Belgien: Biomassewerk von BERTSCHenergy

Extra / 19.11.2020 • 10:41 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das neue BERTSCHenergy ­Biomassekraftwerk in Belgien.
Das neue BERTSCHenergy ­Biomassekraftwerk in Belgien.

Eine weitere umweltfreundliche Anlage ist in Fertigstellung.

BLUDENZ BERTSCHenergy wurde 2018 mit der Errichtung eines komplett neuen Biomassekraftwerks in Belgien beauftragt und freut sich, in Kürze eine weitere Referenz im Bereich der erneuerbaren Energien zu führen. Der Kunde, ein Joint Venture zwischen einem lokalen Stromlieferanten und einem Spanplattenhersteller, betreibt bereits ein ähnliches Biomassekraftwerk. Fürs neue Kraftwerk wurden große Anforderungen gestellt.

BERTSCHenergy überzeugte mit der eigenen Wirbelschichttechnologie und dem Know-how im Engineering sowie als Generalunternehmer. Der Lieferumfang beinhaltet alles, von der Brennstoffdosierung bis zur Rauchgasreinigung inklusive der Dampfturbine, dem Sekundärdampferzeuger, dem Luftkondensator, dem Kesselhaus, der Maschinenhalle sowie der gesamten Elektrotechnik und vielem mehr. BERTSCHenergy liefert kurz gesagt das gesamte Kraftwerk mit Ausnahme des Betonbaus, der Brennstoffaufbereitung sowie der Wasseraufbereitung.

Umweltneutrale Verwertung

Bei diesem Kraftwerk kommt Altholz als Brennstoff zum Einsatz. Es handelt sich dabei ausschließlich um nichtrecyclebares Altholz, welches nur mehr thermisch verwertet werden kann. Recyclebare Anteile werde aussortiert und für die eigene Spanplattenproduktion des Kunden verwendet. Zusätzlich kann bis zu 50% des Brennstoffs in Form von Holzstaub hinzugegeben werden. Dafür gibt es eine komplett separate Brennstoffdosierung und -einblasung. Der Holzstaub stammt aus der Spanplattenproduktion des Kunden und weiteren externen Lieferanten. „Es handelt sich beim neuen Kraftwerk somit um eine moderne Entsorgungsanlage am neuesten Stand der Technik, welche Strom und Wärme aus nachwachsenden Rohstoffen produziert“, fasst Ing. Hubert Bertsch, CEO und Eigentümer der BERTSCH Firmengruppe, zusammen. Der Kessel mit einer nominalen Leistung von 90MW / maximal 96MW erzeugt Hochdruckdampf, welcher unterschiedlich genutzt wird. Zum einen wird der Dampf für einen Produktionsprozess in der Spanplattenherstellung, der hohe Temperaturen erfordert, verwendet. Für diesen Prozess gab es bis dato einen eigenen Gaskessel, der nun außer Betrieb genommen werden kann. Zum anderen wird der Dampf bis ins Vakuum entspannt, um Strom zu erzeugen. Das Biomassekraftwerk erzeugt 20 MW zertifizierten Ökostrom, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Zusätzlich wird der Turbine an einer geeigneten Stelle Dampf entnommen, um Nutzdampf für eine benachbarte Kartoffelverarbeitungsfabrik bereitzustellen. Da in Belgien sehr strenge Emissionsvorschriften gelten, liegt ein besonderes Augenmerk auf der Rauchgasreinigung. Mit der Kombination aus Wirbelschichtfeuerung und SNCR (selektive nichtkatalytische Reduktion) können die geforderten, sehr niedrigen Grenzwerte für Stickoxide und CO sowie unverbrannte Kohlenwasserstoffe eingehalten werden. Auch die Technologie zur Abscheidung weiterer Schadstoffe ist am neuesten Stand der Technik und erlaubt einen sehr hohen Abscheidegrad bei gleichzeitig minimalen Betriebskosten.

„Entsorgungsanlage am neuesten Stand der Technik produziert ­umweltneutral Strom und Wärme.“

Das neue BERTSCHenergy ­Biomassekraftwerk in Belgien.
Das neue BERTSCHenergy ­Biomassekraftwerk in Belgien.

Infos: www.bertsch.at

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