Kretzer-Währung hat es in den Kunsttempel geschafft

Kultur / 11.11.2016 • 21:56 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Helmut King mit einem seiner Kunstprodukte. Foto: MD
Helmut King mit einem seiner Kunstprodukte. Foto: MD

Der Vorarlberger Künstler Helmut King ist mit seinen Geldscheinen
im Bode-Museum gelandet.

Berlin, Bregenz. (VN-cd) „Support the art, don‘t buy a King“ ließ der bekannte Comic-Zeichner schon vor Jahren verlauten. Dass es dabei selbstverständlich einiges zu kaufen gab und dass die Sammler auch entsprechend darauf reagierten, hat den guten Ruf des Künstlers Helmut King (geboren 1950 in Hard) bestärkt, und zwar so, dass das Kaufen selbst im breitgefächerten Œuvre des Vorarlbergers ein Thema ist, der Verpackungsmaterial ebenso gestaltet wie er Plakate entwirft oder Gegenständen seinen unverwechselbaren Stempel aufdrückt. Wo King draufsteht, ist insofern Königliches drin, als sich der Künstler kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, Obsessionen auszudrücken oder das Böse ebenso zu verbildlichen wie das Gute, das Schöne und das Schreckliche.

Kunst prägt Geld

Kurz nach der Einführung des Euro, als man belustigt beobachten konnte, wie die Menschen Schlange standen, um Startpakete mit den neuen Münzen zu ergattern, hatte er jedenfalls die Idee, selbst eine Währung zu entwerfen. Der Kretzer, gemäß einer im Bodensee vorkommenden Fischart, von der sich auch der Name einer regionalen Vereinigung von Kreativen ableitete, war erfunden. Als Zahlungsmittel im „United Kingdom of Kretzer“ wurden die Scheine nicht nur am Rande der Biennale in Venedig, sondern im Sommer 2003 auch über eine Bank in Bregenz in Umlauf gebracht und zwar so nachhaltig, dass die Aktion nun Eingang in eines der renommiertesten Museen Deutschlands findet. Im Bode-Museum im Zentrum von Berlin geht es demnächst um Banknoten bzw. um Kunst, die Geld prägt, oder um „Muse macht Moneten“, wie der Titel lautet, und King und sein Kretzer sind dabei.

Die Ausstellung im Bode-Museum in Berlin läuft vom 24. November 2016 bis 27. Mai 2017.