Elektrische Antriebskraft für lokal emissionsfreie Transportaufgaben

Extra / 29.01.2020 • 16:29 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Cockpit ist bezüglich der Instrumenten-Gruppierung unverändert.
Das Cockpit ist bezüglich der Instrumenten-Gruppierung unverändert.

Breit aufgestellt hat sich Volkswagen in der größten Klasse der Leichttransporter. Der 2017 auf allen Ebenen erneuerte Crafter beherrscht jetzt auch eine stromgespeiste Gangart.

In seiner ersten Karrierephase entstammte der Volkswagen-Nützling einer deutsch-deutschen Technikzusammenarbeit: Zehn Jahre lang, ab 2006, waren der VW Crafter und der Mercedes Sprinter in technischer Hinsicht eineiige Zwillinge. Seit dem Generalmodellwechsel von 2017 jedoch ist der große Leichttransporter durch und durch ein Volkswagen, der in Wrzesnia, Polen, in einem eigens dafür errichteten Werk gebaut wird.

 
Gründlich präpariert

Dem vorangegangen war eine akribische Vorbereitungsphase, unter Einbeziehung von – gewerblichen – Kunden. Produkt dessen ist einerseits ein Design, das dem Crafter das Flair eines kräftig gewachsenen T6 verleiht, andererseits eine Baubasis, auf der sich eine wachsende Zahl an Varianten realisieren lässt. Das betrifft einerseits die Aufbauten: Alleine der Kastenwagen kann in zwei Längen plus einer nochmals gestreckten Dimension konfiguriert werden. Dazu kommen drei unterschiedliche Dachhöhen, gepaart mit jeder Menge Lade-Features.

 
Start mit Verbrennern

An den Start gegangen war der Crafter mit Dieselmotorisierungen. Diese basieren sämtlich auf dem bekannten Zweiliter-Turbo. Der ist für den Nutzfahrzeugeinsatz modifiziert. Damit sind die Leistungsstufen 102, 140 und 177 PS, gekoppelt entweder an eine sechsgängige Handschaltung oder an eine achtstufige Wandlerautomatik. Grundsätzlich als Fronttriebler angelegt, wie üblich bei VW, kann man auch Allradantrieb (4Motion) ab der mittleren Leistungs­klasse ordern. Darüber hinaus werden auch Heckantriebsversionen – mit oder ohne Zwillingsbereifung – für den verschärften Einsatz unter schwierigen Bedingungen offeriert.


 
Alternative für die City

Jetzt ergänzt VW das Antriebsprogramm mit einer lokal emissionsfreien Variante vor allem für Kurzstrecken-Transportaufgaben in den Städten. Somit ist der Crafter als ­Batterietriebling bei Volkswagen der erste Nützling mit Stromantrieb (sieht man einmal von der zwischenzeitlichen Cargoversion des e-Up! ab). Als Elektriker ist er frontgetrieben. Der E-Motor liefert 136 PS Spitzenleistung bei einem Maximal­drehmoment von 290 Newtonmetern. Den Fahrstufenwechsel übernimmt ein einstufiges Getriebe. Die Lithium-Ionen-Batterie mit 35,8 kWh Nennkapazität ist im Fahrzeugboden zwischen den Achsen positioniert. Den Normmixverbrauch gibt VW mit 21,5 kWh pro hundert Kilometer an. Eine Reichweite von bis zu 159 Kilometern (laut WLTP-Prüfzyklus) soll damit möglich sein. Die Ladedauer, abhänig von Onboardlader und Stromquelle, beträgt zwischen 5,5 und 15 Stunden auf hundert Prozent. Am Schnelllader kann in 45 Minuten bis auf 80 Prozent Energie nachgetankt werden. Die Stromoption gilt für die Version mit mittellangem Radstand und Hochdach. Ein Resultat der Elektrifizierung ist eine Erhöhung der Nutzlast gegenüber den konventionell angetriebenen Varianten mit Dieselantrieb.

Der Preis für den e-Crafter: ab 54.437,50/65.325 Euro (exkl./inkl. MWSt. inkl. Batterie mit 136 PS und maximal 998 kg Zuladung. Als Diesel kostet er ab 23.450/28.140 Euro (exkl./inkl. MWSt.). Das ist der Tarif für den frontgetriebenen Kastenwagen 30 Entry als 2.0 TDI (Diesel) mit 102 PS und manuellem Sechsgangschaltgetriebe mit mittellangem Radstand und Normaldach (L3H2) sowie 866 kg Nutzlast. Allradantrieb kommt auf ab 32.968/39.562 Euro (exkl./inkl. MWSt.), für den 2.0 TDI 4Motion (Diesel) mit 140 PS, manueller Sechsgangschaltung (L3H2) und 1230 kg Zuladung.

Am Karrierestart des VW Crafter standen Verbrennungsmotoren. Neu ist eine 136 PS starke Elektroantriebs-Variante.
Am Karrierestart des VW Crafter standen Verbrennungsmotoren. Neu ist eine 136 PS starke Elektroantriebs-Variante.