Osteuropa bleibt wichtiges Ziel von österreichischen Direktinvestitionen

07.03.2019 • 07:47 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Nahezu ein Drittel des Bestands an österreichischen Direktinvestitionen ging nach Osteuropa.

Nahezu ein Drittel des Bestands an österreichischen Direktinvestitionen ging nach Osteuropa.

Mit 55,5 Mrd. Euro lag Ende 2016 nahezu ein Drittel des gesamten Bestands an österreichischen Direktinvestitionen (185,7 Mrd Euro) in den osteuropäischen Ländern.

Dieses Vermögen resultiert aus einer langjährigen, durch fundierte Marktkenntnis unterstützte und von konjunkturellen Entwicklungen weitgehend unbeeinflusste Investitionsstrategie österreichischer Unternehmen, die ihre Präsenz in Osteuropa selbst im für Direktinvestoren ungünstigen Umfeld der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise aufrecht hielten. Auch die im Zuge der Restrukturierung des UniCredit-Konzerns vorgenommene Verschiebung osteuropäischer Beteiligungen der Bank Austria von Österreich nach Italien änderte dieses Bild nicht wesentlich.

Beachtliche Rendite

Zwischen 2005 und 2016 er­gab sich für österreichische Direktinvestoren – abgesehen von kurzfristigen ertragsschwachen Phasen – in den CESEE-Ländern eine stetige und insgesamt beachtliche Rendite von durchschnittlich etwa acht Prozent p.a. Eine neue Mikrodatenanalyse zeigt, dass Ende 2016 rund 30 Prozent dieser österreichischen Direktinvestitionen in Osteuropa auf Unternehmen entfielen, die zwar in Öster­reich ansässig sind, ihrerseits aber mehrheitlich ausländischer Kontrolle unterliegen. Zwei Drittel davon stammen aus Unternehmen mit Sitz in anderen EU-Ländern. Noch höher lag der Anteil ausländisch kontrollierter Unternehmen bei Österreichs Veranlagungen im restlichen Europa ohne CESEE-Länder (40 Prozent), wo das Direktinvestitionsvermögen der in Öster­reich ansässigen Unternehmen Ende 2016 insgesamt 101,1 Mrd. Euro betrug.

Sitz innerhalb Europas

Der überwiegende Teil dieser ausländischen Kontrollrechte wurde von Unternehmen mit Sitz innerhalb Europas ausgeübt. Nur acht Prozent des Kapitals entfielen auf Unternehmen, die von außerhalb Europas kontrolliert wurden.

Bei österreichischen Veranlagungen außerhalb Europas – die allerdings lediglich 29,1 Mrd. Euro betrugen – bildeten ausländisch kontrollierte Unternehmen mit einem Anteil von 60 Prozent eine deutliche Mehrheit. Die Hälfte des Kapitals ist Unternehmen zuzurechnen, die auch ihren Sitz außerhalb Europas haben.

Insgesamt ist erkennbar, dass österreichische Kontrollrechte bei jenen Direktinvestitionen dominieren, die in etablierte Kernzielgebiete – insbesondere CESEE-Länder – fließen. Umgekehrt nimmt die Bedeutung ausländisch kontrollierter Unternehmen in jenen Regionen zu, die aus Sicht österreichischer Direktinvestoren traditionell geringere Bedeutung haben.

Österreich als Drehkreuz

Außereuropäische multinationale Konzerne nutzen Österreich offensichtlich gerne als Drehkreuz für weitere internationale Veranlagungen, wobei nicht nur der CESEE-Raum oder andere Teile Europas, sondern auch außereuropäische Ziele eine Rolle spielen.

Weitere Infos

Weitere Details zur Entwicklung österreichischer Direkt­investitionen finden sich in der OeNB-Publikation „Statis­tiken Sonderheft – ­Direktinvestitionen 2016“.