“Überall nebelte es heraus”

Heimat / 02.10.2026 • 12:53 Uhr
Große Feuerwehrübung in der Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum.
Große Feuerwehrübung in der Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum. Gerhard Scopoli

Große Feuerwehrübung in Schrunser Tiefgarage: zwanzig “Personen” aus dichtem Rauch gerettet.

Schruns Mit einem Großaufgebot an Florianijüngern fand kürzlich in der Tiefgarage am Bahnhof Schruns eine spektakuläre Übung statt. Die Vorbereitungen dafür trafen der ehemalige Schrunser Feuerwehrkommandant Lukas Beck und sein damaliger Stellvertreter Philipp Neyer. Was allen Anwesenden, unter ihnen Bürgermeister Jürgen Haller und Feuerwehrarzt Thomas Wiederin, ins Gesicht geschrieben stand, war die Hoffnung, niemals mit dem Ernstfall an ebendiesem Ort konfrontiert zu werden.

Die Feuerwehren gaben alles.
Die Feuerwehren gaben alles. Gerhard Scopoli

Die Übungsannahme lautete: “Die Brandmeldeanlage der Tiefgarage hat um 20.03 Uhr ausgelöst”, berichtete Lukas Beck. Einsatzleiter Kommandant Martin Jenny rückte aus und sah, dass es “überall aus der Tiefgarage herausnebelte”. Daraufhin erhöhte Martin Jenny die Alarmstufe auf “F4”, Großbrandereignis.

Die Wehren Schruns, Tschagguns, Gantschier, Silbertal und Latschau wurden zu Hilfe gerufen. “Die waren in kürzester Zeit da”, betonte Martin Jenny. Sogleich habe man das ganze Einsatzgebiet aufgeteilt auf zwei Abschnitte: einmal die Einfahrt in die Tiefgarage und zum anderen deren Ausfahrt, “wo wir die Autos strategisch verteilt haben”.

Die Feuerwehr war rasch zur Stelle.
Die Feuerwehr war rasch zur Stelle. Gerhard Scopoli

Unter schwerem Atemschutz wurde eine Erkundung durchgeführt, um die Sachlage festzustellen. Weiters habe man mit Unterstützung der Löschunterstützungs-Fahrzeuge (LUF) Braz und Illwerke die Tiefgarage entraucht, um alle in der Tiefgarage aufhältigen zwanzig Personen, dargestellt durch Puppen, von denen einige Schreie ausstießen, zu finden und somit den Einsatz erfolgreich abzuwickeln.

Martin Jenny gab zu bedenken, dass sich die Situation “gerade durch die starke Rauchentwicklung” ordentlich erschwert dargestellt habe. Was ihm bei der Übung vor Augen geführt wurde: “Ein Brand in einer Tiefgarage unterscheidet sich sehr stark von einem Gebäudebrand.” Während in einem verrauchten Haus die Räume begrenzt sind, sei eine Tiefgarage “ein riesengroßes Areal”, wo die Suche, wenn man nichts sieht, mit Atemschutz unvorstellbar schwierig sei. Aus praktischer Sicht seien bei einem Brand in einer Tiefgarage andere Maßnahmen und andere Löschmittel erforderlich.

“Die Feuerwehr Zwischenwasser hat mit ihren Nebelgeräten einen ausgesprochen dichten Nebel erzeugt”, sagte Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber. So seien die Atemschutzgeräteträger nur schwer vorwärtsgekommen. Bei der Übung habe man absichtlich das LUF nicht gleich eingesetzt, sondern etwas zugewartet, damit die Atemschutzgeräteträger mehr gefordert waren, “um die ‚Personen‘, die unten waren in der Tiefgarage, zu suchen, zu finden und zu retten”. Eine der Puppen wurde für die Übung unter einem Fahrzeug platziert, denn es wurde angenommen, dass infolge der Rauchentwicklung in der Tiefgarage jemand überfahren wurde.

Bei der Probe begnügten sich deren Vorbereiter mit dem oberen Geschoß der Tiefgarage, “weil sonst wäre diese gleich doppelt so groß gewesen”. Insgesamt waren mindestens 110 Einsatzkräfte von sieben Wehren vor Ort; es waren dies Schruns, Tschagguns, Latschau, Gantschier, Silbertal, Illwerke und Braz. Die Feuerwehr Gantschier etwa legte vom Fluss Litz eine Zubringerleitung zum “Einsatzort”.

Mit dem Übungsverlauf zeigte sich Lukas Beck zufrieden. Dankbar war er Philipp Neyer für dessen großen Beitrag an der Übungsvorbereitung. Kommandant Martin Jenny habe die Einsatzleitung sehr gut gemacht. Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber habe die Feuerwehr begleitet und bestens unterstützt. “Das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Wehren war ganz wichtig”, sagte Lukas Beck. SCO

Die Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum, am Bahnhof, wurde ordentlich eingenebelt im Bemühen, die Übung möglichst realitätsnah durchzuführen.
Die Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum, am Bahnhof, wurde ordentlich eingenebelt im Bemühen, die Übung möglichst realitätsnah durchzuführen. Gerhard Scopoli
Die Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum, am Bahnhof, wurde ordentlich eingenebelt im Bemühen, die Übung möglichst realitätsnah durchzuführen.
Die Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum, am Bahnhof, wurde ordentlich eingenebelt im Bemühen, die Übung möglichst realitätsnah durchzuführen. Gerhard Scopoli
Die Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum, am Bahnhof, wurde ordentlich eingenebelt im Bemühen, die Übung möglichst realitätsnah durchzuführen.
Die Tiefgarage im Schrunser Ortszentrum, am Bahnhof, wurde ordentlich eingenebelt im Bemühen, die Übung möglichst realitätsnah durchzuführen. Gerhard Scopoli
Die Feuerwehr Latschau beim Zusammenräumen nach getaner Arbeit.
Die Feuerwehr Latschau beim Zusammenräumen nach getaner Arbeit. Gerhard Scopoli
Der Feuerwehrarzt stand ebenfalls im Einsatz.
Der Feuerwehrarzt stand ebenfalls im Einsatz. Gerhard Scopoli
Mitglieder der Feuerwehr Silbertal beim Abbau des Atemschutzsammelplatzes.
Mitglieder der Feuerwehr Silbertal beim Abbau des Atemschutzsammelplatzes. Gerhard Scopoli
Eine Feuerwehrfrau der Ortsfeuerwehr Silbertal half nach der Großübung beim Abbau des Atemschutzsammelplatzes in der Schrunser Bahnhofstraße, für den die Silbertaler Wehr zuständig gewesen war.
Eine Feuerwehrfrau der Ortsfeuerwehr Silbertal half nach der Großübung beim Abbau des Atemschutzsammelplatzes in der Schrunser Bahnhofstraße, für den die Silbertaler Wehr zuständig gewesen war. Gerhard Scopoli
Der ehemalige Schrunser Feuerwehrkommandant Lukas Beck, hier im Gespräch mit Bürgermeister Jürgen Haller, hatte die Übung gemeinsam mit Philipp Neyer bestmöglich vorbereitet.
Der ehemalige Schrunser Feuerwehrkommandant Lukas Beck, hier im Gespräch mit Bürgermeister Jürgen Haller, hatte die Übung gemeinsam mit Philipp Neyer bestmöglich vorbereitet. Gerhard Scopoli
Die Tiefgarage am Bahnhof Schruns wurde zum Zwecke der großen Feuerwehrübung ordentlich eingenebelt.
Die Tiefgarage am Bahnhof Schruns wurde zum Zwecke der großen Feuerwehrübung ordentlich eingenebelt. Gerhard Scopoli
Mitglieder der Feuerwehr Silbertal beim Abbau des Atemschutzsammelplatzes.
Mitglieder der Feuerwehr Silbertal beim Abbau des Atemschutzsammelplatzes. Gerhard Scopoli
Das Großrüstlöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Schruns, hier in der Schrunser Bahnhofstraße.
Das Großrüstlöschfahrzeug der Ortsfeuerwehr Schruns, hier in der Schrunser Bahnhofstraße. Gerhard Scopoli
Der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller und der Einsatzleiter Feuerwehrkommandant Martin Jenny, hier am Schrunser Bahnhof.
Der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller und der Einsatzleiter Feuerwehrkommandant Martin Jenny, hier am Schrunser Bahnhof. Gerhard Scopoli
Die Ortsfeuerwehr Silbertal, hier in der Schrunser Bahnhofstraße, war für den Atemschutz-Sammelplatz zuständig.
Die Ortsfeuerwehr Silbertal, hier in der Schrunser Bahnhofstraße, war für den Atemschutz-Sammelplatz zuständig. Gerhard Scopoli
Feuerwehrkommandant Martin Jenny, Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber und der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller im Gespräch, hier am Bahnhof Schruns.
Feuerwehrkommandant Martin Jenny, Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber und der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller im Gespräch, hier am Bahnhof Schruns. Gerhard Scopoli
Feuerwehr, Polizei - alle sind um die Sicherheit der Menschen bemüht.
Feuerwehr, Polizei – alle sind um die Sicherheit der Menschen bemüht. Gerhard Scopoli
Einsatzleiter Feuerwehrkommandant Martin Jenny, Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber und der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller im Gespräch, hier am Bahnhof Schruns.
Einsatzleiter Feuerwehrkommandant Martin Jenny, Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber und der Schrunser Bürgermeister Jürgen Haller im Gespräch, hier am Bahnhof Schruns.Gerhard Scopoli
Neben dem Löschunterstützungsfahrzeug der Ortsfeuerwehr Braz (Bild) wurde auch jenes der Feuerwehr Illwerke bei der Großübung verwendet.
Neben dem Löschunterstützungsfahrzeug der Ortsfeuerwehr Braz (Bild) wurde auch jenes der Feuerwehr Illwerke bei der Großübung verwendet.Gerhard Scopoli
Unter den zur Teilnahme an der großen Feuerwehrübung in Schruns eingeladenen Feuerwehren befand sich auch jene aus Latschau.
Unter den zur Teilnahme an der großen Feuerwehrübung in Schruns eingeladenen Feuerwehren befand sich auch jene aus Latschau.Gerhard Scopoli
Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber im Gespräch mit dem Bürgermeister der Marktgemeinde Schruns, Jürgen Haller - hier am Bahnhof Schruns.
Abschnittsfeuerwehrkommandant Markus Greber im Gespräch mit dem Bürgermeister der Marktgemeinde Schruns, Jürgen Haller – hier am Bahnhof Schruns.Gerhard Scopoli
Christian Netzer und Dominik Ganahl, Mitglieder der Schrunser Ortsfeuerwehr.
Christian Netzer und Dominik Ganahl, Mitglieder der Schrunser Ortsfeuerwehr.Gerhard Scopoli
Die Feuerwehrleute hatten 20 Personen, dargestellt durch Puppen, aus der völlig eingenebelten Tiefgarage zu
Die Feuerwehrleute hatten zwanzig Personen, dargestellt durch Puppen, aus der völlig eingenebelten Tiefgarage zu “retten”.Gerhard Scopoli
Der Übungsverlauf wurde fotografisch dokumentiert - hier ein Übungsbeobachter.
Der Übungsverlauf wurde fotografisch dokumentiert – hier ein Übungsbeobachter.Gerhard Scopoli