Wenn mehr als hundert junge Stimmen erklingen

Kultur / 20.10.2026 • 13:21 Uhr
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Am Sonntag und Montag füllt der Jugendchor das Montforthaus Feldkirch mit A-cappella-Musik.Michaela Mathis

Der Landesjugendchor Vorarlberg singt im Feldkircher Montforthaus A-cappella-Musik.

Feldkirch Der Landesjugendchor Vorarlberg „Voices“ singt am 25. und 26. Oktober ohne Instrumente und ohne Gastensemble. Das Programm spannt einen Bogen von geistlicher und romantischer Chormusik bis zu Folk und Pop. Ein Chor, mehr als hundert Stimmen und kein Instrument, das den Klang trägt: Bei „Pure Voices“ steht der Landesjugendchor Vorarlberg ganz bei sich. Am kommenden Sonntag und Montag gestaltet „Voices“ zwei A-cappella-Abende im Montforthaus Feldkirch. Weil diesmal keine Gäste mitwirken, gehört die Bühne allein den Sängerinnen und Sängern und jenem Miteinander, das den Chor seit seiner Gründung prägt.

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Die Mitglieder sind zwischen 16 und 30 Jahre alt.Michaela Mathis

Ins Leben gerufen hat den Landesjugendchor 2003 der Chorverband Vorarlberg. Seither bringt er junge Menschen aus dem ganzen Land zusammen. Die Mitglieder sind zwischen 16 und 30 Jahre alt und treffen sich mehrmals im Jahr zu intensiven Probenwochenenden, an denen neue Programme entstehen. Mit ihnen tritt der Chor in Vorarlberg und weit über die Landesgrenzen hinaus auf. Regelmäßig misst sich „Voices“ zudem bei internationalen Chorwettbewerben. Die Liste der Erfolge reicht von Málaga (2014) über Krakau, Florenz, Dubrovnik und Riva bis Lindenholzhausen (2024). Von jedem dieser Wettbewerbe kehrte der Chor mit zwei Golddiplomen zurück, in Florenz und Dubrovnik gewann er zusätzlich den Grand Prix. Zuletzt überzeugte „Voices“ 2025 beim „Vox Lucensis“ im italienischen Lucca: Neben zwei Golddiplomen gab es dort einen Kategoriesieg und einen Sonderpreis der Jury.

Singen ohne Netz

Der Verzicht auf jede Begleitung ist bewusst gewählt. So treten Klangfarben, Übergänge und die Präzision des Ensembles umso deutlicher hervor. „Gerade ohne Instrumente steht jedes Detail des Chorklangs im Mittelpunkt und zugleich diese besondere Kraft, die nur im gemeinsamen Singen entstehen kann“, sagt Jakob Peböck. Der musikalische Leiter steht seit 2024 am Pult und kennt den Chor von innen, denn er hat früher selbst bei „Voices“ gesungen. Der 1993 geborene Musiker studierte Schulmusik und Gesang am Mozarteum Innsbruck und am Tiroler Landeskonservatorium. Studienaufenthalte in Riga und an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er sich auch der Chorleitung widmete, ergänzten seine Ausbildung. Heute leitet er neben „Voices“ unter anderem die Stimmwerkbande Chur, den Mädchenchor Zürich und den Kammerchor Feldkirch. Zudem ist er Chorleiter an der Privathochschule Stella.

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Der Chor tritt in Vorarlberg und weit über die Landesgrenzen hinaus auf. Michaela Mathis

Das Programm verbindet Epochen und Genres. Innige geistliche Werke und romantische Chorsätze treffen auf nordische und baltische Klangwelten, auf Folk und Pop; ruhige, berührende Passagen wechseln mit kraftvollen Arrangements. Die Bandbreite soll zeigen, wie weit sich Chormusik öffnen lässt, ohne ihren Kern zu verlieren: das Zusammenspiel der Stimmen. A cappella zu singen verlangt dabei besondere Aufmerksamkeit. Jede Stimme muss sich einfügen, Einsätze und Dynamik entstehen allein aus dem Ensemble heraus. Dem Publikum eröffnet das einen ungewohnten Zugang zu den Stücken: Feinheiten, die im vollen Klang leicht untergehen, werden unmittelbar hörbar.

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Genau darin zeigt sich auch der „Voices-Spirit“, den der Chor selbst als Mischung aus musikalischem Anspruch, Begeisterung und Gemeinschaft beschreibt. Die jungen Sängerinnen und Sänger füllen den Saal, wechseln zwischen feiner Zurückhaltung und voller Wucht und lassen die Vielfalt des Programms lebendig werden. Der Eintritt beträgt regulär 30 Euro, ermäßigt 15 Euro für Kinder, Schülerinnen und Schüler, Lehrlinge sowie Studentinnen und Studenten.