaturhaus Vorarlberg und die Stadtbibliothek Dornbirn die Schülerinnen und Schüler der Volksschule Rieden ein, ein Jahr lang auf eine sprachliche Entdeckungsreise zu gehen. Einmal im Monat wird Sabine Maghörndl, Mitarbeiterin der Stadtbibliothek, die Volksschulkinder im Regelunterricht besuchen und mit ihnen sprachliche Abenteuer erleben. Einer ihrer Schwerpunkte in diesem Jahr ist das sogenannte Knopf-Labor, in dem entdeckt, ausprobiert und mit Sprache experimentiert werden darf. „Jeder Knopf erzählt seine eigene Geschichte und wer durch das magische Knopfloch blickt, entdeckt eine Welt voller Fantasie und überraschender Möglichkeiten“, sagt Maghörndl. Denn Knöpfe sind mehr als nur Verschlüsse, sie erzählen von den Kleidungsstücken, an denen sie einst angebracht waren, von den Händen, die sie angenäht haben und den Orten, an denen sie verloren gingen.

Fundament für gesellschaftliche Teilhabe

Ein Alltagsgegenstand wird so zum Sprachgenerator und setzt Energie frei, die sich in der writers:class frei entfalten darf. Das Projekt soll kein fertiges Programm abarbeiten, sondern Raum für neue Ideen, Fragen und Erfahrungen schaffen, so Maghörndl. „Sprache darf hier wachsen, sich verändern und überraschen.“ Johanna Baumgartner, Leiterin der Stadtbibliothek Dornbirn, blickt dem gemeinsamen Projekt mit großer Vorfreude entgegen. Sie sieht Sprache als zentralen Auftrag jeder Bibliothek. „Sprachförderung heißt nicht nur, Lesen und Schreiben zu üben – es geht vielmehr um die Freude an Sprache, darum, die eigene Stimme zu finden und Sprache als Ausdrucksmittel zu entdecken.“ Sprachförderung, so die Leiterin, sei schlussendlich das Fundament für gesellschaftliche Teilhabe. Für Baumgartner gibt es eine deutliche Verbindung zwischen der writers:class und der Stadtbibliothek: Beide leben von Begegnung und Beziehung. „Die Bibliothek ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs und des gemeinsamen Wachsens, nicht nur des Bestands.“

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Frauke Kühn

In der vom Literaturhaus angebotenen writers:class begleiten erfahrene Expertinnen und Experten der Literaturlandschaft eine Schulklasse vier Jahre lang im engen Austausch mit den Lehrkräften. Während der regulären Unterrichtszeit laden sie Kinder und Jugendliche für eine Doppelstunde/Monat – von der Volksschule bis zur Matura oder während der Lehre – regelmäßig zum kreativen Schreiben und zum Experimentieren mit Sprache ein. Ob Mikro-Hörspiele, Comics, literarische Spaziergänge oder Debatten-Battles – in den writers:classes dreht sich alles um die Freude am Schreiben, das Spiel mit Sprache und die Neugier auf den Text. Ein kreativer Freiraum ohne Notendruck bietet Platz, um Geschichten zu entdecken und die eigene Stimme zu finden.