13-jährige Gewalttäter in Dornbirn: Das weiß man über die Täter und ihre Vorgeschichte

Gewalt und Verbrechen / 22.10.2026 • 17:14 Uhr
13-jährige Gewalttäter in Dornbirn: Das weiß man über die Täter und ihre Vorgeschichte
Der Überfall auf den Senior in Dornbirn entsetzt durch seine Gewalttätigkeit.VN

Die beiden Minderjährigen, die einen 72-Jährigen brutal überfallen haben sollen, sind in Dornbirn und den Behörden bekannt.

Dornbirn “Gewalt in dieser Art darf in Dornbirn keinen Platz haben. Mein tiefstes Mitgefühl gilt dem Opfer und seinen Angehörigen und ich wünsche dem Schwerverletzten eine vollständige und rasche Genesung”, betont Dornbirns Bürgermeister Markus Fäßler.

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Bislang waren die beiden 13-Jährigen, ein Deutscher und ein Syrer, vor allem wegen Vermögensdelikten wie Diebstahl und Sachbeschädigungen aufgefallen. “Eltern, Erziehungsberechtigte und das soziale Umfeld müssen Verantwortung übernehmen. Wo Prävention nicht greift, braucht es klare Grenzen und verbindliche Konsequenzen”, sieht sich Fäßler auf einer Linie mit dem Kinder- und Jugendanwalt Christian Netzer. Man werde das Sicherheitskonzept konsequent weiterentwickeln, die Stadtpolizei sei schon verstärkt auf der Straße.

Das weiß man in Dornbirn

Szenekundige in Dornbirn sprechen von Schulverweisen und Suspendierungen der 13-Jährigen. Mindestens einer der beiden Jugendlichen soll auch schon am Paedakoop, dem Nachfolgeprojekt der Landessondererziehungsschule Jagdberg, gewesen sein. Dies habe aber offenbar wenig gefruchtet, die beiden seien immer wieder in Raufhandel verwickelt, mal als Täter, mal als Opfer.

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13-jährige Gewalttäter in Dornbirn: Das weiß man über die Täter und ihre Vorgeschichte
OJAD-Geschäftsführer Stefan Rainer betont, dass die beiden Tatverdächtigen die Ausnahme darstellen. VN/STeurer

Die Offene Jugendarbeit OJAD hatte bisher nur losen Kontakt zu den beiden. “Wir müssen darauf setzen, dass sie freiwillig zu uns kommen”, räumt Geschäftsführer Stefan Rainer ein. Die berichtete Gewalttat sei fürchterlich. “Die Frage muss bleiben, was hier alles in der Vergangenheit schieflief, dass es so weit kommen konnte”, betont er, dass die beiden eine Ausnahmeerscheinung darstellen. Hier verweist er auf das gemeinsam mit der Polizei laufende Pilotprojekt Spurwechsel: Jugendarbeit und Polizei wollen auch durch Hausbesuche Täter möglichst früh erreichen und die Konsequenzen aufzeigen. “Jugendliche sollen nicht aus Angst von Straftaten abgehalten werden, sondern Einsicht haben, dass sie auf dem falschen Weg sind”, ist Rainer wichtig.

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Amtsbekannt

Bei Intensivtätern unter 14 Jahren stoße die Kinder- und Jugendhilfe an ihre Grenzen, da sie auf die Kooperation der Betroffenen angewiesen ist. Da diese Kinder noch nicht strafmündig sind, fehlen rechtliche Möglichkeiten zur Anhaltung. Konkrete Angaben zu einzelnen Fällen sind aufgrund der Verschwiegenheitspflicht nicht möglich. Die Bezirkshauptmannschaft Dornbirn betont, in den betreffenden Fällen alle verfügbaren Maßnahmen ausgeschöpft zu haben. Dazu zählen Erziehungsberatung, psychosoziale Hilfen und sozialpädagogische Familienarbeit. Auch die Zusammenarbeit mit Schulen, Schulsozialarbeit und Polizei sei laufend erfolgt. Der Verein Neustart kann zudem bei der Aufarbeitung von Straftaten helfen.

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Die beiden 13-Jährigen sorgten zusammen dieses Jahr für 300 Nennungen als Tatverdächtige. Gegenüber den VN und VOL.AT wurden in den vergangenen Monaten immer wieder Probleme mit strafunmündigen Jugendlichen im Norden Dornbirns bis Wolfurt gemeldet. Welche dieser Taten auf das Konto der beiden Jugendlichen gehen, lässt sich nicht nachvollziehen.

Wallner: Strafbarkeit als Ergänzung

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“Die Kinder- und Jugendhilfe kann viel an Unterstützung leisten”, betont Landeshauptmann Markus Wallner. Aber man müsse die Tatsache beim Namen nennen, dass diese derzeit bei Intensivtätern an Grenzen stoße. “Du musst strafrechtliche Maßnahmen, Zwangsmaßnahmen genauso rasch setzen können wie alle Unterstützungen der Kinder- und Jugendhilfe”, betont er, dass strafrechtliche Sanktionen und sozialpädagogische Unterstützung Hand in Hand gehen müssten. Aber es könne auch nicht sein, dass man bei schweren Gewalttaten zuschauen müsse. “Das ist kein Zustand.”

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