Monatelange Vollsperre in Rankweil wegen Millionen-Baustelle

Ab November wird die Appenzellerstraße gesperrt. Behinderungen sind garantiert.
Rankweil Auf Autofahrer in Rankweil kommen mehrere Monate mit erheblichen Verkehrseinschränkungen zu. Anfang November 2026 beginnen in der Appenzellerstraße die Bauarbeiten für einen neuen Stauraumkanal samt Rückhaltebecken. Dafür muss die Straße zwischen der Autobahnabfahrt und der Merowingerstraße während der gesamten Bauzeit vollständig für den Durchzugsverkehr gesperrt werden. Die Fertigstellung ist für Ende Mai beziehungsweise Anfang Juni 2027 vorgesehen. Insgesamt werden für das Infrastrukturprojekt rund zwei Millionen Euro brutto aufgewendet.

Die Bauarbeiten erstrecken sich damit über rund sieben Monate. Lediglich über Weihnachten und bis in den Jänner ist abhängig von der Witterung eine etwa einmonatige Baupause vorgesehen. Die Vollsperre ist laut Gemeinde notwendig, um die Arbeiten möglichst sicher, wirtschaftlich und zügig durchführen zu können. Kanal und Rückhaltebecken sollen gleichzeitig errichtet werden. Dadurch lässt sich auch die aufwendige Sicherung der Baugrube einfacher gestalten.

Für Anrainer gibt es allerdings eine wichtige Entwarnung: Sämtliche Häuser bleiben während der Bauarbeiten zumindest von einer Seite erreichbar. Auch die Umfahrungsmöglichkeiten bleiben offen. Gesperrt wird ausschließlich die Durchfahrt durch den betroffenen Straßenabschnitt.
Hinter der Millioneninvestition steckt ein Problem, das bei heftigen Gewittern immer wieder auftreten kann. Wenn innerhalb kurzer Zeit große Regenmengen niedergehen, stößt das bestehende Kanalnetz an seine Kapazitätsgrenzen. Das Wasser kann dann nicht mehr schnell genug abfließen. Im schlimmsten Fall wird Mischwasser über Hausanschlüsse zurück in Keller gedrückt. Gleichzeitig gelangt überschüssiges Wasser bei der Ölzmühle in den Mühlbach, der dadurch in weiterer Folge Richtung Feldkirch über die Ufer treten kann.
Genau hier soll der neue Stauraumkanal ansetzen. Gemeinsam mit dem Rückhaltebecken entsteht ein Speichervolumen von rund 2.200 Kubikmetern. Das entspricht 2,2 Millionen Litern Wasser oder beinahe 15.000 gefüllten Badewannen. Bei Starkregen können diese Wassermengen rund 15 Minuten lang zwischengespeichert werden. Anschließend wird das Wasser über eine automatische Drossel kontrolliert abgeleitet.
Davon sollen nicht nur die unmittelbar angrenzenden Wohngebiete profitieren. Auch die Kanäle nördlich der Unterführung und in der Merowingerstraße werden entlastet.
Die Baumeisterarbeiten wurden in der zehnten öffentlichen Sitzung der Rankweiler Gemeindevertretung vergeben. Insgesamt elf Bauunternehmen hatten Angebote abgegeben. Als Bestbieter ging Tomaselli Gabriel Bau GmbH mit einer Auftragssumme von 2,07 Millionen Euro netto hervor. Finanziert wird das Projekt unter anderem durch Förderungen von Bund und Land in Höhe von insgesamt 23 Prozent sowie durch Rücklagen aus den Kanalgebühren.

Einen vollständigen Schutz vor Überschwemmungen kann allerdings auch der neue Stauraumkanal nicht garantieren. Besonders bei extremen Unwettern bleibt ein Restrisiko bestehen. VN-TK





