Ver-rücktes bei Gott und in der Musik

Kultur / 08.11.2026 • 15:00 Uhr
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Sonus Brass und Pater Martin Werlen (ganz rechts) präsentieren „Ver-rücktes bei Gott und in der Musik“.St. Arbogast

Sonus Brass und Pater Martin Werlen gestalten eine „Fantasie für Bläserquintett und Sprecher“.

St. Arbogast Dass die Welt verrückt spielt, ist derzeit keine gewagte Diagnose, sondern eine, die man fast täglich bestätigt bekommt. Das Ensemble Sonus Brass und Pater Martin Werlen machen genau daraus ein Programm: Unter dem Titel „Ver-rücktes bei Gott und in der Musik“ präsentieren sie am Donnerstag, 12. November ab 20 Uhr in der Kapelle von St. Arbogast in Götzis ein eigens für diesen Abend einstudiertes Format zwischen Konzert und Lesung. Der Bindestrich im Titel ist Programm. Ver-rücken heißt, etwas aus seiner festgefahrenen Lage zu bewegen. Gott, so der Gedanke des Abends, rüttelt an unserer Erstarrung, und die Musik erreicht selbst jene, die an den verschiedenen Sesseln der Gesellschaft kleben.

Zwischen den Musikstücken spricht Werlen über Erheiterndes und Ermutigendes in einer Zeit, die beides dringend nötig hat. Als Gewährsmann für die Verrücktheit berufen sich die Veranstalter auf keinen Geringeren als Erasmus von Rotterdam, dem der Gedanke zugeschrieben wird, die höchste Form des Glücks sei ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit.

Fantasie für Mutige

In Vorarlberg ist Werlen kein Unbekannter. Der Benediktiner studierte Theologie, Philosophie und Psychologie und stand von 2001 bis 2013 als Abt dem Kloster Einsiedeln vor. Seit 2020 leitet er die zum Kloster gehörende Propstei St. Gerold im Großen Walsertal. In zahlreichen Büchern setzt er sich mit den Herausforderungen von Kirche und Gesellschaft auseinander und wirbt für vertrauenswürdige Lösungen auf dem Weg in die Zukunft.

Sonus Brass wiederum zählt zu den aktivsten klassischen Blechbläserensembles im deutschen Sprachraum. Seit 32 Jahren trägt das Quintett seine einfallsreichen Konzertideen an Orte wie den Wiener Musikverein, die Elbphilharmonie, das KKL Luzern oder das Konzerthaus Berlin, ebenso gern aber in kleinere Häuser und zu Festivals. In St. Arbogast spielen Stefan Dünser und Attila Krako (Trompete), Zoltan Holb (Horn), Jan Ströhle (Posaune) und Harald Schele (Tuba).

Das Programm spannt einen weiten Bogen: von Johann Sebastian Bach über Claude Debussy und Manuel de Falla bis zu Leonard Bernstein, dem Tiroler Werner Pirchner, John Cheetham und Murat Üstün. Eine Fantasie für Mutige also, die ahnen, wie viel Kraft in der Hoffnung steckt.