Wo mitten im Dornbirner Wohngebiet Premium-Herrenmode hergestellt wird

Die Vorarlberger Modemarke Phil Petter möchte den internationalen Modemarkt mit Qualität, Schnelligkeit und Innovation erobern.
Dornbirn Mitten im Dornbirner Wohngebiet, in der ehemaligen Wäscherei der Südtirolersiedlung, wird zugeschnitten, genäht und produziert. Gerade wird dort die neue Kollektion der Vorarlberger Herrenmodemarke Phil Petter gefertigt. Während in der Konfektion bereits Winterware produziert wird, arbeitet das Kreativteam schon an der Sommerkollektion 2027. Fein säuberlich hängen die ersten Prototypen an den Kleiderstangen im Showroom. “Wir sind gerade in den Endzügen, bis Mitte Juni muss die Kollektion fertig sein”, sagt Barbara Dreher, verantwortlich für Sales und Product Management.

Vom Design über die Strickerei bis hin zum Zuschnitt und Nähen passiert nahezu alles unter einem Dach. Im Garnlager stapeln sich italienische Garne, wenige Meter weiter rattern die Strickmaschinen. “Früher wurde mit Lochkarten gearbeitet, heute läuft alles digital”, erklärt Strickereileiter Nihat, der gerade einen neuen Größensatz von S bis XXXL programmiert.

Gegründet wurde das Unternehmen 1973 von Corinna und Kurt Petter. Begonnen hat alles in einer Garage in Dornbirn, mittlerweile vertreibt die Vorarlberger Modemarke Phil Petter Premium-Herrenoberteile, Pullover, Poloshirts und Jacken in ganz Europa, Nordamerika und Japan. “Die stärkste Region bleibt aber der DACH-Raum”, unterstreicht Dreher. In Vorarlberg führen Gatsby in Bregenz, Luger Mode Hard und Ambros in Dornbirn die Marke.

Vor rund drei Jahren begann für das Traditionsunternehmen ein großer Umbruch. Eine Investorengruppe übernahm 75 Prozent der Firma, gleichzeitig wurde die Nachfolge geregelt und der Betrieb modernisiert. Heute wird das Unternehmen operativ von Gerhard Wiedmann, Barbara Dreher und Egon Maurer geführt. “Die letzten Jahre waren sicherlich eine Achterbahnfahrt”, sagt Barbara Dreher. Viele Abläufe mussten neu organisiert und Prozesse modernisiert werden. “Wir haben einen richtigen Modernitätsschub hineingebracht.”

Der Großteil der Strickware entsteht direkt vor Ort, gearbeitet wird ausschließlich mit europäischen Partnern. “Das ist uns ein besonderes Anliegen. Wir haben nicht nur im Haus kurze Wege, sondern auch zu unseren Partnern”, zeigt sich Dreher stolz.

Vieles passiert jedoch noch immer in Handarbeit. Pflegeetiketten werden von Hand angenäht, Fäden vernäht und Reißverschlüsse sorgfältig eingearbeitet. “Nur so können wir beste Qualität gewährleisten”, sagt Mitarbeiterin Sabine Kirchmann.


Produziert wird ausschließlich auf Auftrag. Rund 400 bis 500 Kleidungsstücke werden jede Woche gefertigt. Dass eine solche Produktion noch mitten in Dornbirn existiert, wüssten viele gar nicht, sagt Dreher. “In der Textilbranche ist unsere Marke bekannt, wir wollen aber, dass auch die Kunden wissen, was unsere Marke besonders macht und wer wir sind”, sagt Geschäftsführer Gerhard Wiedmann.

Der Textilhandel sei derzeit ein hartes Pflaster, sagt Gerhard Wiedmann. Internationale Entwicklungen wie höhere Zölle oder wirtschaftliche Unsicherheiten bekomme das Unternehmen sofort zu spüren. Umso stärker setze Phil Petter auf Qualität, Regionalität und langlebige Produkte. “Unser Ziel ist klar: Wir wollen wachsen”, sagt Wiedmann. Entscheidend seien dafür hochwertige Kollektionen, schnelle Produktionswege und Kunden, die bewusst in Qualität investieren.

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