“Überall nebelte es heraus”

Große Feuerwehrübung in Schrunser Tiefgarage: zwanzig “Personen” aus dichtem Rauch gerettet.
Schruns Mit einem Großaufgebot an Florianijüngern fand kürzlich in der Tiefgarage am Bahnhof Schruns eine spektakuläre Übung statt. Die Vorbereitungen dafür trafen der ehemalige Schrunser Feuerwehrkommandant Lukas Beck und sein damaliger Stellvertreter Philipp Neyer. Was allen Anwesenden, unter ihnen Bürgermeister Jürgen Haller und Feuerwehrarzt Thomas Wiederin, ins Gesicht geschrieben stand, war die Hoffnung, niemals mit dem Ernstfall an ebendiesem Ort konfrontiert zu werden.

Die Übungsannahme lautete: “Die Brandmeldeanlage der Tiefgarage hat um 20.03 Uhr ausgelöst”, berichtete Lukas Beck. Einsatzleiter Kommandant Martin Jenny rückte aus und sah, dass es “überall aus der Tiefgarage herausnebelte”. Daraufhin erhöhte Martin Jenny die Alarmstufe auf “F4”, Großbrandereignis.
Die Wehren Schruns, Tschagguns, Gantschier, Silbertal und Latschau wurden zu Hilfe gerufen. “Die waren in kürzester Zeit da”, betonte Martin Jenny. Sogleich habe man das ganze Einsatzgebiet aufgeteilt auf zwei Abschnitte: einmal die Einfahrt in die Tiefgarage und zum anderen deren Ausfahrt, “wo wir die Autos strategisch verteilt haben”.

Unter schwerem Atemschutz wurde eine Erkundung durchgeführt, um die Sachlage festzustellen. Weiters habe man mit Unterstützung der Löschunterstützungs-Fahrzeuge (LUF) Braz und Illwerke die Tiefgarage entraucht, um alle in der Tiefgarage aufhältigen zwanzig Personen, dargestellt durch Puppen, von denen einige Schreie ausstießen, zu finden und somit den Einsatz erfolgreich abzuwickeln.
Martin Jenny gab zu bedenken, dass sich die Situation “gerade durch die starke Rauchentwicklung” ordentlich erschwert dargestellt habe. Was ihm bei der Übung vor Augen geführt wurde: “Ein Brand in einer Tiefgarage unterscheidet sich sehr stark von einem Gebäudebrand.” Während in einem verrauchten Haus die Räume begrenzt sind, sei eine Tiefgarage “ein riesengroßes Areal”, wo die Suche, wenn man nichts sieht, mit Atemschutz unvorstellbar schwierig sei. Aus praktischer Sicht seien bei einem Brand in einer Tiefgarage andere Maßnahmen und andere Löschmittel erforderlich.
“Die Feuerwehr Zwischenwasser hat mit ihren Nebelgeräten einen ausgesprochen dichten Nebel erzeugt”, sagte Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber. So seien die Atemschutzgeräteträger nur schwer vorwärtsgekommen. Bei der Übung habe man absichtlich das LUF nicht gleich eingesetzt, sondern etwas zugewartet, damit die Atemschutzgeräteträger mehr gefordert waren, “um die ‚Personen‘, die unten waren in der Tiefgarage, zu suchen, zu finden und zu retten”. Eine der Puppen wurde für die Übung unter einem Fahrzeug platziert, denn es wurde angenommen, dass infolge der Rauchentwicklung in der Tiefgarage jemand überfahren wurde.
Bei der Probe begnügten sich deren Vorbereiter mit dem oberen Geschoß der Tiefgarage, “weil sonst wäre diese gleich doppelt so groß gewesen”. Insgesamt waren mindestens 110 Einsatzkräfte von sieben Wehren vor Ort; es waren dies Schruns, Tschagguns, Latschau, Gantschier, Silbertal, Illwerke und Braz. Die Feuerwehr Gantschier etwa legte vom Fluss Litz eine Zubringerleitung zum “Einsatzort”.
Mit dem Übungsverlauf zeigte sich Lukas Beck zufrieden. Dankbar war er Philipp Neyer für dessen großen Beitrag an der Übungsvorbereitung. Kommandant Martin Jenny habe die Einsatzleitung sehr gut gemacht. Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber habe die Feuerwehr begleitet und bestens unterstützt. “Das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Wehren war ganz wichtig”, sagte Lukas Beck. SCO














































