“Man bekommt in so einer Situation schon Angst” – Patientin schildert Cobra-Einsatz im LKH Feldkirch

Am Abend ist bei einem VN-Lokalaugenschein die Aufregung in den Gängen des Landeskrankenhauses Feldkirch noch spürbar, auch wenn die meisten Polizeieinheiten längst abgerückt sind.
Feldkirch “Ich blickte aus dem Fenster meines Zimmers und sah, wie mehrere Polizeibusse die Straße entlangfuhren”, sagt Petra Berchtold im Gespräch mit den VN am Mittwochabend. Ihre Bettnachbarin, deren Tochter bei der Polizei ist, schlug vor, sich sicherheitshalber im WC des Zimmers zu verbarrikadieren. “Man bekommt in so einer Situation schon Angst.”

Sie sei derzeit wegen “einer Lappalie” Patientin auf der Abteilung Inneres. “Da ist man eigentlich als gesunder Mensch hier, und dann kommen einem Gedanken wie: Was, wenn du jetzt angeschossen wirst”, räumt Berchtold ein. Nun ist sie froh, dass es offenbar ein glimpfliches Ende nahm.
Mann dürfte geschossen haben
Das Personal im LKH Feldkirch gab sich bedeckt, die Einsatzleitung der Polizei sichtete am Mittwochabend noch die Aufzeichnungen der Videoüberwachung. KHBG-Geschäftsführer Gerald Fleisch erfuhr im LKH Bludenz von dem Zwischenfall in Feldkirch. Sein Informationsstand am Mittwochabend war, dass eine Person mit Pistole festgenommen wurde. Dabei dürfte der Mann auch einen Schuss aus der – wie inzwischen bekannt war – Schreckschusspistole abgegeben haben. “Was ich bestätigen kann, ist, dass der Informationsfluss inklusive der Alarmierung gut funktioniert hat”, sagt Fleisch im Gespräch mit den VN.

Mit Pistole in der Hand Mutter angesprochen
Laut den bislang bekannten Informationen sprach ein Mann österreichischer Staatsbürgerschaft in der Tiefgarage des LKH Feldkirch eine Mutter und ihre 14-jährige Tochter an. Er hielt dabei eine Schreckschusspistole in der Hand. Der Mann versuchte, die Frau zu nötigen, ihn mit ihrem Pkw in Richtung Bludenz zu fahren. Die Frau ließ sich jedoch nicht einschüchtern und entfernte sich gemeinsam mit ihrer Tochter von dem ihr unbekannten Mann.
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Nur wenige Minuten später griff das Einsatzkommando Cobra ein und konnte den Mann widerstandslos festnehmen. Die Schreckschusspistole wurde sichergestellt, der Mann in Gewahrsam genommen. Er dürfte zumindest unter dem Einfluss von THC gestanden haben. Gegen den 44-Jährigen wurde ein vorläufiges Waffenverbot ausgesprochen. Verletzt wurde niemand.