Kurioser Ringer-Krimi geht in die Verlängerung

Sport / 03.11.2026 • 13:29 Uhr
Drei Kämpfe sind noch nachzuholen. VN-SERRA
Drei Kämpfe sind noch nachzuholen. VN-SERRA

Drei Nachholkämpfe sorgen für Hochspannung im Kampf um das Halbfinalticket.

Hörbranz Das gibt es auch in der Ringer-Bundesliga nicht alle Tage! Der KSK Klaus hat das prestigeträchtige Vorarlberger Derby beim AC Hörbranz zwar gewonnen, doch der Kampf um das begehrte Halbfinalticket ist noch immer nicht entschieden. Drei Begegnungen müssen am kommenden Samstag im Leiblachtalsaal nachgetragen werden. Erst dann steht fest, welcher der beiden Rivalen im Halbfinale gegen Rekordmeister AC Wals am 14. November auf eigener Matte und eine Woche später auswärts antreten wird.

In die Verlängerung geht Hörbranz gegen Klaus. VN-SERRA
In die Verlängerung geht Hörbranz gegen Klaus. VN-SERRA

Der Grund für dieses kuriose Nachspiel liegt in der zeitgleich ausgetragenen Weltmeisterschaft in Kasachstan. Drei ausländische Spitzenringer, zwei aufseiten des AC Hörbranz und einer beim KSK Klaus, waren für ihre jeweiligen Nationalmannschaften im Einsatz und konnten deshalb beim Derby nicht antreten. Ihre Kämpfe wurden zunächst von Ersatzringern bestritten. Die Ligabestimmungen erlauben jedoch, die Begegnungen mit den WM-Teilnehmern nachzuholen.

Damit wird die Rechnung plötzlich kompliziert. Im ursprünglichen Mannschaftsprotokoll scheint ein 28:24-Erfolg für Klaus auf. Nach Bereinigung der drei betroffenen Kämpfe lautet der aktuelle Zwischenstand allerdings 25:16 für die Gäste. Neun Punkte Vorsprung, die Klaus nun über die Ziellinie bringen will.

Hörbranz setzt seine Hoffnungen vor allem auf die beiden kubanischen Nationalteamringer Daniel Gregorich (87 kg Greco) und Arturo Silot Torres (100 kg Freistil). Doch selbst zwei deutliche Siege der Kubaner würden Hörbranz nicht automatisch retten. Holen beide jeweils vier Mannschaftspunkte und gewinnt auch der georgische Legionär Akadi Kemertelidze (70 kg Freistil) auf Klauser Seite mit vier Zählern, lautet das Endergebnis 29:24 für Klaus. Die Leiblachtaler müssen deshalb nicht nur selbst liefern, sondern auch auf einen Ausrutscher des Rivalen hoffen.

Beim Jubilar KSK Klaus überwiegt die Zuversicht, den Halbfinaleinzug endgültig perfekt zu machen. Allerdings bereiten mehrere verletzte und angeschlagene Ringer Sorgen für das Duell mit Wals.

Klaus hat die besseren Karten, Hörbranz klammert sich an seine letzte Chance. Ein bereits gewonnenes Derby, drei ausstehende Kämpfe und ein Halbfinalticket, das noch keinen endgültigen Besitzer hat. Dieser Ringer-Krimi geht tatsächlich in die Verlängerung. Für die nationale Mannschaftsmeisterschaft wohl ein Novum, an Spannung kaum zu überbieten.

In der Parallelgruppe hat sich der KSV Götzis bereits vor zwei Wochen sein Halbfinalticket gesichert und trifft im Duell um den Finaleinzug am 14. November auswärts und am 21. November zu Hause auf Titelverteidiger RSC Inzing. VN-TK