Ried wurde zur autofreien Zone

Am Sonntag veranstalteten die acht plan-b-Gemeinden den
beliebten Rad-Ried-Tag.
Lustenau Vogelgezwitscher statt Motorenlärm, idyllische Wäldchen und freie Wege: Die normalerweise stark befahrenen Straßen durch das Ried zeigten sich am Sonntag von ihrer ruhigen Seite. Von halb elf bis 16 Uhr waren die Hofsteigstraße und die Zellgasse in Lustenau, die Senderstraße Richtung Wolfurt sowie die Höchsterstraße Richtung Dornbirn für den Durchzugsverkehr gesperrt. Die acht plan-b-Gemeinden hatten zum beliebten Rad-Ried-Tag geladen. Bei warmen herbstlichen Temperaturen machten sich zahlreiche Radfahrer und Spaziergänger aus der gesamten Region auf den Weg zum Senderparkplatz, der heuer als Festplatz diente. “Es gab eine gemeinsame Sternfahrt von Lustenau und Lauterach aus. In der Mitte, hier beim Sender, treffen sich alle”, erklärte Alois Mätzler von plan-b. Der Veranstaltungsort wurde heuer aufgrund der Sanierung der Holzbrücke beim Sender verlegt.


Familien genießen freie Riedstraßen
Unter den Besuchern waren Sabrina und Josef Golemac aus Lustenau mit ihren Kindern Roko und Matio. Sie nutzten die leeren Riedstraßen für eine gemeinsame Radtour. “Wir machen bei der Holzbrücke ein Foto ohne Autos”, freute sich Josef Golemac.

Auch Alex und Vanessa aus Wolfurt waren mit ihrer Tochter Adeline zum Festplatz geradelt. Für Alex könnte es den Rad-Ried-Tag ruhig öfter geben.

Aus Bregenz kamen Benedikt Böhler (11) und seine Schwester Theresa (9) mit ihren Eltern. “Ich find’s super, dass heute keine Autos fahren. Wir haben Pferde und Kühe gesehen”, erzählte Theresa. Die Familie nahm bereits zum dritten Mal am Rad-Ried-Tag teil.

Forderungen nach Sperre
Für Umweltgemeinderat Simon Vetter (Grüne) aus Lustenau ist der autofreie Tag auch ein Anlass, die Forderung nach einer regelmäßigen Sperre des Rieds zu bekräftigen. “Es ist ein Wahnsinn, dass wir es nicht hinkriegen, dass das Ried in den Sommermonaten am Wochenende für den Durchzugsverkehr gesperrt wird”, kritisierte Vetter.

Urlauber oder Lkw müssten am Wochenende nicht durch das Ried fahren. “Wir haben ein Naherholungsgebiet vor der Haustüre und können es nicht nutzen.” Vetter verweist darauf, dass Landesstraßen etwa in Schröcken und Warth zeitweise gesperrt werden. “Warum also nicht auch das Ried? Wo ein Wille, da ein Weg”, sagt er. Unterstützung erhält er von Lustenaus Altbürgermeister Kurt Fischer: “Wir werden nicht müde, unsere Forderungen aufrechtzuerhalten, denn Familien sollten am Wochenende einen sicheren Ausflug in den Naherholungsraum Ried machen können.”
Auch für die 74-jährige Sieglinde Riedmann, die jedes Jahr beim Rad-Ried-Tag dabei ist, wäre eine regelmäßige Sperre wünschenswert. “Es ist einfach herrlich, wenn man ohne Angst vor den Autos hier radeln kann. Warum kann man am Sonntag das Ried nicht sperren?”, fragt die passionierte Radfahrerin. “Am Sonntag findet kein Arbeitsverkehr statt”, stellt sie klar. Auch ihr Mann Oskar beobachtet eine stetige Zunahme des Verkehrs. Selbst die schmaleren Straßen würden Autofahrer nicht abschrecken.

Autofreier Tag als Publikumsmagnet
Beim Rad-Ried-Tag konnten die Besucher das Naherholungsgebiet jedenfalls unbeschwert genießen. Beim Festplatz kamen sie miteinander ins Gespräch, Fahrräder wurden beim kostenlosen Check-up überprüft, und für die Kinder gab es neben einem großen Sandhügel auch einen Fahrradparcours.
Der Rad-Ried-Tag zeigte einmal mehr, wie beliebt das autofreie Ried bei Familien und Freizeitradlern ist. Ob aus dem Aktionstag künftig eine regelmäßige Sperre an Sommerwochenenden wird, liegt an den zuständigen Stellen des Landes. BVS









