Raiffeisen öffnet Tür zur Krypto-Welt

Vorarlberger Raiffeisenbanken reagieren auf die Nachfrage nach Kryptowerten und schaffen Zugang.
Bregenz Die Zahl der Menschen, die auch in Kryptowerte investieren wollen, steigt. Auch wenn dies eine Anlageklasse mit hohen Kursschwankungen und entsprechendem Risiko bleibt, wird diese digitale Asset-Welt zunehmend zu einem Teil der Nachfrage von Bankkunden. Die Vorarlberger Raiffeisenbanken reagieren darauf und ermöglichen ab sofort über ihr Onlinebanking den Zugang zu mehr als 650 Kryptowerten und Token von Bitpanda.
Wenn der Kunde Krypto will
Für Raiffeisen geht es dabei auch darum, Kunden mit diesem Anlagewunsch nicht zu verlieren. “Wir müssen den Blickwinkel verändern und das Ganze aus Kundensicht betrachten”, sagt Manfred Miglar, Marktvorstand der Raiffeisen Landesbank Vorarlberg. Man habe erkannt, dass Kunden in Kryptowerte investieren möchten. Dieses Bedürfnis nehme man ernst. “Wir wollen das anbieten, denn sonst gehen die Kunden woanders hin.” Schließlich beobachte man, dass Geld in diese Richtung abfließe. Es gehe also weniger um die Frage, ob Kunden mit Kryptowährungen handeln wollen, sondern darum, wo sie es tun. Raiffeisen will ihnen dafür zumindest eine Tür öffnen.

Kursentwicklung schwankt
Will ein Vorarlberger Raiffeisen-Kunde in Kryptowerte investieren, verlässt er dabei allerdings die Raiffeisen-Welt und wechselt in der Anwendung in die Welt von Bitpanda. Eine Beratung durch Raiffeisen findet nicht statt. Die Abwicklung und die damit verbundenen Risiken liegen dann bei Bitpanda.
Und die Risiken sind nicht unbeträchtlich, wie auch die Kursentwicklung von Bitcoin zeigt. Die bekannteste Kryptowährung erreichte im Oktober 2025 ein Rekordhoch von rund 126.000 US-Dollar. Aktuell liegt der Kurs bei etwa 83.000 Dollar.
Aufgrund Ihrer Datenschutzeinstellungen wird an dieser Stelle kein Inhalt von APA Livecenter angezeigt.
Die Faszination für digitale Vermögenswerte ist dennoch ungebrochen. Das österreichische Unternehmen Bitpanda, das auf den Handel mit Kryptowährungen spezialisiert ist, kommt nach eigenen Angaben europaweit auf sieben Millionen Nutzer.
Von 18- bis 92-Jährigen
Wer heute in Kryptowährungen investiert, lasse sich auch nicht mehr so einfach in eine Schublade stecken, sagt Dietmar Schantl-Ransdorf von Bitpanda. Der Kundenkreis reiche mittlerweile “vom 18- bis zum 92-Jährigen”. Tendenziell seien es zwar weiterhin eher technologieaffine Männer. Das Bild des Krypto-Anlegers als junger Spekulant, der auf den nächsten Hype setzt, greife aber zu kurz. Das Narrativ rund um schnelle Gewinne habe sich verändert. “Heute geht es vielmehr um die Technologie dahinter, um Analysen. Der Durchschnittsanleger hat einen Plan”, sagt Schantl-Ransdorf. Auch Regulierung spiele eine Rolle. Bitpanda werde von staatlichen Finanzaufsichtsbehörden überwacht und sei MiCAR-konform, unterliege also der EU-Verordnung, die einen einheitlichen Rechtsrahmen für den Kryptomarkt schafft.

Stellenwert steigt
Auch bei Raiffeisen beobachtet man eine breitere Nachfrage hinsichtlich der Krypto-Welt. “Wir haben auch ältere Kunden, die dezidiert nach Krypto-Assets nachfragen und dies als Beimischung haben wollen”, sagt Miglar. Gleichzeitig zeigt sich eine interessante Entwicklung: Je digitaler das Leben werde und je mehr Bankgeschäfte online erledigt werden könnten, desto stärker würden Kunden die persönliche Betreuung in den Filialen schätzen. “Die Filiale bekommt dadurch wieder einen anderen Stellenwert”, betont der Bankvorstand. Raiffeisen verfügt in Vorarlberg über 60 Filialen.