Doppelter WM-Jubel für Patrick Diem in Kairo

Gold, Silber und beinahe Bronze: Ländle-Sportschütze zeigt bei der Großkaliber-WM groß auf.
Kairo Zwei Medaillen, ein Weltmeistertitel und ein denkbar knapp verpasster Podestplatz im Einzel: Für Sportschütze Patrick Diem ist die Großkaliber-WM in Ägyptens Hauptstadt Kairo zu einem vollen Erfolg geworden. Gemeinsam mit Alexander Schmirl (NÖ) und Andreas Thum (T) sicherte sich der 27-jährige Götzner Gold im 300-Meter-Liegendbewerb und Silber im Dreistellungsmatch.

Besonders eindrucksvoll verlief der Liegendbewerb. Mit 1782 Ringen krönte sich das ÖSB-Trio zum Weltmeister. Die Schweiz musste sich knapp geschlagen geben und holte Silber, während Polen den dritten Platz belegte.

Für Diem war es die Fortsetzung einer bemerkenswerten Erfolgsserie. Bereits im Vorjahr hatte er mit Schmirl und Dominic Einwaller (T) WM-Silber gewonnen. Diesmal gelang mit Thum der Sprung auf die oberste Stufe des Siegerpodests. Auch im Dreistellungsmatch bewies das Trio seine Stärke und durfte sich über den Vizeweltmeistertitel freuen.
Nur ein Ring fehlte für Einzelmedaille
Wie gut Diem derzeit in Form ist, zeigte sich auch im Einzelbewerb des 300-m-Dreistellungsmatches. Dort schrammte er hauchdünn an einer weiteren Medaille vorbei. Auf Bronze fehlte ihm lediglich ein einziger Ring.
Dabei hatte Diem einen nahezu perfekten Start erwischt. Im Knieend erzielte er 199 Ringe und damit das beste Ergebnis des gesamten Teilnehmerfeldes in dieser Stellung. Weitere 198 Ringe im Liegend und 191 im Stehend komplettierten seine Leistung. “Mit meinem Wettkampf bin ich im Großen und Ganzen recht zufrieden, auch wenn es an der einen oder anderen Stelle natürlich gerne noch etwas besser hätte laufen dürfen – aber das ist Jammern auf hohem Niveau”, bilanzierte Diem.
Auch mit Blick auf die Mannschaftsbewerbe zog er ein positives Fazit: “Mit dem Team hatten wir natürlich das Ziel, um Gold mitzuschießen. Am Ende sind es Gold und Silber geworden, worüber wir uns natürlich sehr freuen.”
Finalpremiere für Mathis im Weltcup
Nicht nur Diem sorgte in Ägypten für Vorarlberger Erfolgsmeldungen. Beim zuvor ausgetragenen ISSF-Weltcup hatte Thomas Mathis mit Rang sechs im Kleinkaliber-Dreistellungsmatch aufhorchen lassen.

Für den 36-jährigen Hohenemser war es ein besonderer Meilenstein. Erstmals qualifizierte er sich in der olympischen Dreistellungsdisziplin für ein Weltcupfinale. Zuvor war ihm dies lediglich im mittlerweile nicht mehr olympischen KK-Liegend gelungen. “Es war für mich ein erfolgreicher Tag mit meiner ersten Finalqualifikation”, freute sich Mathis. Im Finale habe er zwar die fehlende Erfahrung und Nervosität gespürt, mit dem sechsten Platz sei er aber “total zufrieden”.
In Doha beginnt der Weg nach Los Angeles
Die Erfolge in Kairo machen Hoffnung auf den nächsten Saisonhöhepunkt. Vom 1. bis 15. November steht in Doha die ISSF-WM auf dem Programm. Neben Diem und Mathis hat sich auch Marlene Pribitzer qualifiziert. Die beiden Herren bestreiten das volle Programm mit Luftgewehr (10 m) und Kleinkaliber (50 m), jeweils im Einzel und im Team. Pribitzer startet mit dem Luftgewehr im Einzel, im Team sowie im Mixed gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Mathis.
Die Titelkämpfe haben zudem besondere Bedeutung: In Doha beginnt die Qualifikationsphase für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Jeweils die drei Medaillengewinner in den olympischen Disziplinen erhalten die ersten nationenbezogenen Quotenplätze. Der nicht olympische KK-Liegendbewerb ist davon ausgenommen.
Für Österreichs Schützen geht es damit nicht nur um WM-Medaillen, sondern bereits um die ersten Chancen auf Olympiatickets. Nach den starken Leistungen in Kairo dürfen sich insbesondere die Vorarlberger berechtigte Hoffnungen auf weitere Spitzenplatzierungen machen.