Ein herzhafter Minimalist als praktischer Wegbegleiter

Mobilität / 17.11.2019 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im kantig-knackigen Offroadlook kommt der T-Cross ziemlich frech und frisch daher. VN/STEURER

Voll ambitioniert fährt der neue T-Cross von VW hinein in den Mini-SUV-Trend.

Hans Günter Pellert

VW So oder so: Geschick braucht keine Größe. Diesem Motto folgend, fährt der neue VW T-Cross mitten hinein in die vielschichtige SUV-Fangemeinde, die offenbar immer höher hinaus will, aber gleichzeitig nicht allzu großspurig daherkommen will.

Stämmig steht er da, auf seinen 18-Zoll-Alus. Um den Polo-Ableger als Softroader richtig wirken zu lassen, hat Volkswagen kräftig in den Schminkkoffer gegriffen und dick aufgetragen. Der kleine Hochsitz-Wolfsburger stellt sich in einem pfiffig-sportiven Outdoorlook zur Schau, von vorne bis hinten knackig-kantig geformt. Dazu passen die hohen schwarzen Radkästen samt dezenter Rundum-Beplankung sowie die Dachreling und der Heckspoiler.

Auffälligkeit

So weiß der T-Cross, der sich mit einer Außenlänge von lediglich 4,11 Meter begnügt, im Straßenverkehr oder auf dem Parkplatz durchaus Aufmerksamkeit zu erwecken. Gleichzeitig überspielt der urbane Mini-SUV damit einigermaßen gekonnt, dass er als ausschließlicher Fronttriebler eigentlich überhaupt nicht auf Geländeabenteuer aus ist. Der Polo auf Stelzen zielt weniger auf ambitionierte Freizeitaktivisten als vielmehr auf praktisch veranlagte Jungfamilien oder Seniorenpaare ab, die auf einen wendigen Alltags-Allrounder aus sind.

Die moderne Innenarchitektur könnte noch ein wenig mehr Softtouch vertragen.

Tatsächlich schlägt sich der T-Cross seiner Mission entsprechend vorteilhaft. Der kleine Aufsteiger bietet ein unverkrampftes Ein- und Aussteigen. Ein Wohlgefühl ist auf den vorderen Plätzen garantiert, dazu kommt die übersichtliche Sitzposition. Und auch für groß gewachsene Hinterbänkler ergibt sich infolge des 2,56-Meter Radstandes eine ordentliche Bewegungsfreiheit.

Alltagstauglichkeit

Seine Alltagstauglichkeit unterstreicht der Kleindarsteller überdies durch eine flexible Raumnutzung. So ist nicht nur die Rückbank um zwei Handbreit verschiebbar, auch die Beifahrersitzlehne ist komplett umklappbar. Bei umgelegter Rücklehne offeriert der T-Cross schließlich ein maximales Gepäckraumvolumen von 1281 Litern. In den Mini-SUV lässt sich also prima einräumen. Außerdem beinhaltet der T-Cross allerlei moderne Komfort- und Assistenzsysteme, die das Autofahren angenehmer und sicherer machen. Das optionale Digitalcockpit gibt zusätzlichen Pep. Weniger gefällt hingegen die nüchterne Hartplastiklandschaft. Das kann VW eigentlich viel besser.

Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein überraschend praktikabler Stauraum.

Und wie fährt er sich? Im VN-Test werkelte der 1,0-l-Turbobenziner unter der Motorhaube, der 115 PS lockermacht. Das Dreizylinder-Triebwerk ist eine durchaus lebendige Kraftquelle, welche den T-Cross ganz souverän in Schwung bringt. Es geht auf Abruf sowohl auf Überlandfahrten als auch auf Autobahnetappen munter voran. Zum guten Gesamteindruck trägt auch das straff-sichere Fahrwerk bei, das nur gelegentlich stärkere Stöße nach oben durchlässt.

Fahreindruck

„Fahrtechnisch ist der T-Cross ebenso handlich und wendig, wie die Lenkung direkt und präzise ist.“

Fakten & Daten:

Motor/Antrieb 3-Zylinder-Turbobenziner, 115 PS, 200 Nm/2000 bis 3500 U/min, Frontantrieb, 7-G-DSG

Fahrleistung/Verbrauch 0-100 km/h: 10,2 Sek., Spitze: 193 km/h, Norm: 5,1 l (116 g CO2/km) Test: 6,3 l

Preis Grundpreis 26.090 Euro, Testwagen („Style“-Version) 31.527 Euro