Mitarbeiter mit ganz viel Liebe zu den Menschen und zu Maschinen

Extra / 17.11.2015 • 09:13 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Lucia Jörg sorgt als Diätologin dafür, dass Patienten, die es brauchen, in ihrem Ernährungsverhalten entsprechend unterstützt werden. 
Lucia Jörg sorgt als Diätologin dafür, dass Patienten, die es brauchen, in ihrem Ernährungsverhalten entsprechend unterstützt werden. 

Medizintechnische Berufe bieten abwechslungsreiches Spektrum an Beschäftigungen.

feldkirch. (VN-mm) Es gibt in den Spitälern Berufsgruppen, die so sehr im Hintergrund arbeiten, dass sie von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen werden. Dazu gehören beispielsweise die medizintechnischen Dienste (MTD). Allein in den Landeskrankenhäusern gibt es 266 Mitarbeiter, die eine solche Tätigkeit ausüben. Zu den größten Gruppen zählen die Radiologietechnologen sowie die Physiotherapeuten und biomedizinischen Analytiker. Die Verantwortung, die sie für das Wohlergehen ihrer Patienten tragen, ist groß, die Freude am Beruf ebenso.

Wichtige Aufklärung

Christoph Zelzer (40) ist seit fast 18 Jahren in der Nuklearmedizin des Landeskrankenhauses Feldkirch als Radiologietechnologe (RT) angestellt. Was ihn und seine Kolleginnen bzw. Kollegen eint, ist die Affinität zu den Menschen und zur Technik. Das eine wie das andere erfordert Fingerspitzengefühl. „Wir arbeiten mit offenen radioaktiven Stoffen. Die Warnsymbole, die in unserer Abteilung überall zu sehen sind, machen viele Patienten unsicher. Deshalb ist es sehr wichtig, sie genau über die Untersuchung und das richtige Verhalten aufzuklären. Das trägt viel zur Beruhigung bei“, weiß Zelzer.

Zeit für ein Schwätzchen

Die Stoffe werden gespritzt oder inhaliert. Danach kann eine sogenannte Szintigrafie, das ist eine spezielle Bildgebung in der Nuklearmedizin, durchgeführt werden. Von einem RT verlangt der Umgang mit offenen radioaktiven Substanzen ein sauberes und schnelles Arbeiten. Das dient auch dem Selbstschutz. Nicht ganz so gefährlich lebt Stefanie Winter (39) bei ihrer Tätigkeit in der Abteilung für Strahlentherapie. Dort erfolgt die Bestrahlung von Krebspatienten mithilfe von Linearbeschleunigern. Die riesigen Maschinen jagen vielen Betroffenen Angst ein. Ihnen die zu nehmen sieht Winter als eine der wichtigsten Aufgaben an. „Das braucht Einfühlungsvermögen, denn die Erkrankung belastet die Patienten zusätzlich“, erzählt die Radiologietechnologin aus Tübingen. Da muss auch Zeit für ein Schwätzchen bleiben. Berührende Rückmeldungen von Patienten haben in Stefanie Winter das Gefühl verstärkt, im richtigen Beruf zu sein. Am Landeskrankenhaus Feldkirch schätzt sie die familiäre Atmosphäre und die geregelten Dienstzeiten. Dass es keine Wochenend- und Abenddienste zu schieben gilt, kommt übrigens allen in dieser Sparte entgegen.

Seit 25 Jahren arbeitet Astrid Kostenzer (46) als Radiologietechnologin. Sie ist in der Radiologie zugange. „Die Geräte haben sich seitdem enorm weiterentwickelt“, berichtet sie. Besonders die von vielen gefürchtete Strahlenbelastung werde immer geringer. „Da können wir die Patienten wirklich beruhigen“, sagt Kostenzer. Die Radiologie wendet für die verschiedenen Bildgebungsverfahren ionisierende Strahlen an. Das Spektrum der Aufnahmen reicht von Durchleuchtungen über CT-Schnittbilduntersuchungen und Mammografien bis hin zu Magnetresonanztomografien (MRT), Ultraschall sowie Unfall- und orthopädischem Röntgen.

Einladung zum Schnuppern

Die Ausbildung für einen Beruf im medizintechnischen Dienst umfasst sechs Semester und endet mit einem Bachelor. Astrid Kostenzer wollte in die Medizin, nicht jedoch Medizin studieren. Sie schnupperte deshalb in einer Ordination, und was sie sah, gefiel ihr. „Der RT-Beruf ist sehr vielseitig“, konstatiert sie. Nach dem Studium spezialisierte sich Kostenzer auf die Radiologie. „Da wir Nachwuchs brauchen, sind Interessierte jederzeit zum Schnuppern eingeladen“, merkt sie noch an.

Ebenfalls zu den medizintechnischen Tätigkeiten zählt das Berufsbild der Diätologin. Lucia Jörg (27) kämpft noch immer mit dem Vorurteil, es gehe dabei nur ums Abnehmen. „Im Spital ist häufiger das Gegenteil der Fall“, klärt die „Kalorienfee“, wie sie von ihren Patienten liebevoll genannt wird, auf. Denn oft haben es Diätologen mit mangelernährten Personen zu tun. Diätologen stehen auch längst nicht mehr selbst am Herd. Sie sind vielmehr erste Ansprechpersonen für Ernährungsfragen, -therapie und Diätetik und somit Bindeglied zwischen Krankenhausabteilung und Küche. „Unser Berufsbild hat sich in Richtung Ernährungsmedizin und Wissenschaft gewandelt“, betont Lucia Jörg. Gleichzeitig ist Essen und Trinken etwas sehr Persönliches. Das erfordert ein individuelles Eingehen auf jeden Patienten. Auch die Angehörigenarbeit ist ein wichtiger Teil der Ernährungstherapie.

Astrid Kostenzer hat in der Radiologie einen Tätigkeitsbereich gefunden, von dem sie immer noch schwärmt. Fotos: vn/Paulitsch
Astrid Kostenzer hat in der Radiologie einen Tätigkeitsbereich gefunden, von dem sie immer noch schwärmt. Fotos: vn/Paulitsch