Flaggschiff ahoi!

Mobilität / 25.09.2026 • 11:00 Uhr
Schlanke Linie und smarter Look: Äußerlich wirkt der 4,87 Meter lange Skoda Peaq statt wie ein Full-Size-SUV eher wie ein Kombi-Crossover
Schlanke Linie und smarter Look: Äußerlich wirkt der 4,87 Meter lange Skoda Peaq statt wie ein Full-Size-SUV eher wie ein Kombi-Crossover. Skoda

Mit dem großen SUV Peaq streckt sich Skodas Elektro-Palette erstmals ins D-Segment.

Skoda Die zurückhaltende Nachfrage nach großen SUVs mit E-Antrieb rechtfertigt für diese Fahrzeuggattung bisher den Sammelbegriff “Ladenhüter”. Ob das Übersetzen von Skoda in diese Nische einen Umschwung bringt, wird sich zeigen. An erfolgversprechenden Eigenschaften mangelt es dem neuen Flaggschiff aus Mlada Boleslav jedenfalls nicht – allen voran das ansprechende Design, das dem immerhin 4,87 Meter langen SUV die sonst fast unvermeidbare optische Wucht nimmt. Tatsächlich setzt Skoda eher auf eine gestreckte Kombi-Linie und verpackt diese zusätzlich in einen besonders glatten, schnörkellosen Look mit vielen bündigen Flächen und wenigen, aber stilgebenden Kanten.

Klares, aufgeräumtes Cockpit-Layout und erstmals bei Skoda ein vertikaler Touchscreen für das Android-basierende Infotainment-System
Klares, aufgeräumtes Cockpit-Layout und erstmals bei Skoda ein vertikaler Touchscreen für das Android-basierende Infotainment-System. Skoda

Drinnen herrscht ebenfalls aufgeräumte Klarheit und ein großzügiges, offenes Raumgefühl. Das freistehende Fahrer-Display hat allerdings die Anmutung einer typischen China-Lösung – immerhin ist es mit 10,25 Zoll aber ausreichend dimensioniert, um gut ablesbar zu sein. Eine der Übersicht zuträgliche Instrumentendarstellung gibt es jedoch leider nicht. Der zentrale 13,6 Zoll Touchscreen ist erstmals bei Skoda vertikal ausgerichtet. Auch sonst wartet der Peaq zumindest optional mit einigen Marken-Premieren auf: etwa dem Panorama-Glasdach, das sich auf Knopfdruck neunteilig partiell abdunkeln lässt, dem Relax-Package mit Kopfkissen, erweiterten Massage-Funktionen und Mittelkonsolen-Tisch oder dem elektrischen Kofferraum-Rollo.

Fahreindruck: “Der Skoda Peaq lässt keine Komfort- und Platzwünsche offen, mit für das Segment üblicher Ausstattung und adäquatem Reichweitenversprechen rückt er aber preislich zum Mitbewerb auf.”

Wahlweise ist der Peaq auch siebensitzig bestellbar. Die zweite Rückbank ist dann zwar hochwertig ausgeführt, wegen des Konstruktionsprinzips eines E-Autos mit Batterie im Fahrzeugboden gibt es aber nicht nur fast, sondern gar keinen Fußraum. Nutzbar ist Reihe drei faktisch nur, wenn die Mittelbank so weit nach vorne verschoben wird, dass dort niemand mehr sitzen kann – womit sich die ganze Lösung aber ad absurdum führt. Gegenüber dem hier wesentlich praktischer ausgeführten Benzin-Bruder Kodiaq setzt der Peaq sein mehr als 17 Zentimeter Radstand-Plus vor allem in entsprechendes Kofferraum-Angebot um – in der fünfsitzigen Ausführung liegt es mit 935 Liter deutlich über dem Klassenschnitt.

Im Peaq-Heck lassen sich bis zu 935 Liter unterbringen, in der siebensitzigen Variante sind es immer noch knapp 300 Liter.
Im Peaq-Heck lassen sich bis zu 935 Liter unterbringen, in der siebensitzigen Variante sind es immer noch knapp 300 Liter. Skoda

Fahrdynamisch bleibt der Peaq auch in der 299 PS starken Top-Variante mit Allrad auf der komfortablen Seite. Die bis zu 2,5 Tonnen Kampfgewicht rufen sich bei flotterer Gangart vor allem in Kurven in Erinnerung, ansonsten ist das Handling auffallend neutral. Nicht ganz schlüssige Werte ergaben sich bei den Testfahrten in den kritischen Punkten Verbrauch und Reichweite. Eigentlich sollte die Variante 90x knapp 600 Kilometer erreichen, bei Fahrzeugübernahme wurden aber mit 83 Prozent Akkustand nur 326 Kilometer angezeigt, woraus sich rechnerisch kaum 400 Kilometer Gesamtdistanz ergeben. Der angegebene Verbrauch je hundert Kilometer blieb dann ohne die Nutzung von Autobahnen zwar im Bereich des WLTP-Wertes, die jeweilige Restreichweite bestätigte aber bis zum Schluss die zu Beginn angezeigte geringere Distanz.

Als Listenpreis-Lockvogel wirkt das Basismodell Peaq 60 mit 49.990 Euro für ein E-Modell im D-Segment attraktiv, allerdings ist hier selbst die für die Reichweitenoptimierung essenzielle Wärmepumpe ein aufpreispflichtiges Extra. Interessant wird der Peaq tatsächlich ab der mittleren Motorisierung mit dem größeren Akku, die allerdings auch erst ab der gehobenen Ausstattung “Selection” ab 61.190 Euro erhältlich ist. Die Allrad-Variante bleibt im Top-Trimm “Sportline” ohne aufpreispflichtige Extras wie jede Lackfarbe außer Blau oder Winterpaket gerade noch unter 70-Tausendern. PAB

Fakten und Daten

Skoda Peaq

Motor/Antrieb 1 Elektromotor mit 204 und 286 PS; NMC-Akku mit 59 und 86 kWh (netto); Hinterradantrieb; 1-Gang-Direktübersetzung 2 Elektromotoren mit 299 PS; NMC-Akku mit 86 kWh (netto); Allradantrieb; 1-Gang-Direktübersetzung L/B/H 4874/1867/1664 mm; 2125–2529 kg

Fahrleistungen/Verbrauch 0–100 km/h 6,7–8,5 Sek., Höchstgeschwindigkeit 160–180 km/h, Verbrauch 14,7–15,8 kWh/100 km; Reichweite 449–628 km, Ladedauer 160/199 kW DC 10 auf 80 Prozent ca. 27/28 min

Preis ab 49.980 Euro