Wohin entwickeln sich Apotheken?

Heimat / 21.09.2026 • 12:23 Uhr
Teilnehmer am Vortrag der Rheticus Gesellschaft im Kapuziner Kloster.
Teilnehmer am Vortrag der Rheticus-Gesellschaft im Kapuzinerkloster. Gisela Stein

Im Kapuzinerkloster in Feldkirch wurde der notwendige Wandel der Apotheken thematisiert.

Feldkirch Die Teilnehmer eines Vortrages der Rheticus-Gesellschaft erfuhren kürzlich von Mag. pharm. Ingrid Heller, wie sich Apotheken verändern. Die Veranstaltung wurde im Rahmen einer dreiteiligen Reihe angeboten.

Richard Weber, Organisator der Veranstaltung, begrüßte die Gäste.
Richard Weber, Organisator der Veranstaltung, begrüßte die Gäste. Gisela Stein

Richard Weber, Organisator der Veranstaltung, begrüßte die Teilnehmer mit den Worten: “Es geht heute darum, wie sich die Alchemie über forschende Labore zum regionalen Gesundheitszentrum entwickelt hat und wie die Zukunft aussieht.”

Ingrid Heller studierte in Graz und leitet als selbstständige Apothekerin die Herz-Jesu-Apotheke in Feldkirch. In ihrem Vortrag schlug sie einen weiten Bogen, von den Ursprüngen der Wissenschaft über die Entdeckung verschiedener Wirkstoffe bis hin zur Frage, wie die Apotheke der Zukunft aussehen könnte. Erst seit 1241 gibt es die Trennung zwischen dem Beruf des Arztes und dem des Apothekers. Kurze Zeit später wurde das erste Arzneibuch verpflichtend eingeführt, mit Angaben zur Qualität, Beschränkung der Niederlassungen, dem Eid des Apothekers und gesetzlich festgesetzten Arzneimittelpreisen. Schon damals genossen Apotheker ein hohes Ansehen und rangierten direkt hinter den Feuerwehrleuten. Um 1303 wurde die erste österreichische Apotheke in Innsbruck eröffnet. Die Stadtapotheke ist heute noch im Familienbesitz. Seit dem Jahr 1900 dürfen auch Frauen Pharmazie studieren, mit dem Erfolg, dass heute Frauen in diesem Beruf überwiegen. Das größte Kapital des Apothekers ist heute die Beratung, während früher die Herstellung von Arzneimitteln verstärkt im Fokus stand. Die Herstellung wurde später von pharmazeutischen Firmen übernommen, die auch für die Qualität verantwortlich sind.

Ingrid Heller fungierte als Referentin.
Ingrid Heller fungierte als Referentin. Gisela Stein

Hat die Apotheke noch Zukunft?

Nicht die Apotheke in der Nachbarschaft sei die eigentliche Konkurrenz, sondern das Internet, erklärte Magister Heller. Daher das Fazit ihres Vortrages: “Die Apotheke muss sich wandeln. Dazu gibt es fünf Stellschrauben, um die Versorgung zu sichern: Serviceausweitung, Möglichkeit der Impfung und Herstellung von Eigenmarken, Ausweitung digitaler Angebote, z. B. zur bequemen Vorbestellung und Kooperationen, etwa mit Pflegeheimen.” Das persönliche Credo der Referentin lautet: “Der Patient muss ein positives Gefühl haben, wenn er die Apotheke verlässt.” Schließlich erfuhren die Zuhörer, dass “Feldkirch untrennbar mit dem Namen Helfe verbunden ist”. Die Firma Helfe wird heute von Alexander Heller in der vierten Generation geführt. Der Name Helfe setzt sich aus Hel-ler und Fe-ldkirch zusammen.

Helmut Koch, Roswitha Koch und Dr. Helmut Jarosik nahmen an der Veranstaltung teil.
Helmut Koch, Roswitha Koch und Dr. Helmut Jarosik nahmen an der Veranstaltung teil. Gisela Stein

Im Anschluss an das Referat wurden Fragen aus dem Publikum beantwortet. Hierbei ging es um die Erstattungsfähigkeit von Arzneimitteln, Lieferschwierigkeiten, Sinnfälligkeit verschiedener Wirkstoffstärken und Haltbarkeiten.

Zum Beweggrund gefragt, warum sie hergekommen ist, antwortete Roswitha Koch: “Mich interessiert alles, was Menschen hilft, ob Schulmedizin oder alternative Methoden.” Sie war in Begleitung ihres Mannes Helmut, der Vitalchecks in der Apotheke gut findet. Beide trafen hier auf Dr. Helmut Jarosik.

Ingrid Heller präsentiert den Gutschein für Vitalchecks.
Ingrid Heller präsentiert den Gutschein für Vitalchecks. Gisela Stein

Eigens aus Innsbruck reiste Elisabeth Perkmann an. Elisabeth Rössler ist Ärztin und mit der Referentin befreundet. Vor allem an Erstattungsfragen interessiert zeigten sich Christine Schlepfer und Waltraud Wess. Edith Sauer, Apothekerin aus Deutschland, kennt die genannten Stellschrauben und fühlte sich in ihren Überzeugungen bestätigt.

Die Zuhörer wurden für ihre Aufmerksamkeit mit kleinen Arzneimittelproben und einem Gutschein für den nächsten Vitalcheck belohnt. GIS